In luftiger Höhe montieren die Arbeiter von in den Leitungen eingehängten Wagen aus die Abstandshalter für die in Viererbündeln angeordneten Leiterseile. Foto © 50Hertz
Für das Einbringen des Schutznetzes für die Montage der Leiterseile wurde die Autobahn am 27. September für eine Viertelstunde in beiden Richtungen voll gesperrt. Foto © 50Hertz
Arbeiter montieren die Flugwarnkugeln über der A9 zwischen Pörmitz und Neundorf. Sie sorgen für eine bessere Sichtbarkeit der Leitung, um Rettungshubschrauber bei einem notwendigen Einsatz auf der Autobahn zu warnen. Foto © 50Hertz
Foto: Mario Streit Innerhalb von nur zwei Monaten wurde die Gashochdruckleitung der TEN bei Chursdorf auf einer Länge von 650 Metern ausgetauscht.
Der Neubau der 380-KV Hochspannungsleitung ist auf dem Gebiet der VG Seenplatte nahezu fertig. Die Masten stehen, die Seile sind gezogen und die Plattenwege auf den Wiesen und Feldern sind zurückgebaut. Wie Jan Rössel von der Betreiberfirma 50herz mitteilt, läuft alles nach Plan. Das Ziel ist die Inbetriebnahme der 107 Kilometer langen Trasse von Röhrsdorf bei Chemnitz über Weida nach Remptendorf in 2025. Immerhin auf einer Länge von 12,7 km quert die Leitung die Gebiete der Gemeinden Tegau, Göschitz, Löhma, Oettersdorf, Pörmitz, Neundorf und Görkwitz. Dieser Bereich gehört zum ersten Bauabschnitt zwischen Weida und Remptendorf, der bereits im März 2024 in Betrieb gehen soll. Unmittelbar danach beginnt der Rückbau der alten Trasse.
Bereits seit Beginn der umfangreichen Planungen vor sieben Jahren konnte der Zeitrahmen gehalten werden, was auch an der transparenten Öffentlichkeitsarbeit von 50hertz lag. Nicht alle Einwände oder Änderungsvorschläge fanden Berücksichtigung, wie die seitens der Gemeinde Pörmitz vorgebrachte Ablehnung der das Landschaftsbild störenden Einebenenmaste oder auch die von Görkwitzer und Mönchgrüner Waldbesitzern geäußerten Wünsche zur Trassenänderung.
Befürchtungen, die Arbeiten an der Trasse könnten größere Kollateralschäden herbeiführen, bewahrheiteten sich bisher nicht. Kleinere Mängel an Banketten und wassergebundenen Oberflächen wurden aufgenommen und teilweise bereits beseitigt. Und wie schon beim Autobahnbau war Pörmitz so etwas wie ein Epizentrum in unserem Bereich. Durch den kleinen Ort erfolgten zahlreiche Transporte. Nach anfänglichen Problemen mit Staub verursachenden Fahrbahnverunreinigungen kehrte schnell Ruhe ein. Apropos Pörmitz, mit dem Unternehmen von Eric Weber gehört auch eine hiesige Firma zu den Nachunternehmern im Bereich Erd- und Wegebau. Insgesamt kann den beiden Auftragnehmern Cteam Consulting & Anlagenbau GmbH und SPIE SAG GmbH ein konfliktfreies Arbeiten bescheinigt werden. Großer Respekt gebührt vor allem den Monteuren, die Wind und Wetter nicht scheuten und ihren Job in luftigen Höhen von über 40 Metern erledigten.
Auch an der Gastrasse wurde gearbeitet. Nicht an der Ferngastrasse EGL 442, die bereits im vergangenen Jahr fertig war, sondern an der 200er Hochdruckleitung, welche an der Gasdruckregelanlage Chursdorf auf die Ferngasleistung aufbindet und nach Süden verläuft, unter anderem auch Tegau, Oettersdorf und Schleiz versorgt.
Die TEN stellte als Betreiber im Jahre 2020 im Ergebnis von Messungen fest, dass dringender Handlungsbedarf für den Austausch der alten Leitung besteht. Dabei war es erforderlich, parallel zur alten eine neue Leitung auf 650 Metern Länge bis zur Ortsverbindung Chursdorf-Krölpa zu verlegen. Der Bauablauf war straff durchorganisiert. Alle wesentlichen Leistungen, einschließlich einer Bach-, sowie Straßenquerung waren nach gutem Zusammenspiel der Firmen EFM (Erdbau) und WEA (Montage) innerhalb von zwei Monaten erledigt. Bereits im November war Druck auf der neuen Leitung, die alte außer Betrieb. Das verschlissene alte Rohr soll spätestens bis 2025 entfernt werden.
Mario Streit