Donnerstag, 12. Februar, 17:00 Uhr | Bilkesaal
Das Gebiet des Pößnecker Stadtwalds und die waldreiche Landschaft zwischen Saalfeld, Rudolstadt, Pößneck und Orlamünde wird seit alters her die Heide genannt. Das fast geschlossene Waldgebiet zwischen der B281 im Süden und der Saale und der B88 im Norden ist heute als Naturschutzgebiet, vor allem aber als Wanderparadies bekannt und beliebt.
Das war im 16. Jahrhunderten ganz anders, als hier mehrfach berüchtigte Banden von Raubmördern ihr Unwesen trieben, die die Einwohner der Region ängstigten. Die Verbindungswege zwischen den Dörfern und Städten waren wenig belebt und die umliegenden Wälder boten Schlupfwinkel für allerlei Gesindel.
Es war gefährlich, allein unterwegs zu sein, denn hinter den Büschen lauerte möglicherweise ein Plünderer oder sogar Mörder. Gemeinsam spähten die Verbrecherbanden ihre Opfer aus, planten den Überfall, lauerten ihnen auf und brachten sie um, um an ihr Geld oder sonstige Habe zu gelangen. Oder sie nutzten einfach eine sich bietende Gelegenheit zu einer spontanen Tat.
Der Stadtrat schickte bewehrte Männer aus, um die Räuber zu fangen:
„5 vasle (Fässchen) weins getrunken, do ma dy Räuber suchte uf der Heide“, lautet eine Eintragung in den Stadtrechnungen jener Zeit. Nach langer Verfolgung wurde den Mördern in Ranis und Pößneck der Prozess gemacht.
Grausam waren die Taten, ebenso grausam waren auch die Strafen.
Über diese und andere spektakuläre historische Kriminalfälle aus der Heide und der umliegenden Region wird Ihnen Regionalhistoriker Karl Ernst berichten.
In seinem Bildvortrag wird er nicht nur eine Auswahl von Kriminalfällen aus dem 16. bis zum 19. Jahrhundert schildern, sondern auch Einblicke in die damaligen Methoden der Strafverfolgung und Rechtsprechung geben.
Karten gibt es in der Tourist-Information Pößneck am Klosterplatz 2-4-6. Erwachsene: 5,00 Euro; Ermäßigt (12-16 Jahre): 3,00 Euro