Am 27. Juni um 19.00Uhr war es wieder soweit, erklang zur Begrüßung das Rondeau von Jean Joseph Mouret. Eine Begrüßung, die früher nur Königen und hochgestellten Adligen gespielt wurde, hieß die Gäste in St. Crucis an diesem Abend eines der wohl heißesten Tage hier in Thüringen bei noch angenehmen Temperaturen in der Kirche willkommen.
Es wurde auch mit ausreichend Getränken für einen angenehmen Abend gesorgt und das verstand sich für den GKR von selbst, sich der hohen Temperaturen bewusst.
Das Ensemble hat unsere Kirche zum nunmehr fünften Mal besucht und immer wieder mit neuen sehr klar gespielten Titeln konnte sie das anwesende Publikum begeistern, fesseln und verzaubern. Allerdings gingen ihnen die Finger noch nie mit solcher Leichtigkeit über die Ventile, ein positiver Nebeneffekt bei solch einer Wärme. Ganz anders bei ihrem ersten Konzert damals am 2.12. 2020, als es in der Kirche durch einen Temperatursturz sehr kühl war und wir jedem Musiker einen Warmlüfter an die Füße stellten, damit ihr schnelles Spiel überhaupt möglich wurde. Wie sich die Zeiten und Temperaturen doch ändern können. Im ersten Teil des Konzertes waren es die klassischen Stücke der Musik, die ihre Geschichten preisgaben. Mit Concerto und Sonaten von A.Vivaldi und J.S.Bach, der Arie „O mio babbino caro“ von G.Pucchini, einem wunderbar melodischen Stück und dem „Einzug der Königin von Saba“ konnte sich das Publikum gut in die Zeit des Spätbarockes zurückfühlen.Mit der Farandole “L`alesienne-Suite No.2“ von G. Bizet in einer beeindruckenden Spielweise verabschiedeten sich die Musiker mit temperamentvollen Klängen in die Pause. Diese nutzten sie dann allerdings auch, um mit den Gästen, ebenfalls mit einem Getränk ausreichend, ins Gespräch zu kommen. Nach der Pause, die man auch im Freien hinter der Kirche verbringen konnte, war es zuerst die „Arie der Königin der Nacht“ von W.A.Mozart, die den zweiten Teil des Konzertes eröffnete.
Ein italienischer Czardas von V.Monti mit dem sehr prägenden Spiel von Roland Krem auf der Tuba zeigte die musikalischen Wurzeln des Musikers in Siebenbürgen, der Heimat des Czardas. Ganz anders dann die modernen Klänge von W. Disney, der generell mit seinen Filmmusiken bunte Geschichten erzählte und die Filme dadurch eindrucksvoller werden ließ. Hier verzauberten und entführten u. a. Melodien aus „König der Löwen“ und „Pocahonta“, malten die Klänge wieder Bilder in den Köpfen. Mit den spanischen Klängen aus Mexiko „La Bikina“ von L.Miguel erreichten dann wieder ganz andere Rhythmen im Kirchenschiff das Publikum. Sehr harmonisch und ganz der Passion des Hornisten, Chrisian Fath entsprechend, erklang der Titel „Gabriellas Song“ von St.D.Nilsson und im Anschluss „Ich hol vom Himmel dir die Sterne“ von A. Lauss-Linhardt für Trompeten und Orchster, Tanzmusik mit spanischen Komponenten. Ganz geschuldet seinem Motto: „Es ist egal, was man im Leben erreicht hat, wichtig ist, was für ein Mensch man ist.“
Abschließend wurden vom Publikum noch zwei Zugaben erbeten, es war einfach ein sehr schöner Abend mit Musik, die zu einem solchen Frühsommerabend passt.
Nicht zu vergessen sei hier die Lichtinstallation von Andre` und Rudi Becher, die es sich trotz der großen Wärme nicht nehmen ließen und am Vormittag die Vorbereitungen dafür getroffen hatten. Sie macht diese Klanggeschichten zu farbenfrohen Lichtgeschichten!
Herzlichen Dank für eure Mühen, es war das bekannte I-Tüpfelchen!
U.R.