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Thüringer Waldbote
Ausgabe 5/2026
Aus der Stadt Ohrdruf
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Einweihung des 2. Erinnerungspunktes vom „Pfad des Gedenkens“ an der Muna

Gestern Nachmittag wurde an der Muna Crawinkel der zweite Standort des Projekts „Pfad des Gedenkens“ feierlich eröffnet - ein starkes Zeichen lebendiger Erinnerungskultur, getragen von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Gleichense Ohrdruf. Vor zahlreichen Gästen, darunter Landrat Onno Eckert, Ohrdrufs Bürgermeister Stefan Schambach, Holger Obbarius (Gedenkstätte Buchenwald), Dr. Christoph Mauny (Weimarer Mal- und Zeichenschule), Klaus-Peter Schambach (Initiator Infopunkt an der Muna) und Georg Ribienski (Jonastalverein), präsentierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin und Projektleiterin Saskia Benger-Neumann ihre Kunstwerke. Vor Ort entstanden u. a. ausdrucksstarke Betonskulpturen sowie Tonreliefs, die die Schicksale ehemaliger Häftlinge des Außenlagers S III, ein Konzentrationslager der Nationalsozialisten, das 1944 als Außenstelle des KZ Buchenwald in der Region um Ohrdruf errichtet wurde, künstlerisch sichtbar machen und ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Der „Pfad des Gedenkens“ ist eine Initiative des Gymnasiums Gleichense in Zusammenarbeit mit Dr. Christoph Mauny („Erinnerungslücke KZ Ohrdruf“) und den Arolsen Archives. Als wachsendes Denkmal wird das Projekt jedes Jahr von den 9. Klassen erweitert. Nach dem ersten Erinnerungsort auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf, entstand nun der zweite an der sogenannten Muna - ein ehemaliges Munitionsgelände zwischen Crawinkel, Wölfis und Ohrdruf, das Anfang 1945 als „Lager C“ des KZ`s S III genutzt wurde. Tausende Häftlinge litten hier unter unmenschlichen Bedingungen - viele überlebten nicht.

Die Stadt Ohrdruf unterstützt dieses wichtige Projekt ausdrücklich, weil es jungen Menschen einen aktiven Zugang zum dunkelsten Kapitel unserer lokalen Geschichte ermöglicht und Räume des würdevollen Gedenkens schafft. Ein herzlicher Dank gilt neben den Engagierten des Gymnasiums und ihren Unterstützern, auch unserem städtischen Bauhof - insbesondere Matthias Wolf, Oliver Wachs und Uwe Rieß - für die tatkräftige Hilfe bei der Umsetzung und Installation des Projekts vor Ort.