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Thüringer Waldbote
Ausgabe 16/2026
Aus der Stadt Ohrdruf
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Bericht des Bürgermeisters

„Das Schöne sehen - Blick über den Rasenteich bei Ohrdruf.“

„Blick über den Bahnsteig beim Bahnhofsfest“

„Löberstraße 12 bis 18 von hinten nach den Abrissarbeiten“

„Neues Wohnquartier Ecke Goethestraße/Johann-Sebastian-Bach-Straße“

„Solarüberdachter neu gestalteter Parkplatz in der Südstraße“

„Das Edelstahlbecken im Schwimmbad ist fertig und wird auf Dichtigkeit geprüft.“

„Steinbogenbrücke in Wölfis - Baustellenbesichtigung durch den Bauausschuss“

„Gebäudekomplex für die Feuerwehr in der Hohenkirchener Straße - nun komplett in städtischem Eigentum.“

„Blick ins Innere der im Februar wiedereröffneten VR-Bank-Filiale.“

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner von Ohrdruf und den Ortsteilen Crawinkel, Gräfenhain und Wölfis,

das erste Halbjahr 2026 ist bereits vorüber und ich möchte Ihnen an dieser Stelle mal wieder einen kleinen Überblick über Neuigkeiten und Entwicklungen in unserer Stadt geben.

Die Zeiten sind wahrlich herausfordernd. Immer noch Krieg in der Ukraine und nun auch Krieg im Iran und dem Nahen Osten. Handelskrieg mit den USA und Blockade der Straße von Hormus. Kaum hatte man gedacht, dass sich die schwächelnde Wirtschaft endlich wieder erholen kann, die nächste Hiobsbotschaft. Wieder eine Öl- und Gaspreiskrise! Diesmal ausgelöst vom Krieg der USA gegen den Iran. Und im Moment kein Ende in Sicht. Dazu Wetterkapriolen mit Hitzewellen und lang andauernder Trockenheit - Folgen des menschengemachten Klimawandels? Die Gegenwart verlangt uns so einiges ab! Und - auch wenn sich das manche wünschen würden - einfache Antworten auf komplizierte Fragen gibt es leider nicht. Das sollten wir auch bei der Bewertung der großen Politik vom bequemen Sofa zu Hause aus immer berücksichtigen!

Lassen Sie uns gemeinsam die Zuversicht nicht verlieren! Es gab immer wieder schwierige Zeiten. Auch die aktuellen Herausforderungen und Krisen werden wir in Deutschland meistern - mit Entschlossenheit, Weitblick aber vor allem mit Gemeinsinn! Vergessen wir nicht, dass es den meisten Menschen bei uns gut geht. Wir leben in einem schönen, in einem sicheren und einem rechtsstaatlichen Land. Es gibt ein dichtes soziales Netz, dass Menschen in Not auffangen kann. Lassen Sie uns das schätzen und nicht geringschätzen. Viele Menschen dieser Welt beneiden uns um unser Land und um unseren Wohlstand.

Mit diesen - hoffentlich aufmunternden - Worten möchte ich den Blick auf unsere Stadt Ohrdruf lenken. Und auch hier sollten wir die positiven Entwicklungen sehen und wahrnehmen und uns nicht von Rückschlägen - die es leider auch gibt - herunterziehen lassen!

Digitalisierung nimmt Fahrt auf

Das Jahr 2026 in unserer Stadt fing unter anderem an mit der städtischen Meldung, dass ab sofort auch der Umzug nach Ohrdruf online angemeldet werden kann. Natürlich arbeitet die Stadt Ohrdruf fortlaufen daran, möglichst viele Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger komplett online anbieten zu können. 12 Dienstleistungen sind es bisher, aber Stück für Stück werden es mehr. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist eine Registrierung mittels „BundID“ oder für Unternehmer*innen die Registrierung bei „Mein Unternehmenskonto“. Neben den unmittelbar möglichen Onlinedienstleistungen gibt es auf der Homepage der Stadt ganz viele online abrufbare Formulare, angefangen vom Fischereiantrag bis hin zur Anzeige einer Veranstaltung. Reinschauen lohnt sich!

