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Thüringer Waldbote
Ausgabe 14/2026
Aus der Stadt Ohrdruf
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Historischer Rückblick auf 150-Jahre Feuerwehr Luisenthal

Wenn wir heute das 150-jährige Bestehen unserer Feuerwehr feiern, dann feiern wir zugleich die Geschichte der Feuerwehren unserer Ortsteile Schwarzwald und Stutzhaus, aus denen die heutige Feuerwehr Luisenthal hervorgegangen ist.

Die älteste bekannte Erwähnung einer Feuerwehr in unserem heutigen Gemeindegebiet stammt aus dem Jahr 1876. In diesem Jahr wurde für die Gemeinde Schwarzwald eine Handdruckspritze angeschafft. Sie ist zugleich der erste dokumentierte Nachweis über das Vorhandensein einer Feuerwehr in unserem Ort.

Leider konnten bis heute keine Unterlagen über die Anfänge der Feuerwehr Stutzhaus gefunden werden.

Dennoch steht außer Frage, dass auch dort schon früh organisierter Brandschutz betrieben wurde.

Mit der erfolgreichen Installation einer Trinkwasserleitung und der Errichtung von Hydranten wurde im Jahr 1898 für die Feuerwehr Schwarzwald ein Hydrantenwagen angeschafft.

Die Feuerwehr Stutzhaus erhielt im Jahr 1909 eine moderne Pferdespritze. Diese Ausrüstung prägte die Brandbekämpfung in beiden Ortsteilen über viele Jahrzehnte hinweg und wurde teilweise noch bis Anfang der 1950er Jahre genutzt.

Die Jahre des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 brachten erhebliche Herausforderungen mit sich. Viele Männer waren zum Kriegsdienst eingezogen, sodass Personalmangel und fehlende Ausrüstung die Arbeit der Feuerwehren erschwerten. Auch in den Jahren nach dem Krieg verhinderten Inflation und wirtschaftliche Not notwendige Investitionen.

Erst 1938 und 1939 konnten nach jahrzehntelangem Stillstand wieder bedeutende Anschaffungen vorgenommen werden. Die Feuerwehr Schwarzwald erhielt eine TS-8 Köbe und die Feuerwehr Stutzhaus eine TSA mit TS4-Mayerhaken. Mit diesen motorbetriebenen Kraftspritzen begann eine neue Ära der Brandbekämpfung. Die technische Entwicklung hielt Einzug und veränderte die Arbeit der Feuerwehr grundlegend.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten die Feuerwehren zusätzliche Aufgaben im Luftschutz übernehmen.

Der Feuerwehrdienst wurde den Kriegsbedingungen angepasst. Nahezu jede Familie in unseren Ortsteilen hatte Verluste zu beklagen. Auch unsere Gemeinde blieb von den Kriegsfolgen nicht verschont. Im Jahr 1945 wurden Gebäude bombardiert und Brücken gesprengt.

In den Jahren 1945 und 1946 ruhte der Ausbildungsdienst weitgehend, da das Tragen von Uniformen zunächst untersagt war. Erst ab Oktober 1946 konnte der reguläre Feuerwehrdienst wieder aufgenommen werden.

Mit dem ersten Thüringer Feuerlöschgesetz von 1947 und später den gesetzlichen Regelungen der DDR wurden neue Grundlagen für Ausbildung und Organisation geschaffen. 1949, nach Gründung der DDR, erhielt der Brandschutz einen höheren Stellenwert. Einheitliche Ausbildungsvorschriften sorgten für eine bessere Qualifizierung der Kameraden.

1951 wurde die Löschgruppe des VEB Hema-Werkes gegründet und mit dem ersten Brandschutzgesetz der DDR im Jahr 1956 entstanden neue rechtliche Grundlagen für die Arbeit der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren.

Ein bedeutender Meilenstein in unserer Geschichte war das Jahr 1958. Im Zuge der Gebietsreform wurden die Feuerwehren Schwarzwald und Stutzhaus zur Feuerwehr Luisenthal zusammengeführt. Seit nunmehr 68 Jahren bilden sie gemeinsam die Grundlage unserer heutigen Wehr.

Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von großem Engagement und Eigeninitiative. 1961 errichteten die Kameraden in Eigenleistung den Steigerturm im oberen Ortsteil. 1963 wurde die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ gegründet und legte damit den Grundstein für die Nachwuchsarbeit.

In den 1970er Jahren entstand mit Unterstützung der Gemeinde und durch unzählige Arbeitsstunden der Kameraden ein Garagenneubau zur Unterbringung des Löschfahrzeuges.

Ein besonderer Höhepunkt war die 100-Jahr-Feier im Jahr 1976. Damals erhielt die Feuerwehr Luisenthal feierlich ein neues Löschfahrzeug LF 8/TS 8/STA. Von diesem Tag an war die Feuerwehr Luisenthal motorisiert und für die damalige Zeit modern ausgestattet.

Bis 1979 kamen außerdem ein Mannschaftstransportwagen und eine Feldküche hinzu.

Nach der Wiedervereinigung begann ein weiterer Modernisierungsschub. In den Jahren 1994 und 1995 erhielt die Feuerwehr gebrauchte Löschfahrzeuge von der Nachbarfeuerwehr Ohrdruf sowie von den Partnergemeinden aus Karben.

Mit dem Richtfest und der Einweihung des neuen Gerätehauses in den Jahren 2000 und 2001 wurde ein weiterer wichtiger Schritt für die Zukunft unserer Feuerwehr vollzogen.

Im Jahr 2015 erhielt die Feuerwehr erneut Unterstützung durch die Feuerwehr Ohrdruf. Ein gebrauchtes Löschfahrzeug wurde übergeben. Durch finanzielle Unterstützung der Gemeinde, konnten notwendige Umbauten und Neubeschaffungen umgesetzt werden.

Wie viele andere Feuerwehren wurde auch unsere Wehr im März 2020 durch die Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Der Ausbildungsbetrieb kam für fast eineinhalb Jahre nahezu vollständig zum Erliegen.

Dennoch ging die Entwicklung weiter. Im Frühjahr 2021 konnte ein neuer Mannschaftstransportwagen in Dienst gestellt werden. 2024 folgte die Übergabe eines Tanklöschfahrzeuges von der Feuerwehr Tambach-Dietharz.

Diese 150-jährige Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Feuerwehr weit mehr ist als Technik und Ausrüstung. Sie ist geprägt von Menschen, die bereit waren und sind, Verantwortung für ihre Mitbürger zu übernehmen. Generationen von Kameraden haben ihren Teil dazu beigetragen, dass Hilfe in Luisenthal jederzeit gewährleistet werden konnte.

Darauf können wir heute mit Stolz zurückblicken.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Triebel

Vorstand

Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Luisenthal e.V.

Friedrich-Engels-Str. 24b

99885 Luisenthal

Tel: 0173 3407950