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Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte
Ausgabe 11/2023
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Mitarbeiter der Firma Oehler bei der Wiederherstellung des Natursteinmauerwerks

Im Oktober präsentierte sich die Mauer wieder in alter Schönheit

Entscheidung für eine Sanierung spart der Gemeinde erhebliche Kosten

In die Jahre gekommene Teichmauern sind ein sensibles Thema. Ist die Standfestigkeit gefährdet und ein Neubau notwendig, kann es richtig teuer werden. Wird zudem ein Planer benötigt, braucht der zunächst ein Baugrundgutachten. Das Ergebnis endet bei den Beteiligten meist in langen Gesichtern. Umfangreiche Gründungen werden erforderlich, mit viel Stahlbeton, der schließlich auch in den Wänden eingebaut wird. Bei einer 50 Meter langen Mauer ist man da ganz schnell im sechsstelligen Eurobereich.

Für Bürgermeister Lutz Heidrich war das alles von Anfang an kein Thema. Nicht nur weil der kleinen Gemeinde einfach das Geld fehlt, auch weil er überzeugt davon ist, dass unsere Vorfahren auch ohne DIN-Vorschriften und komplizierte Berechnungen genau wussten, wie eine Mauer zu gründen ist.

Anlass für Sorge beim Neundorfer Teich waren vor allem zahlreiche lockere und im Bereich der oberen Schichten herausgelöste Natursteine. Zudem bestand der Verdacht, dass dadurch irgendwo ein Leck sein könnte, aus dem Wasser austritt. Geplant war deshalb, die Mauer auf der Landseite freizulegen, dahinter eine durchgehende Betonschale, die für ein dichtes Bauwerk sorgt, einzubauen und die lockeren Natursteine neu zu setzen. Darüber hinaus war der Teichablauf zu verlegen, weil dieser bisher über ein Privatgrundstück verlief.

Aufgrund der insgesamt überschaubaren Leistungen, bereitete die Bauverwaltung eine beschränkte Ausschreibung vor, in deren Ergebnis die Schleizer Firma Oehler den Zuschlag erhielt. Bereits nach Ablassen des Teiches konnte aufgeatmet werden, war doch zu erkennen, dass die Gründung noch völlig intakt ist. Die gesamte Wandfläche stellte sich als sehr solide, eben und ohne Verformungen, die auf Probleme mit der Standfestigkeit hinweisen, dar. Deutlich erkennbar allerdings zahlreiche ausgewaschene Fugen. Nach einer gründlichen Reinigung ging es zunächst an die Sanierung der Fugen unter dem Wasserspiegel. Die oberen, lockeren Schichten der Mauer wurden abgetragen, neu gesetzt und mit Beton hinterfüllt. Durch den Einbau von Tiefborden hinter den Natursteinen erhielt die Mauer ein einheitliches Bild. Auf die eingangs erwähnte Betonschale konnte verzichtet werden, da durch die Erneuerungsarbeiten Dichtheitsprobleme durch die Mauer ausgeschlossen werden können. Im Zuge der Mauersanierung wurde ein weiteres wachsendes Problem beseitigt. Drei große Pappeln auf der Westseite des Dammes, deren Wurzelwerk teilweise die Mauer verdrängte, wurden gefällt, die Wurzelstöcke beseitigt und der Damm ordnungsgemäß wiederhergestellt. Die Ausgaben der Gemeinde hielten sich in Grenzen. Mit Baukosten in Höhe von 25 Tausend Euro kann das Aufwand-Nutzen-Verhältnis als durchaus positiv bewertet werden.

Bis auf ein paar kleinere noch notwendige Schönheitsreparaturen an der Nordseite, präsentiert sich der Teich jetzt fast wieder in alter Schönheit. Fast, denn das Wichtigste fehlt noch: das Wasser. Da es keinen natürlichen Zulauf gibt, ist die Gemeinde auf darüber liegende Teiche angewiesen und natürlich den Himmel. Der muss es, wie schon immer in der Geschichte des Teiches, richten!

Mario Streit