www.ohrdruf.de/unsere-stadt/rathaus-online/online-dienstleistungen/

Ohrdruf vielfältig und engagiert

Das Ohrdrufer Veranstaltungsjahr startete gleich im Januar mit der traditionellen Rassegeflügelausstellung des Rasselgeflügelzuchtvereins Wölfis, gefolgt von der 20. OPTIPER Fußballnacht des FSV 06 Ohratal. Seither folgten wirklich viele sportliche, kulturelle und musikalische Events, organisiert und durchgeführt von Vereinen, Institutionen und Kirchen unserer Stadt. Vielen herzlichen Dank für dieses tolle und bereichernde Engagement. Auch die Stadt selbst stellte mit verschiedenen Kooperationspartnern so einiges auf die Beine, angefangen beim 3. Ohrdrufer Waldtag, der 7. Ausbildungs- und Stellenbörse, dem Ehrenamts- und Jahresempfang der Stadt, dem Frühjahrsputz 2026, der traditionellen Übungsplatzwanderung, dem Bahnfest anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Bahnstrecke Gotha-Ohrdruf bis hin zum großen gemeinsamen Kinderfest im Schlosspark anlässlich des Internationalen Kindertags. Dazu kamen eine Reihe von Konzerten im Schloss Ehrenstein, die mit Unterstützung der Stadt organisiert wurden. Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden und Helfer aus dem Team der Stadt und an alle Kooperationspartner.

Verantwortliche zu verschiedenen Themen zu Gesprächen zusammengeholt

Ein besonderes Anliegen von mir persönlich ist die immer bessere Vernetzung von Institutionen, Zivilgesellschaft und Ehrenamt miteinander. Und so habe ich in den ersten 6 Monaten dieses Jahres nicht nur den Stadtbrandmeister und die Wehrführer der Stadt zum gemeinsamen Austausch ins Rathaus eingeladen. Auch mit den Wegewarten der Stadt kam ich beim „Runden Tisch der Wegewarte“ ins gute gemeinsame fachliche Gespräch. Es gab den „Runden Tisch der Vereine und Institutionen“ und den „Runden Tisch des Sports“ im Bürgersaal von Schloss Ehrenstein, die gut besucht waren und zu denen es ein positives Feedback gab. Das Thema Schulen und Schulentwicklung stand beim „Runden Tisch der Ohrdrufer Schulen“ im Mittelpunkt der gemeinsamen Besprechung mit den Schulleitungen aller Ohrdrufer Schulen. Und beim „Runden Tisch der hausärztlichen Versorgung“ waren Anfang Mai die für die hausärztliche Versorgung zuständige Kassenärztliche Vereinigung Thüringen, die Stiftung zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung sowie die Hausärzte der Region ins Rathaus eingeladen, um gemeinsam über Lösungen für den aktuellen Hausärztenotstand in der Region zu beraten. Immer waren es gute Gespräche.

Kampf gegen den Notstand bei der hausärztlichen Versorgung

Das für viele Menschen gefühlt größte Problem ist derzeit die unzureichende hausärztliche Versorgung in Ohrdruf. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass es in enger Zusammenarbeit der Gemeinde Luisenthal und der Stadt Ohrdruf gelungen ist, die Ärztin Frau Dr. Arnuero in der Region zu halten. Deshalb gehen auch die Gespräche der Stadt mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Stiftung zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung in Thüringen weiter. Das insbesondere für junge Ärztinnen und Ärzte interessante Modell einer Stiftungspraxis für Ohrdruf, bei der ein interessierter Arzt sich bei der Stiftung anstellen lassen kann und sich nicht selbstständig machen muss, wurde durch die Stiftung fest zugesagt. Allein es fehlt derzeit an Ärzten, die sich für eine Niederlassung in Ohrdruf interessieren. Wer also jemanden kennt, für den das gegebenenfalls in Frage kommt: Bitte den Kontakt zu mir herstellen! Ein unverbindliches Gespräch kostet nichts und verpflichtet auch zu nichts!!! Im Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung hat diese auf Drängen der Stadt nun zugesagt für Ohrdruf eine besonders akute Situation der hausärztlichen Situation anzuerkennen, was für Ärzte, die sich hier niederlassen wollen, zu der von der Stadt Ohrdruf ausgelobten Ansiedlungsprämie von 25.000 Euro, erhebliche weitere finanzielle Zuschüsse seitens der Kassenärztlichen Vereinigung ermöglicht.

