Die schadhaften Stellen wurden großflächig mittels Fertiger mit einer bituminösen Deckschicht überbaut.
Chursdorf/Moßbach. In der zweiten Septemberwoche war die Ortsverbindung Moßbach-Chursdorf voll gesperrt. Der Grund: Straßenbauarbeiten. Straßenbauarbeiten? Seitens einiger Bürger wurde bei Bürgermeistern und der Verwaltung nachgefragt, was da los sei und warum denn an einer relativ neuen Straße wieder umfangreich gebaut wird und ob sich das denn die Gemeinden auch leisten können.
Die Antwort: die Bauleistungen kosten den Gemeinden keinen Cent, weil es sich hier um die Erledigung von Garantieforderungen handelt. Wurde die Straße im Oktober 2013 noch ohne sichtbare Mängel ihrer Bestimmung übergeben, so mussten im Rahmen einer Begehung kurz vor Ablauf der fünfjährigen Gewährleistungsfrist zahlreiche Mängel festgestellt werden. Dabei gab es insbesondere im Bereich von Ausweichstellen und Kurven Risse, deren Herkunft zunächst nicht eindeutig bestimmt werden konnte. Die Baufirma wurde daraufhin aufgefordert, die Mängel fachgerecht zu beseitigen. In der Folge wurden mehrfach Versuche unternommen, die Schäden mittels Rissesanierung und Aufbringen verschiedener Schlämmen zu beseitigen, jedoch vergebens. Als sich dann Anfang 2023 das erste Schlagloch auftat, konnten eindeutige Schlüsse zur Schadensursache getroffen werden. Die Überdeckung des zwischen Asphalttrag- und Deckschicht eingebauten Armierungsgitters betrug nur 1,5 bis 2 Zentimeter, notwendig waren vier Zentimeter. Aufgrund der zu geringen Überdeckung kam es schließlich zur Rissbildung und zum Aufbrechen der Oberfläche.
Im Rahmen der jetzt durchgeführten Sanierungsarbeiten wurden die 2018 festgestellten Schadstellen teils großflächig angefräst und mittels einer bituminösen Deckschicht überbaut. Darüber hinaus erfolgten punktuell Rissesanierungen. Mittelfristig planen die Gemeinden, wie in der Regel ab zehn Jahren nach Herstellung üblich, eine Erhaltungsmaßnahme in Form einer bituminösen Oberflächenbehandlung. Aufgrund der unterschiedlichen Längenanteile muss dabei die Gemeinde Dittersdorf für den Chursdorfer Abschnitt 80 Prozent der Leistungen übernehmen.
Mario Streit