Wie auch in anderen Städten und Dörfern traf man sich in Orlamünde in der Vorweihnachtszeit in den langen dunklen Nächten öfter als sonst. Jeder Ort in der Umgebung hatte eine andere Variante des Zusammentreffens in der Adventszeit für sich gefunden.
In Orlamünde wurden zum 4. Mal gemeinsam schön geschmückte Fenster, Vorgärten, Hauseingänge und ganze Häuser bestaunt, die im Lichterglanz in der Vorweihnachtszeit erstrahlten. Man lief gemeinsam durch Straßen, hielt an besonders schön geschmückten Häusern oder in Höfen inne, sang zusammen und erwärmte sich an Glühwein oder anderen warmen Getränken. Man traf sich an vier Dienstagen und die Anwohner der ausgewählten Straßen waren unaufgefordert bestens darauf vorbereitet und erwarteten oft mit Überraschungen den Pulk von 40 bis 60 Menschen. So gab es u.a. in der Burgstraße Erklärungen zu den einstigen Bewohnern und Geschäften in den Häusern, einen extra Ausschank von Glühwein wie auch auf einem Hof am Markt mit der Idylle vom alten Kloster im Blick. Eigene Gedichte fürs Fensterglotzen wurden in einem Garten in der Rudolstädter Straße vorgetragen und auf dem Hausberg konnte man schönen Weihnachtsliedern auf einer Drehorgel lauschen. Nach ca. einer Stunde traf man sich an einem Tisch, für den jeder etwas mitgebracht hatte von Plätzchen über selbst gebackenes Brot, kleine leckere Schnittchen oder andere „Leckerlis für Menschen“. Aber das war noch nicht alles. Das sich eigens für diese Anlässe gegründete Bläserquintett erwartete alle mit weihnachtlicher Musik zum Mitsingen. Die Texte hierfür waren bestens vorbereitet für alle. Das gemeinsame Singen unterbrachen die Musiker selbst durch eine atemberaubende Gesangseinlage, die vielen von uns Gänsehaut bescherte. Es waren wieder besinnliche Abende mit interessanten Gesprächen und Gesang, der die Gemeinschaft des Ortes, jedenfalls für diese Zeit, näher zusammenbrachte. Die Idee des „Fensterglotzens“, die 2021 geboren wurde, hatte auch 2025 wieder einmal Gutes bewirkt.
Danken müssen wir uns allen, die abermals oder auch zum ersten Mal dabei waren. Ganz besonderer Dank geht aber an die fünf musizierenden (Weihnachts)männer (Mike Gruner, Ulf Nattermüller, Wolfgang und Jürgen Perkuhn, Uwe Zander), die ihr musikalisches Können für uns alle zum Genuss und zur Freude darboten. Sie hatten extra für diese Abende unter der Leitung von Wolfgang Perkuhn eifrig mit ihren Instrumenten geübt und sogar noch fleißig getextet für Adelheid, die einen Weihnachtsmann schenken sollte.
Der Abschluss bei Familie Perkuhn am Ende der oberen Stadt, der nur durch liebevoll angebrachte Lichterketten und Knicklichter in der Dunkelheit gefunden werden konnte, brachte auch noch eine Überraschung durch einen kleinen eigens hierfür gegründeten Frauenchor mit Texten für diesen Abend. Er war ein wundervoller Ausklang und eine großartige Einstimmung auf ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest für uns alle.
Ute Leonhardt
Weihnacht unter Nachbarn
In unserem kleinen Nest leuchtet hell der Kerzenschein,
die Straßen glitzern, laden zum Verweilen ein.
Wir hören Kinderlachen, riechen Tannenduft im Wind,
und spüren, wie wir alle ein Stück zusammen sind.
Die Türen stehen offen, ein Lächeln hier und dort,
ein frohes Wort, ein kleines Stück vom heimischen Komfort.
Plätzchen teilen wir, Geschichten werden erzählt,
die Wärme dieser Zeit hat unser Herz geheilt.
So wünsch‘ ich allen Nachbarn, nah und auch fern,
ein frohes Fest, Zufriedenheit - ein glückliches Jahr so gern.
Mögen Freundschaft und Frieden in unseren Straßen wohnen,
und in unseren Herzen stets Freude sich belohnen.
Weihnachtliches Fensterglotzen
Im ganzen Ort funkeln die Fenster hell im Kerzenschein,
ein kleiner Ort erstrahlt im festlichen Verein.
Jedes Haus, so bunt geschmückt und fein,
lädt uns ein, für einen Moment fröhlich zu sein.
Durch jedes Fenster blitzt ein Licht,
ein Lächeln, ein Gruß - so weihnachtlich und schlicht.
Wir hören das Lachen, wir spüren die Zeit
die Gemeinschaft verbindet uns weit und breit.
So wünschen wir allen im kleinen Ort hier,
Frieden, Freude, Glück und warmes Miteinander - WIR!
Mögen die Tage hell und voller Liebe sein,
und die Sterne am Himmel stets bei euch bleiben, klein und fein.
Die Gedichte sind von Nicole L‘Orange