Die Stadt selbst arbeitet unterdessen daran, die notwendigen schönen Räumlichkeiten für zukünftige Hausarztpraxen entstehen zu lassen. Die Arbeiten für das geplante barrierefreie Ärztehaus in der Löberstraße haben begonnen und machen Fortschritte. Alle notwendigen Abrissarbeiten wurden durchgeführt. Derzeit wird an der Gründung für das denkmalgeschützte Haus in der Löberstraße 16 gearbeitet. Weitere Gewerke für die Sanierung des Gebäudekomplexes Löberstraße 12 bis 18 wurden bereits beauftragt. Es geht also ordentlich voran. Entstehen werden hier neben 8 schönen Wohnungen auch zwei Arztpraxen, die auf Grund ihrer Größe auch als Doppelarztpraxen betrieben werden könnten.

Im Stadtrat wurde darüber auch gerungen. Die bisher dafür veranschlagten 6,3 Mio. Euro werden wegen der Baukostensteigerungen vermutlich nicht reichen. Und auch wenn ca. 50 Prozent der Kosten über die Städtebauförderung von Bund und Land finanziert werden, sind die verbleibenden Eigenmittel eine Riesensumme mit der auch an anderer Stelle Gutes entstehen könnte. Aber was würde aus dem Gebäudekomplex, wenn dieser jetzt nicht saniert würde. Eine städtebaulich wichtige Ecke gegenüber vom Schloss bliebe auf Dauer unansehnlich. Das denkmalgeschützte Gerberhaus Haus Löberstraße 14, mit der ältesten Haustür von ganz Ohrdruf, könnte nicht einer neuen sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Und man müsste versuchen an anderer Stelle moderne barrierefreie Hausarztpraxen schaffen. Am Ende waren das Argumente, die auch den Stadtrat mehrheitlich überzeugten hier nicht Halt zu machen, sondern weiter zu investieren, auch wenn deshalb Investitionen an anderer Stelle erst einmal warten müssen.

Wohngebäude Ecke Goethestraße/Johann-Sebastian-Bach-Straße fertig gestellt

Vor dem Hintergrund der Kostenentwicklung für die Sanierung der Häuser Löberstraße 12 bis 18 war es die richtige Entscheidung der Stadt für die ehemals städtischen Häuser Ecke Goethestraße/ Johann-Sebastian-Bach-Straße einen anderen Weg zu gehen. Auch hier war ursprünglich eine Sanierung vorgesehen. Ein Wirtschaftlichkeitsgutachten hatte aber belegt, dass dies beim vorhandenen Zustand der Gebäude nicht wirtschaftlich ist. Deshalb entschied sich die Stadt für eine Vermarktung der innerstädtischen Flächen mit Abriss- und Neubauermächtigung und fand mit der ISB Projekt GmbH aus Bad Hersfeld einen guten und verlässlichen Investor, der das Projekt trotz zwischenzeitlich schwieriger Zeiten zu einem guten Abschluss gebracht hat. Auch das dazugehörige Haus in der Vollrathstraße 9 wurde inzwischen nach jahrzehntelangem Leerstand auf Vordermann gebracht. Derzeit wird noch der zum Gebäudekomplex zugehörige Parkplatz in der Querstraße hergerichtet. Durch all diese Baumaßnahmen wird das Karree Goethestraße, Johann-Sebastian-Bach-Straße, Vollrathstraße und Querstraße städtebaulich erheblich aufgewertet.

