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Thüringer Waldbote
Ausgabe 16/2026
Aus der Stadt Ohrdruf
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Wir begehen in diesem Jahr den 400. Todestag einer bedeutenden Persönlichkeit aus Wölfis: Wolfgang Heider

Wolfgang Heider wurde am 14. Dezember 1558 in Wölfis geboren war Professor für Ethik und Politik und Rektor der Universität Jena.

Er war der Sohn des Bauern Salomon Heider und dessen Frau Anna (geborene Funck). Heider besuchte, nachdem er anfänglich zu einem bäuerlichen Leben bestimmt war, die Höhere Schule in Ohrdruf und wurde durch seinen Vetter Valentin Fuck drei Jahre lang in Latein und Griechisch unterrichtet. Anschließend wechselte er nach Magdeburg, wo er durch Georg Rollenhagen unterrichtet wurde und nach Hildesheim. Er begann 1580 ein Studium in Jena und erhielt 1583 die Magisterwürde. Im Herbst 1587 erfolgte die Berufung zum Professor für Dialektik und Ethik(später Moral und Politik). Dadurch entwickelte sich die Philosophie an der Jenaer Universität zu einer eigenständigen Wissenschaftsdisziplin.

Er war der wirkungsreichste philosophische Lehrer der Jenaer Universität vor den 30-jährigen Krieg

Heider war zwölfmal Dekan der Philosophischen Fakultät und im Sommersemester 1591, sowie 1607 Rektor der Alma Mater. Die Geschichte der Universität Jena weist Heider als einen der ersten Vertreter der Philosophischen Fakultät aus. Wolfgang Heider beschäftigte sich auch mit ökonomischen und pädagogischen Fragen und war über viele Jahre als Inspektor für die Stipendiaten tätig. Seine These war: „Nicht für die Schule sondern in besonderem Maße für das Leben möchte ich lehren“

Heider war dreimal verheiratet und hatte mehrere Kinder:

  • 1583 mit Margaretha Crusi, Tochter des Jenaer Protonotars Albert Crusii (* 1536 [Krause]). Aus der Ehe stammen 6. Söhne und vier Töchter.
  • 1600 mit Barbara († 26. Juni 1604), die Tochter des Ratsherrn in Jena Quirin Sachse (Saxonis). Aus der Ehe stammen drei Töchter.
    • Barbara Heider (* 30. Juli 1601; † 11. Oktober 1634) mit dem Pfarrer Mag. Elias Johannes Hesling (* um 1605; um 1667)
  • 1605 mit Barbara, Tochter des Pfarrers Johannes Breuning, die Stieftochter des Jenaer Mathematikprofessors Georg Limnäus.

Wolfgang Heider starb am 16. August 1626.

Im Anbetracht seines 400. Todesjubiläums wäre ein Ehrung Wolfgang Heiders in seinem Heimatort bedenkenswert.

Titelblatt von Philosophiae Moralis Systema

Volker Hollstein

Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein Wölfis