Mit einer Auftaktveranstaltung für die Vertreter der Mitgliedsgemeinden am 28.06.2022 begannen die Vorbereitungen und die Umsetzung des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus durch die Unsere Grüne Glasfaser (UGG). Der anfänglichen Euphorie über den schnellen Ausbau wich zwischenzeitlich die Realität der zum Teil schwierigen Umsetzung während der Bauphase. Nur durch eine aktive und intensive Baubegleitung durch die Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg sowie die Unterstützung der Bürgermeister vor Ort konnte dieses Großprojekt gemeinsam in zwölf Mitgliedsgemeinden erfolgreich umgesetzt werden.
In den Gemeinden Döbritz, Nimritz, Solkwitz, Grobengereuth, Quaschwitz, Weira, Lausnitz bei Neustadt an der Orla und Oberoppurg wurden die Abnahmen der öffentlichen Baulasten vorgenommen. Mängel, die innerhalb der Gewährleistungsfrist auftreten, werden erfasst und die UGG mit deren Beseitigung beauftragt. Teilabnahmen erfolgten in der Gemeinde Oppurg mit den Ortsteilen Kolba und Rehmen. Noch keine Abnahmen erfolgten in den Gemeinden Bodelwitz und Gertewitz. Die Glasfasernetze sind in allen genannten Mitgliedsgemeinden abschließend verlegt.
In intensiver Zusammenarbeit zwischen den Bürgermeistern und der Bauverwaltung der VG Oppurg wird daran gearbeitet, Mängel oder Schäden im öffentlichen Bereich zu erfassen, mit dem Ziel, diese in Vorbereitung auf eine Abnahme durch die UGG beseitigen zu lassen beziehungsweise im Rahmen der Gewährleistung zu beheben.
In den elf genannten Gemeinden ist der Glasfaserausbau durch die Verlegung der Leerrohrtrassen erfolgt und das Glasfasernetz aktiv. Bisher nicht angeschlossene Hausanschlüsse sind laut UGG vorbereitet, sodass vor jedem Haus ein Leerrohr verlegt wurde. Das weitere Verfahren zum Erhalt eines Anschlusses wird nicht durch die Verwaltung begleitet, da es sich um private Hausanschlüsse und Verträge zwischen Hauseigentümern und Netzanbietern handelt.
In Wernburg wurde im Unterdorf bis zum Fuchsholz das Leerrohrnetz ausgebaut. Die realisierten Hausanschlüsse können bereits Glasfaserleistungen nutzen. Wenige Hausanschlüsse in der Raniser Straße wurden bislang noch nicht hergestellt. Im Oberdorf endeten die Leerrohrverlegungen abrupt; eine Wiederaufnahme der Baumaßnahme erfolgte bisher nicht. Langwierige Versuche, eine Lösung für das Oberdorf zu erreichen, blieben bislang ergebnislos. Die Bauverwaltung der VG Oppurg wird weiterhin aktiv an einer Lösung arbeiten, um den gesamten Ort mit Glasfaser zu versorgen.
Durch Hinweise von Einwohnern der Gemeinde Langenorla wurde bekannt, dass der Internetanbieter O2 informiert hat, dass kein Glasfaserausbau in der Gemeinde durchgeführt wird. Eine offizielle Information durch die UGG wurde der Bauverwaltung der VG Oppurg hierzu nicht übermittelt, ist jedoch auf der Internetseite der UGG nachzulesen. Aus Sicht der VG Oppurg ist diese Entwicklung sehr bedauerlich, da umfangreiche Vorarbeiten für den Ausbau in der Gemeinde Langenorla durch die Firma UGG und deren Auftragnehmer in Abstimmung mit der Bauverwaltung der VG Oppurg erfolgt sind. Nach einem langen Abstimmungsprozess wurde ein Standort für den POP am Sportplatz Kleindembach ermittelt. Nach Einholung aller Genehmigungen durch die UGG führten jedoch Stromanschlusskosten von deutlich mehr als 100.000 Euro seitens des Stromanbieters zur Beendigung des Projektes an diesem Standort. Anschließend reagierte der Projektierer durch Umplanungen auf verschiedene Wünsche der Gemeinde und schlug neue Lösungen durch Mini-POP-Standorte vor. Zu einer Realisierung kam es nach einem langen Abstimmungsprozess mit der Gemeinde letztlich jedoch nicht. Zuletzt wurden Trassenkabel zwischen Pößneck und Kleindembach sowie zwischen Kleindembach und Langendembach verlegt. Zu einer Umsetzung der Baumaßnahmen innerhalb der Ortschaften sowie der Installation der Mini-POP-Anlagen kam es jedoch nicht. Das zuständige Bauunternehmen begründete den Nichtausbau der Gemeinde Langenorla mit den umfangreichen und kostenintensiven Vorplanungen ohne Aussicht auf Zustimmung der Gemeinde. Eine schriftliche Stellungnahme liegt der Bauverwaltung der VG Oppurg hierzu nicht vor. Die Bauverwaltung der VG Oppurg verfolgt weiterhin das Ziel, auch in der Gemeinde Langenorla und ihren Ortsteilen Glasfaseranschlüsse zu realisieren. Durch die Verwaltungsgemeinschaft Oppurg wurden erste Gespräche mit der Telekom aufgenommen, um eine Marktanalyse vorzunehmen. Die Thüringer Glasfasergesellschaft (TGG) wird aktiv in die Planung eines geförderten Ausbaus einbezogen. Zudem erfolgen über den Breitbandkoordinator des Landkreises weitere Abstimmungen, um den Glasfaserausbau in der Gemeinde Langenorla künftig umzusetzen. Darüber hinaus wird angestrebt, Hausanschlüsse außerhalb der Ortslagen in allen Mitgliedgemeinden, die vom Bauträger als unwirtschaftlich betrachtet wurden, über die TGG in einen geförderten Ausbau zu integrieren. Ziel ist es, perspektivisch alle Hausanschlüsse in den Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Die Bauverwaltung der VG Oppurg wird sich auch weiterhin mit Nachdruck für die noch nicht erschlossene Gemeinde Langenorla und ihre Ortsteile einsetzen, um gemeinsam mit allen Beteiligten eine langfristige und zukunftsfähige Lösung für den Glasfaserausbau zu erreichen.
Allen Bürgermeistern und Gemeinderäten sowie den Mitarbeitern der Bauverwaltung gilt großer Dank für die unzähligen Stunden der Abstimmung mit den Projektverantwortlichen der UGG, bei Bauberatungen und Vor-Ort-Terminen, bei Abnahmen und der Mängelbeseitigung sowie für den umfangreichen Einsatz zur erfolgreichen Umsetzung dieses Projektes. Der Glasfaserausbau ist eine der größten Baumaßnahmen, die in unseren Gemeinden durchgeführt wurde. Dass nun zwölf Mitgliedsgemeinden von schnellem Internet profitieren, ist ein großer Erfolg aller Beteiligten.
L. Böhme
Gemeinschaftsvorsitzender