Transformation der Energieerzeugung im Heizhaus und Erweiterung und Sanierung des Fernwärmenetzes

Eine erhebliche Aufwertung durch die Baumaßnahmen der letzten drei Jahre hat auch der Bereich der Südstraße erfahren, auch wenn noch nicht alles fertig ist. In einem ersten Schritt wurde über eine Contracting-Vereinbarung mit der Thüringer Wärmeservice GmbH die Voraussetzung für die komplette Erneuerung der Wärmeerzeugungstechnik des Ohrdrufer Heizhauses in der Südstraße geschaffen. Es entstanden hier inzwischen hochmoderne und hocheffiziente Anlagen (mit Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Power-to-Heat-Anlage, Spitzenlastkessel und Pufferspeicher) bei denen auch künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt und die für eine sichere Wärmeerzeugung von nunmehr 719 Wohneinheiten sowie dem Gymnasium „Gleichense“ und dem Kindergarten „Kleine Rasselbande“ sorgen. Am 12. September soll das Ganze im Rahmen eines Tages der offenen Tür vorgestellt werden. Näheres wird dazu noch bekannt gegeben.

Mit Fördermitteln der Europäischen Union sanierte und erweiterte die Stadt Ohrdruf parallel dazu das bestehende Fernwärmenetz. Besonders das Gebiet Scherershüttenstraße, Clara-Zetkin-Straße, Straße der Freundschaft, Friedrichstraße und Ferdinand-Lasalle-Straße musste für das Verlegen der neuen Fernwärmeleitungen einmal ordentlich „umgegraben“ werden. Inzwischen ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras darüber gewachsen und man kann die damalige Großbaustelle nur noch erahnen. Vielen Dank auch an dieser Stelle noch einmal an alle betroffenen Einwohner für Ihre Geduld!

Nach der Verlegung der neuen oder erneuerten Fernwärmeleitungen mussten in den betroffenen Häusern noch intelligente Hausanschlussstationen errichtet werden. Diese stehen in direkter Kommunikation mit dem Heizhaus und melden entsprechend anfallende Energiebedarfe. Damit wird vermieden, dass zu viel warmes Fernwasser ungenutzt durch die Leitungen gepumpt wird, was zu erheblichen Energieeinsparungen führt. In den meisten neu an die Fernwärme angeschlossenen Häusern gab es vorher Gasetagenheizungen. Diese meist in die Jahre gekommenen Geräte wurden nun zurückgebaut und es mussten in den Häusern entsprechende Verteilleitungen für die Fernwärme gebaut werden. Auch diese Arbeiten gehen nun zu Ende, womit die Voraussetzungen geschaffen werden, dass alle neu angeschlossenen Häuser im kommenden Winter die Fernwärme nutzen können.

Nach einem vollzogenen Flächentausch entstand in der Südstraße in Zusammenarbeit der Stadt Ohrdruf mit der Thüringer Wärmeservice GmbH ein solarüberdachter Parkplatz. Die erzeugte Solarenergie wird direkt im Heizhaus nebenan genutzt. Der unter den Solarcarports liegende Parkplatz wird demnächst für die Nutzung freigegeben. Nach mehrheitlicher Auffassung des Stadtrates wird das aber nicht auf Dauer kostenfrei möglich sein. Die Stadtverwaltung hat den Auftrag bekommen zu prüfen, welches entgeltliche Parksystem hier zukünftig greifen kann. Die Einnahmen sollen auch dazu beitragen, dass der nebenan liegende bisher unsanierte Parkplatz an der Grundschule möglichst schnell auch noch auf Vordermann gebracht werden kann. Die Planungen dafür liegen bereits vor.

