Noch bevor mit dem Gehweg begonnen werden konnte, mussten Kanäle und Elektrokabel im Untergrund verlegt werden, wie hier im August.
In den Bauberatungen gab es zahlreiche Probleme zu diskutieren und zu lösen. Hier im Bild (v.r.) Jörg Brunzel (ZWOS), Dagmar Seidler (Bürgermeisterin), Dirk Büttner (Ingenieurbüro Bechert), Michele Göppner und Frank Brendel (Schwall+Mayer).
Nach der Abnahme am 18. Dezember bedankten sich im Rahmen einer kleinen Veranstaltung Dagmar Seidler und Frank Brendel bei den Anwohnern für deren Verständnis und Mitwirken.
Plothen. Es war ein wenig wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“, das jährliche Warten auf die Fördermittel. Fünf Jahre lang Anmeldung, Beantragung und … Warten auf die Absage. Bürokratie, die nicht immer Spaß macht! Anfang Juli 2025 dann endlich aufatmen, als der Zuwendungsbescheid im Briefkasten der Gemeinde lag. Eigentlich hätte der Weg längst fertig sein sollen. Da im Jahr 2019 bereits die Stützmauer am Dorfteich mit integriertem Gehweg gebaut wurde, bestand die Möglichkeit, das Vorhaben als Erweiterungsmaßnahme gleich fortzusetzen. Doch der Zweckverband Wasser/Abwasser (ZWOS) meldete sich mit der Absicht, gleich neue Abwasserleitungen mit zu verlegen, Gelder dafür waren jedoch kurzfristig nicht verfügbar. Dadurch entstand ein entscheidender Bruch im Ablauf. Die Folge war nicht nur die jahrelange lähmende Bürokratie. Viel schwerer wogen die höheren Baukosten. Gerade in den fünf „Wartejahren“ kam es bekannterweise zu einer regelrechten Preisexplosion in der Baubranche. Der sehr späten Bescheidung des Zuschusses geschuldet, konnte zudem erst Mitte Juli ausgeschrieben werden, zu einem Zeitpunkt, bei dem viele Firmen ihre Auftragsbücher bereits gefüllt hatten. So gaben im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung schließlich nur zwei Firmen Angebote ab. Die Kosten für die Gemeinde haben sich durch diese Situation nahezu verdoppelt. Am Ende musste die Gemeinde 40.000 € Eigenmittel für den 220 Meter langen Weg aufwenden. Die Gesamtkosten für den Gehweg inklusive neuer Beleuchtung beliefen sich auf 260.000 €. Neben der Gemeinde investierte der ZWOS für Mischwasserleitungen und Erneuerung von Trinkwasserhausanschlüssen 154.000 € und die TEN Thüringer Energienetze für die Erdverkabelung 30.000 €. Erfreulicherweise konnten in diesem Zusammenhang im Auftrag der Thüringer Netkom gleich die Rohrsysteme für die Glasfaserversorgung mitverlegt werden. Bis auf wenige Abstimmungsschwierigkeiten im Zusammenhang mit der Kabelverlegung war die Koordinierung zwischen den verschiedenen Auftraggebern, der bauausführenden Firma Schwall + Mayer und auch dem betreuenden Ingenieurbüro Bechert aus Gräfenwarth konfliktfrei. In die Karten spielte allen Beteiligten aber auch das Wetter, das kaum Unterbrechungen im Bauablauf verursachte und letztlich entscheidend für die Fertigstellung noch vor dem Winter war. Gefreut hat dies auch die Anwohner und den Durchgangsverkehr, da der Baustellenbereich drei Monate voll gesperrt war. Zur Abnahme am 18. Dezember konnte den Bauleuten eine gute Leistung bescheinigt werden. Bis auf ein paar kleinere Restleistungen waren keine Mängel zu verzeichnen. Als Dank für das Verständnis und das gute Mitwirken gab es im Anschluss für die betroffenen Anwohner Glühwein, einen kleinen Imbiss und lobende Worte seitens des Geschäftsführers der Baufirma, Frank Brendel.
Das Jahr 2026 wird erneut ein Wartejahr für die Plothener in Sachen Investitionen. Da die Förderung der geplanten und bereits fertig projektierten Bushaltestelle zunächst abgelehnt wurde, muss erneut Anlauf genommen werden. Frühester Baubeginn wäre dann 2027. Auch der Gehwegausbau soll weiter fortgesetzt werden. Diesmal in östliche Richtung. Gut 300 Meter sind hier zu bauen. Geht es nach der Gemeinde, könnte gleich losgelegt werden, allerdings muss hier erst geplant werden. Und möglicherweise wieder länger gewartet werden. Auf Fördermittel, ohne die eine Finanzierung nicht möglich ist.
Text: Mario Streit