Anfang dieses Jahres erfuhren wir mit großer Überraschung, dass unsere 1. Klasse als eine von über 260 Schulklassen aus ganz Thüringen ausgewählt wurde, um an der „Waldputz-Challenge“ der Funke Media Gruppe in Zusammenarbeit mit der „Schutzgemeinschaft Deutsche Wald“ (SDW) teilzunehmen. Am 18. März war es dann soweit. Ausgerüstet mit Handschuhen, Eimern, Müllsäcken, Greifzangen und Klemmbrettern holte uns Frau Jakubka von der SDW, zusammen mit Herrn Nowak sowie einem Videographen von der OTZ morgens an der Schule ab und los ging es in Richtung Plothenweg zu Weg, Feld und Wald.
Bevor alle starten konnten, erfuhren die Kinder sehr anschaulich, wie lang es dauert bis verschiedene Stoffe in der Natur zersetzt werden. Besonders beeindruckend war die Dauer von Glas mit über 50000 Jahren und vor allem der große Schaden, welchen Zigarettenkippen anrichten. So kann ein solcher Zigarettenrest über 7000 Giftstoffe enthalten, verunreinigt allein 40l Wasser und benötigt bis zu 15 Jahre zum Verrotten. Diese kleinen Teile waren es daher auch, welche richtig viele Punkte lieferten, denn jedes Müllstück erbrachte Punkte, mit deren Gesamtwert unsere Klasse gegen andere Klassen im Wettbewerb antrat. Aber auch ohne diesen Aspekt war die Motivation der Kinder riesengroß. Aufgeteilt mit unterschiedlichen Zuständigkeiten für Plastik, Papier, Glas und Restmüll schwärmten dann alle aus und die Eimer sowie der Müll-Transport-Bollerwagen füllten sich rasch. Mit Adleraugen wurde auch jedes noch so kleine Müllstück erspäht, aufgehoben und dem entsprechenden Entsorgungseimer übergeben.
Selbstverständlich gibt es in der Natur noch nebenher immer etwas zu entdecken. So wurden Frühblüher gefunden, Greifvögel beobachtet, noch nicht wiedererwachte Ameisenhügel und ein rätselhafter Tierbau entdeckt. Die Kinder für die Natur um sich herum zu sensibilisieren und diese auch bewusst beobachten zu lernen, ist stets ein Anliegen unserer pädagogischen Arbeit. Wie groß das Interesse der Kinder dahingehend und auch im Hinblick auf deren Schutz ist, konnte man an diesem Tag deutlich spüren und sehen.
Nach einer Stärkungspause erreichten wir dann das Waldstück nahe der Hauptstraße. Die Kinder waren sehr erschrocken darüber, wie viel Müll man schon vom Weg aussehen konnte und staunten nur wenige Augenblicke später nicht schlecht, welchen Unrat sie zwischen den Bäumen fanden: ein Bürostuhl, eine Puppenstube und ein Lenkschlitten waren interessante Fundstücke. Aber auch sehr viel Plastikmüll, viele Glasflaschen, ein Gummistiefel und mehrere Farbeimer warfen bei den Kindern die Fragen auf, wer so etwas tut und warum, wo doch selbst sie als Erstklässler schon gelernt haben, dass es für jedes Müllstück passende Orte zur Entsorgung gibt.
Nach Beendigung der Sammelaktion wurde der Müll dann sortiert, gewogen und unsere Punkte errechnet. Doch dieser Wert war für die Kinder tatsächlich Nebensache. Auf einem Haufen zu sehen, von wie viel Müll sie die Natur in kurzer Zeit befreit hatten, erfüllte sie zu Recht mit großem Stolz. Ihnen wurde damit verdeutlicht, was das achtlose Handeln von Menschen für die Umwelt, die Tiere und Pflanzen bedeutet und dass es eines großen Aufwands bedarf, diesen Missstand wieder zu beseitigen- Handlungen haben Auswirkungen. Gleich Nachdenken und richtig Handeln hilft allen, hauptsächlich aber der Natur um uns!
Klassensprecher und Klassenlehrerin der 1. Klasse fuhren dann am Samstag, den 21. März zur feierlichen Preisverleihung, auf dem Gelände des neu gestalteten Naturerlebniszentrums nach Jena. Mit vielen Kindern und Eltern wurden dort die Sieger gekürt. Für uns gab es keinen Podestplatz, da es in Thüringen einige Stadtwälder gibt, deren Müllproblem leider noch viel größer ist. Aber wenige Wochen danach konnte sich unsere Klasse über die Verleihung von 100€ für unsere Klassenkasse freuen und bedankt sich auf diesem Weg ganz herzlich bei der Funke Media Gruppe und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald dafür.
Dass Müll im Hinblick auf Zuständigkeit und Entsorgung ein heikles Thema ist, stellten wir erneut fest, als es um die Entsorgung unseres nicht so kleinen Sammelhaufens ging. Aber wo ein Wille ist, da finden sich auch Lösungen und eines ist wohl allen klar- Des Menschen Müll gehört nicht in die Natur!
Am 23. März wurde der Moßbacher Brunnen mit seiner traditionellen Osterkrone geschmückt. In einer kleinen Prozession trugen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Kindern des Moßbacher Kindergartens die Krone zum Brunnen. Diese wurde vom Hortteam der Grundschule liebevoll gestaltet und mit den bemalten Ostereiern der Schülerinnen und Schüler verziert.
Dort hatten sich bereits zahlreiche Einwohner versammelt, die der Zeremonie beiwohnen wollten. Mit einer kurzen Ansprache eröffnete Bürgermeisterin Frau Krösel das Programm und begrüßte die Anwesenden. Für musikalische Unterhaltung sorgten anschließend die Kindergartenkinder mit dem Lied „Stups der kleine Osterhase“ sowie einem kleinen Theaterspiel.
Im weiteren Verlauf präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Moßbach ihre eingeübten Frühlingslieder und Gedichte. Mit bekannten Stücken wie „Vogelgezwitscher“ und „Alle Vögel sind schon da“ stimmten sie das Publikum auf die kommende Frühlings- und Osterzeit ein. Abschließend präsentierten die Tanzmäuse unserer Tanz-AG ihren Lieblingstanz vor allen Zuschauern. Begeisterter Applaus belohnte die Darbietungen der Kinder.
Den Höhepunkt bildete schließlich das Anbringen der Osterkrone auf dem Brunnen, die im Anschluss von Pfarrerin Astrid Klingner feierlich geweiht wurde.
Eine besondere Freude bereitete Bürgermeisterin Frau Krösel den Erstklässlern, die traditionell selbst gehäkelte Osternetze erhielten. Doch auch die übrigen Kinder ginge nicht leer aus, denn Frau Krösel hatte für alle kleine süße Überraschungen vorbereitet.
Gut gelaunt und voller Vorfreude auf das Osterfest machte sich der Zug schließlich wieder auf den Rückweg zur Grundschule.
Das Team der Grundschule Moßbach