Mit der neu entstandenen Garagenanlage eines privaten Investors auf dem ehemaligen Fahrschulplatz hat sich das Bild der Südstraße deutlich gewandelt. Gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises sorgte die Stadt zudem dafür, dass der hier befindliche Containerstellplatz ordentlich befestigt wird. In der noch freien Zwischenfläche zwischen dem städtischen Carportparkplatz und den neuen Garagen sollen perspektivisch weitere Garagen durch den Investor geschaffen werden.

Wohnungssanierungen im Verantwortungsbereich der Stadt Ohrdruf durch die Stadtwirtschaft Ohrdruf

Freie, gut sanierte oder auch barrierefreie oder zumindest barrierearme Wohnungen sind in Ohrdruf Mangelware. Auch bei der Stadtwirtschaft Ohrdruf, die die städtischen Wohnungen verwaltet, gibt es für bestimmte Wohnanforderungen leider längere Wartelisten. Wer sich nicht detailliert mit der Materie beschäftigt, fragt sich vielleicht, warum unter diesen Umständen manche Wohnungen leer stehen und derzeit nicht neu belegt werden. Das hat in der Regel wirtschaftliche Gründe! In vielen Häusern der Stadt sind der Bestand an Wasser- und Abwasserleitungen und auch die Elektrik inzwischen so veraltet, dass frei gewordene Wohnungen vor einer Neuvermietung komplett saniert werden müssen. Bei einer leerstehenden Wohnung in einem Treppenaufgang kann dabei aber oft nicht nur die eine Wohnung betrachtet und saniert werden. Aus logistischen und wirtschaftlichen Gründen - damit die Mieten auf Grund der hohen Baukosten nicht zu stark steigen - muss in solchen Fällen regelmäßig der gesamte Leitungsbestand dieses Wohnungsaufgangs erneuert werden, was bei bewohnten Wohnungen nur schwer möglich ist. Es ist deshalb wirtschaftlicher ganze Treppenaufgänge oder auch ganze Häuser freizuziehen, um dann eine Komplexsanierung durchzuführen. So wird es nun auch mit dem Haus in der Strengestraße 15 passieren. Hierfür wurden inzwischen durch den Stadtrat die Planungsaufträge vergeben. Im kommenden Jahr soll die Sanierung starten. Nachdem nun die Transformation der Wärmeerzeugung des Heizhauses und die Sanierung und Erweiterung des Fernwärmenetzes - die ja maßgeblich durch das kleine Team der Stadtwirtschaft organisiert und begleitet wurde - in Kürze abgeschlossen wird, wird es perspektivisch wieder mehr personelle Ressourcen geben, um die Sanierung des Wohnungsbestandes der Stadt weiter voranzutreiben.

Wirtschaftliche Stagnation in Deutschland beeinflusst auch Einnahmesituation der Stadt Ohrdruf

Die seit Jahren anhaltende wirtschaftliche Schwäche in Deutschland macht naturgemäß auch um die Stadt Ohrdruf keinen Bogen. Größere Werksschließungen sind unserer Stadt aber zum Glück bisher erspart geblieben. An den stagnierenden Gewerbesteuereinnahmen bekommt die Stadt allerdings die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung zu spüren. Bei steigenden Kosten für Betrieb und Unterhaltung von Einrichtungen, für Personal reduzieren sich die Gelder, die für Investitionen in die Infrastruktur der Stadt zur Verfügung stehen, zumal auch das Bauen immer teurer wird. Diesen Spagat versuchen die Stadtverwaltung und die Stadträte während der Haushaltsaufstellung Jahr für Jahr aufs Neue hinzubekommen, Prioritäten zu setzen und durch Fördermittelakquise die Spielräume zu erweitern.

Um es noch einmal zu betonen: Ohrdruf ist nicht pleite, wie manche fälschlicherweise kolportieren! Ohrdruf ist finanziell im Vergleich zu vielen anderen Kommunen nach wie vor gut aufgestellt. Freiwillige Ausgaben für die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, die Bibliothek, die tollen Sportstätten, die Vereinsförderung, das Schloss und vieles andere mehr in Höhe von mehr als einer Million Euro zeugen davon, dass sich Ohrdruf einiges für das Miteinander in der Stadt leisten kann. Aber die stagnierenden Einnahmen bei steigenden Kosten verlangen auch Ohrdruf einiges ab!

