Am 07.09.2024 feierten fast 200 Volkmannsdorfer Bürger und ehemalige Volkmannsdorfer das 50- jährige Bestehen des Kulturhauses.
In der Zeit vom 29.12.1973 bis 07.09.1974 wurde unser Kulturhaus in Rekordbauzeit von den Einwohnern mit Unterstützung der ortsansässigen Handwerker, Betriebe und der LPG erbaut. Am Samstag, dem 12.10.2074, wurde diese feierlich zu Ehren des 25. Jahrestages der Gründung der DDR eingeweiht. Vieles war in dieser Zeit schwierig, eine besondere Herausforderung war das fehlende Baumaterial. So manches Problem wurde aber einfach und pragmatisch von der Bauleitung und den Volkmannsdorfern gelöst.
Trotz am Anfang fehlender Bauzeichnungen und noch nicht abgesicherte Finanzierung begannen die Einwohnerrinnen und Einwohner mit dem Bau. Besonders beeindruckend, dass durch die Volkmannsdorfer ehrenamtlich 11.911 Arbeitsstunden beim Bau geleistet wurden, unvorstellbar in der heutigen Zeit. Die aus zwei Rentnern bestehende Maurerbrigade war zusammen 150 Jahre alt.
Erst unter Leitung des Dorfclubs und später durch Kulturhausleiter und Pächter war das Kulturhaus über viele Jahrzehnte eine Erfolgsgeschichte und war weit über die Kreisgrenze als der Veranstaltungsort und Treffpunkt bekannt. Die Festveranstaltungen des Schleizer Handwerkerkerfaschings fanden viele Jahre hier statt. Bekannte Bands, wie Andreas-Lorenz-Band, Ferrys, Studie 64, Rhythmiks, Leuna II, SID, Silly mit Tamara Danz, Stefan Distelman, Gipsy, Zack-Set, Knorkator, Kings Lake u.v.a. traten in Volkmannsdorf auf.
Besonders in der Zeit von Carola und Reinhold Wagner war das Kulturhaus der Wochenendtreffpunkt vieler Jugendlichen von nah und fern.
Auch wenn in Volkmannsdorf in dieser Zeit an den Samstagen die Straßen zugeparkt waren und laute Musik bis 3.00 Uhr morgens durch das Dorf schallte, standen die Einwohner zu ihrem Kulturhaus.
Mit Beendigung des letzten Pachtverhältnisses übernahm wieder die Gemeinde die Trägerschaft und unser Pfingst- und Kulturverein die Betreuung des Kulturhauses und kümmerten sich um dessen Erhalt.
Nach jetzt 50 Jahren sind natürlich so manche Umbau,- Instandsetzungsmaßnahmen und Renovierungsarbeiten notwendig um das Gebäude zu sichern bzw. die Voraussetzungen für eine zukünftige Nutzung zu schaffen.
So wurden 2023 die Küche komplett erneuert, eine neue Küchenzeile und eine moderne Spülstrecke eingebaut.
In diesem Jahr wurden die WC-Anlagen komplett umgestaltet und saniert, inkl. eines WC für behinderte, ältere und körperlich eingeschränkte Menschen.
Im September/Oktober 2024 werden die 50 Jahre alten Fenster und Türen, durch neue wärmedämmende ersetzt.
Auch wollen wir noch in diesem Jahr die genauso alte Saalbeleuchtung durch energiesparende LED Paneele austauschen.
Sowohl bei den Fenstern/Türen und der Beleuchtung wurden Fördermittel durch die Thüringer Aufbaubank bereitgestellt.
Aber auch in den nächsten Jahren ist noch viel im und am Kulturhaus zu tun. Die Heizung muss entsprechend dem Nutzungskonzept erneuert werden. Der Umbau und Renovierung des Bar Raumes, des Bühnenbereiches, sowie weiterer Nebenräume ist für nächsten Jahre vorgesehen. Das Kellergeschoss mit Kegelbahn ist eine besondere Herausforderung.
Der Gemeinderat hat 2023 beschlossen das Kulturhaus nicht wieder extern zu verpachten, sondern als Treffpunkt für die Einwohnerrinnen und Einwohner aber auch Interessierten aus anderen Orten zu entwickeln. Hauptschwerpunkte im Betreiberkonzept sind:
| • | Durchführung von Veranstaltungen, Versammlungen, Weiterbildungen usw., welche von der Gemeinde und den örtlichen Vereinen u. a. organisiert werden. |
| • | Vermietung der Räumlichkeiten an Privatpersonen, Betriebe und Institutionen zum Ausrichten von Feiern, Veranstaltungen, Weiterbildung, sportlichen Aktivitäten, Vorträgen usw. |
Das Kulturhaus soll zukünftig ein Ort sein, welcher die Menschen wieder zusammen bringt, den Gemeinschaftsgeist fördert, Spaß und Freude vermittelt und das Zentrum des dörflichen Lebens ist.
Die Gemeinde und der Pfingst- und Kulturverein können die weitere Sanierung, Gestaltung und Entwicklung des Kulturhauses nicht alleine bewältigen und alles, was bis jetzt gemacht wurde und was noch umgesetzt werden soll, kostet auch eine Menge Geld.
Neben Unterstützung von staatlichen Stellen und Bereitstellung von Fördermitteln braucht es besonders wieder die Hilfe und das freiwillige, ehrenamtliche Engagement aller Einwohnerrinnen und Einwohner. Vieles davon ging in den Jahren nach der Wende verloren. Wir Volkmannsdorfer können hier trotzdem wieder auf ein solides Fundament aufbauen. Schon jetzt setzen sich viele Bürgerinnen und Bürger bei den sogenannten NAW-Einsätzen u. a. ehrenamtlich ein. Ansatzpunkte und Arbeiten gibt es sicherlich genug in jeder Gemeinde.
Was möglich ist, haben uns ja die Erbauer des Kulturhauses vorgemacht.
Wir Volkmannsdorfer sind stolz auf unser Kulturhaus und wir freuen uns auf viele schöne Veranstaltungen welche in den nächsten Jahren dort stattfinden werden.
Joachim Kliche
Bürgermeister