Für die Schülerinnen und Schüler der Sportschule Oberhof, der Tag ihrer Jugendweihe. 24 Jugendliche hatten die Sportklamotten an diesem Tag gegen schicke Kleider und Anzüge getauscht, kaum wieder erkennbar. So zumindest erwähnten die Klassenleiterinnen Frau Köhler und Frau Bartholome, dies unbekannte Aussehen ihrer Schüler/innen, in ihrer gemeinsam gehaltenen Rede.
Frohgelaunt und der ein oder andere sicherlich auch etwas aufgeregte Jugendliche bahnte sich den Weg in den Saal des „Haus des Gastes“ in Oberhof.
Nach einem lockeren Sektempfang und vielen lockeren Gesprächen der Gäste, begann die Feierstunde zu den Klängen von „Heart of Courage“ mit dem Einmarsch der Jugendlichen. Charmant und lässig moderierte der ehemalige Sportschüler Felix Behr die Veranstaltung und Kinderfotos liefen im Hintergrund auf der Leinwand.
Als Erster durfte der Oberhofer Bürgermeister Daniel Fischer seine Worte an die Jugendlichen und Gäste richten. Es waren Worte, die sehr in die Zeit passten und zum Nachdenken anregten. Die „KI“, die immer mehr Platz in unserem Leben einnimmt, wird sicherlich viele Dinge einfacher machen, aber wir Alle sollten uns niemals blind darauf verlassen. Er forderte die Jugendweihelinge auf: „Denkt selbst. Fragt nach. Prüft Informationen kritisch. Denn das ist eine Fähigkeit, die in Zukunft immer wichtiger wird.“ Und er forderte die jungen Leute auf, sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen, denen sie in sozialen Medien folgten. Sondern sie sollen sich lieber mit sich selbst vergleichen. Sie sollen sich nicht fragen, ob sie besser sind als andere, sondern ob sie heute ein Stück besser sind als gestern. Denn das ist der Maßstab, der einen wirklich weiterbringt. Der Bürgermeister wünschte ihnen Gesundheit, Mut um die eigenen Ziele zu verfolgen, Ausdauer, Liebe, Vertrauen und Menschen, auf die sich die Mädchen und Jungen immer verlassen könnten. Er forderte sie aber auch auf, ihre Jugendzeit zu genießen und erinnerte sie daran, dass sie auch Fehler machen dürfen, daraus lernen sollten. Sein Fazit: „Hinfallen gehört zum Leben. Entscheidend ist, wieder aufzustehen und weiterzugehen.“
Auch der Rodel-Weltmeister Paul Gubitz fand in seiner lockeren Ansprache die passenden Worte. Er erinnerte sich, wie sein Leben in dem Alter war, dass die Eltern manchmal nervten, die Erzieher angeblich von nichts Ahnung hatten, die Lehrer der Meinung waren, man braucht jeden Tag Hausaufgaben. Und Zimmer aufräumen erschien ihm ungefähr so sinnvoll, wie eine Trainingseinheit um 5 Uhr morgens bei -15°C. Und damit bestätigte er der Jugend im Saal, dass sie „Völlig normal wären.“ Aber er habe als Leistungssportler gelernt, dass der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg oft genau in den Dingen liegt, auf die man eigentlich keine Lust habe. Somit hatten Eltern, Lehrer und Erzieher damals doch nicht immer Unrecht. Und er gab den Sportlern mit auf den Weg, dass nicht jeder von ihnen Olympiasieger werden kann oder einen Weltcup gewinnt. Aber das ist auch nicht das Wichtigste. „Der Sport schenkt euch etwas, das viel wertvoller ist, als jede Medaille. Er bringt euch bei, mit Rückschlägen umzugehen und er macht euch stärker- nicht nur körperlich, sondern auch menschlich.“
Umrahmt wurden diese Reden von auflockernden Tanzeinlagen von jungen Tänzerinnen der Tanzgalerie Suhl.
Die Ehrung der Jugendweihelinge erfolgte durch die Klassenleiterinnen Frau Köhler und Frau Bartholome, sowie Paul Gubitz und Daniel Fischer. Statt Blumen gab es dieses Jahr für jeden Jugendlichen, neben einer personalisierten Glocke, einen kleinen Baumsetzling, der vom Thüringen-Forst gesponsert wurde und die die Jugendlichen hinter das Sportgymnasium pflanzen werden.
Zum Abschluss bedankten sich Lotta Wilhelm, Anni Strümpfel und Tille Fischer, im Namen aller Jugendlichen bei ihren Eltern und Familien, die immer als Fahrer, Zuhörer, Tröster und Unterstützer da sind.
Dank ging auch an alle Erzieher/innen, Lehrer/innen, die immer für die Sportler da sind, sie unterstützen und motivieren und an all die Trainer/innen, die aufzeigen, dass man mit Disziplin und Ehrgeiz viel erreichen kann.
„Danke“ ging natürlich auch an alle, die diesen Tag möglich gemacht hatten.