Im laufenden Jahr sollen deshalb erst einmal einige große Baumaßnahmen abgeschlossen werden.

Große Investitionen auf der Zielgeraden

Die größte Investition auf der Zielgeraden ist dabei die bereits genannte Transformation der Wärmeerzeugung des Heizhauses und die Sanierung und Erweiterung des Fernwärmenetzes, die mit etwa 10 Millionen Euro Gesamtkosten zu Buche schlägt. Die Hälfte davon investierte die Thüringer Wärmeservice GmbH und die andere Hälfte mit Unterstützung der Europäischen Union die Stadt Ohrdruf selbst.

Mit dem Schwimmbad in Wölfis geht ein weiteres großes Projekt allmählich der Fertigstellung entgegen. Leider war es nicht zu schaffen, diese Schwimmbadsaison bereits mitzunehmen. Im Herbst wird das Bad aber fertiggestellt werden und in der kommenden Saison wird es feierlich eröffnet.

Nach mehreren Jahren Bauzeit geht auch die Sanierung des ehemaligen Gaststättengebäudes der Gemeindeschenke in Wölfis und der Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus, gefördert mit Mitteln aus der Dorferneuerung, in die Schlussphase. Dabei werden gleich noch Brandschutzauflagen für den Schenkssaal mit abgearbeitet, weshalb dieser derzeit nicht nutzbar ist. Dies war für den Ortsteil Wölfis ein wichtiges Ziel. Der schöne Saal wird aber auch von Schulen und Vereinen aus den anderen Ortsteilen gern genutzt.

In Ohrdruf konnte unterdessen am 10. Juni der mit finanzieller Unterstützung des Landes aufwändig sanierte Kunstrasenplatz seiner Bestimmung übergeben werden. Die Fertigstellung wurden von den zahlreichen Fußballmannschaften im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich sehnlichst erwartet. Dass eine Stadt wie Ohrdruf den Sportlerinnen und Sportlern so tolle Sportstätten zur Verfügung stellt und stellen kann, ist nicht selbstverständlich.

Der Bauhof der Stadt verfügt seit dem letzten Jahr über eine eigene Kompostierungsanlage, in der der Grünschnitt der städtischen Flächen kompostiert und in Mutterboden umgewandelt wird. Die dabei entstehende Abwärme wird mittels Wärmepumpe ausgekoppelt und zur Beheizung des Verwaltungsgebäudes und der Werkstätten der Stadtwirtschaft Ohrdruf genutzt. Diese Pilotanlage für Thüringen wurde mit 90 Prozent gefördert und hilft der Stadt zukünftig gleich an mehreren Stellen zu sparen - bei den Heizkosten für die Gebäude, bei den Entsorgungskosten für den Grünschnitt und bei den Kosten für den Kauf von Mutterboden. Am 12. August 2026, 16.00 Uhr erfolgt die feierliche Einweihung dieser Anlage. Interessierte Einwohnerinnen und Einwohner sind hierzu recht herzlich eingeladen.

Dass Wölfis neben Ohrdruf der hochwassergefährdetste Ort in der Stadt Ohrdruf ist, hat man erst am 14. Juli beim über Wölfis gezogenen Gewittersturm mit seinen Auswirkungen gesehen. Deshalb ist es gut und wichtig, dass derzeit gleich zwei Brücken über den Oberschillbach auf Vordermann gebracht und damit auch hochwasserfest gemacht werden - die bereits mehrere Jahre gesperrte Brücke zwischen der Steingasse und der Langgasse sowie mittels Dorferneuerungsfördermitteln die Steinbogenbrücke in der Bergstraße. Auch diese Bauwerke werden in diesem Jahr fertig gestellt.

