Vor 48 Jahren sind wir in die Bahnhofstraße, jetzt Kienbergstraße gezogen. In fast jedem Haus wohnten mehrere Personen,meist sogar zwei Familien. Ich erinnere mich noch an einen sehr schönen Nachmittag im Jahre 1979. Unser Dorf wurde 1200 Jahre alt und es stand ein sehr großes Festwochenende an.Es wurden u.a. Orchester aus Tschechien und Ungarn eingeladen. Deren Mitglieder wurden privat untergebracht. Alles war vorbereitet, die Straßen geschmückt und wir warteten auf unsere Gäste.
Bei Traude und Horst Kraußer bildete sich in der Einfahrt bald eine Menschentraube. Nach einiger Zeit schmerzten die Füße und flugs wurden Tisch und Stühle herausgestellt.Es wurde immer später und der Besuch war noch nicht in Sicht. Da es Abendbrotszeit war, kam noch Essen und Trinken auf den Tisch.Jeder holte herbei, was vorrätig war. Wir saßen noch lange beisammen, bis unsere Gäste endlich kamen. Von diesem Tag hat die Nachbarschaft noch lange gezehrt.
Heute sieht es etwas anders aus. In den meisten Häusern wohnen nur noch einzelne Personen, ältere Ehepaare oder junge, zugezogene Familien. Man kommt kaum noch ins Gespräch, die meisten fahren mit dem Auto vorbei.
Als im vorigen Jahr die Kienbergstraße saniert wurde und wir neue Anschlüsse bekamen, stand für mich fest: Es müsste sich was ändern! Der ehemalige Klärgrubenplatz wurde neu gestaltet und wir haben eine "Knetschbank" aufgestellt. Bei gutem Wetter wurde sie schon oft genutzt und wir hatten gute Gespräche. Vielleicht hat der eine oder andere auch eine Bank hinterm Haus, die davor gut aussieht und zum Knetschen einlädt.
Rosel Blaess, HGV Wölfis