In die Kindergärten der Stadt wurden in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro investiert. Vor kurzem fertig gestellt wurde die akustische und energetische Sanierung des Kindergartens Kleine Rasselbande mit einem Gesamtinvestitionsaufwand von ca. 600.000 Euro. Die Sanierung erfolgte Schritt für Schritt bei laufendem Betrieb. Gleichzeitig wurden die betroffenen Räumlichkeiten frisch gemalert. Schön ist es geworden!

Neue Investitionen werden in Gang gebracht

Fertigstellen ist das Eine aber auch neue Investitionen wurden und werden begonnen. Größte neue Investition der Stadt ist die bereits genannte Sanierung der Gebäude Löberstraße 12 bis 18.

In Crawinkel und Gräfenhain wurden zwischenzeitlich die Aufträge für die Sanierung des Spielplatzes in der Schulgasse und die Erweiterung des Spielplatzes in der Hauptstraße vergeben. Hier geht es in Kürze los.

In Ohrdruf, Gräfenhain und Crawinkel werden weitere Lampen auf LED umgestellt, was zukünftig Energie- und Unterhaltungskosten sparen hilft. Im Übrigen erfolgt derzeit eine Nummerierung sämtlicher Straßenlampen in der Stadt mit ihren Ortsteilen, damit Störmeldungen zukünftig genau adressiert werden können.

Das Dach des Funktionsgebäudes im Ohrdrufer Goldbergstadion muss erneuert werden. Die Ausschreibung dafür läuft.

Für den Tobiashammer konnte die Stadt in diesem Jahr 100.000 Euro Fördermittel vom Land einwerben. Die Stadt legt noch einmal 110.000 Euro darauf, um mit dem Gesamtbetrag den großen Schornstein sanieren und die nebenliegenden Gebäude statisch sichern kann.

Auf Grund einer großzügigen Spende ist es der Stadt möglich das Eingangstor des Ohrdrufer Friedhofes zu sanieren. Das ist der Grund für das derzeitige Fehlen des Tores.

Für den Radweg der den Herrenhöfer Weg mit dem Radweg in der Straße am Bahnhof in Ohrdruf verbinden soll, ist ein erster Förderbescheid des Landes eingegangen. Auch diese Baumaßnahme soll nun zügig auf den Weg gebracht werden.

Nachdem die Stadt die ehemalige Rettungswache der Johanniter in der Hohenkirchener Straße gekauft hat, werden nun die Tore sowie die Heizung für den kompletten Gebäudekomplex erneuert. Die Aufträge dafür wurden vergeben.

Nachdem die Planungen für die Erneuerung sowie die Neuerrichtung der Sirenen in Ohrdruf mit seinen Ortsteilen fertig gestellt waren, wurden nunmehr die Fördermittel für eine Umsetzung beantragt. Voraussichtlich kommendes Jahr erfolgt die Realisierung.

Wie man sieht, investiert die Stadt Ohrdruf auch in diesem Jahr wieder viel in die Gebäude, Ausstattung und Ausrüstung der Feuerwehr der Stadt. Höhepunkt dieser Investitionen wird die geplante Lieferung und Inbetriebnahme eines neuen Feuerwehrfahrzeuges vom Typ TLF 3000 für die Gräfenhainer Wehr sein, für das die Stadt insgesamt 520.000 Euro investiert.

Nachdem in den zurückliegenden Jahren viele Straßen grundhaft ausgebaut werden konnten, wird in diesem Jahr der Fokus auf der Sanierung von einigen Straßen und Straßenabschnitten liegen. So soll die Hohenlohestraße eine neue Bitumendecke bekommen. In der Hohenkirchener Straße, in der Bahnhofstraße vom Rathaus bis zur Anbindung Adolph-Schauder-Straße und in der Schrammstraße sollen Straßenausbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Stadt macht Druck beim Glasfaserausbau

Das Stocken des Glasfaserausbaus in der Kernstadt Ohrdruf und dadurch auch in den Ortsteilen Gräfenhain und Wölfis ist sehr ärgerlich. Die Stadt macht seit Monaten Druck auf den Ausbaupartner, die Glasfaser Plus GmbH, damit es endlich weitergeht. Im August 2026 soll nach deren Aussagen nun ein neuer Ausbaupartner verpflichtet werden. Hoffen wir mal, dass dies klappt!

Entwicklung in der Innenstadt

Die Schließung des Tegut-Ladens in der Ohrdrufer Innenstadt und des Penny-Marktes in der Goldberghalle Ende letzten Jahres waren für den Einzelhandel in Ohrdruf ein herber Schlag. Die Immobilien beider Läden gehören Privateigentümern, weshalb die Stadt zur Nachnutzung kaum Mitsprachemöglichkeiten hat. So war es nicht die erste Priorität der Stadt, dass in der Goldbergstraße nun ein weiteres Fitness-Studio entstanden ist. Aber wenn der Eigentümer der Immobilie entsprechende Verträge schließt, kann das die Stadt nicht verhindern.

Mit den Eigentümern der Immobilie des Tegut-Ladens steht die Stadt Ohrdruf in engem Kontakt, damit es hier eine möglichst gute Folgenutzung gibt. So hat die Stadt kürzlich die Einzelhandelskette „Tante Enso“ - der auch andere Tegut-Standorte übernommen hat - angeschrieben und für den Ohrdrufer Standort geworben. Mal sehen, ob sich daraus etwas ergibt.

Für die Poststation hat sich nach Schließung der Poststation mit Unterstützung der Stadt zum Glück eine gute und unmittelbare Nachfolgelösung gefunden. Darüber kann man nur froh und dankbar sein.

Und dass nach der Automatensprengung im letzten Jahr die VR Bank in Thüringen eG die Filiale in Ohrdruf im Februar dieses Jahres toll modernisiert wiedereröffnet wurde, gehört ebenfalls zu den guten Nachrichten für die Ohrdrufer Innenstadt.

Ausblick nach vorn

So, nun habe ich aber ausführlich über aktuelle Entwicklungen berichtet und es fehlt noch ein kleiner Ausblick nach vorn. Dazu gehört auch heute schon die Aufstellung des Haushaltes für 2027. Das Aufstellungsverfahren hat verwaltungsseitig längst begonnen. Im September gibt es die sogenannten Chefgespräche mit mir als Bürgermeister und möglichst im Oktober soll der Plan in den Stadtrat eingebracht werden.

Auch das Thema Windkraft im Umfeld von Ohrdruf wird den Stadtrat weiter beschäftigen, nachdem der 2. Sachliche „Teilplan Wind“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Mittelthüringen in Kürze in die zweite Anhörungsrunde gehen wird.

Nachdem die Dorferneuerung in Wölfis in diesem Jahr endet, soll nun versucht werden den Ortsteil Gräfenhain erstmals ins Dorferneuerungsprogramm zu bekommen. Dafür werden im Herbst die Weichen gestellt. Und, und, und …

Sie sehen, es wird es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und mir als Bürgermeister nicht langweilig!

Ich will mich bei allen, die diesen doch recht umfangreichen Artikel bis hierhin gelesen haben, für das Interesse bedanken. Auf Basis von Fakten lässt sich die Arbeit der Stadtverwaltung besser bewerten und es lässt sich sachlicher mitdiskutieren.

Ich bedanke mit bei allen, die sich im Ehrenamt aber auch im Hauptamt für unsere Stadt sowie ihre Vereine und Institutionen engagieren. Danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt für die geleistete Arbeit. Danke an die Mitglieder des Stadtrates und die sachkundigen Mitstreiter für das konstruktive und kritische Miteinander im Stadtrat und die gute Zusammenarbeit. Und danke an alle, die mir als Bürgermeister mit Rat und Tat aber auch mit kritischen Hinweisen zur Seite stehen.

Ich wünsche allen noch eine schöne weitere Sommerzeit! Bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister

Stefan Schambach