Egon Freitag
Vortrag von Dr. Egon Freitag, Weimar
Über Goethes Liebesleben wurde viel geschrieben. Wir wissen, der Dichter hatte zahlreiche Frauenbekanntschaften, wie Käthchen Schönkopf, Friederike Brion, Charlotte Buff, Lili Schönemann, Charlotte von Stein, Christiane Vulpius, Minna Herzlieb, Marianne von Willemer, Silvie von Ziegesar, Ulrike von Levetzow u. a. Die Liebe war für Goethe eine Quelle der Inspiration. Sie war die große Triebkraft seiner Dichtungen. „Lust und Liebe sind die Fittiche zu großen Taten“, heißt es in der „Iphigenie“. Der Dichter war kein Schreibtisch-Erotiker und bekannte: „Liebesgedichte habe ich nur gemacht, wenn ich liebte.“ Der junge Goethe machte die Erfahrung:
„Es küsst sich so süße der Busen der zweiten,
Als kaum sich der Busen der ersten geküsst.“
Auch zahlreiche Goethe-Zitate widmen sich der Liebe, z. B.:
„Mir gäb’ es keine größre Pein,
Wär’ ich im Paradies allein.“
„Wenn man kein Liebchen erwartet, gibt’s keine Nacht mehr.“
Goethe erklärte: „Was den alten Griechen zu sagen erlaubt war, will uns zu sagen nicht mehr anstehen....“ So wurden einige erotische Gedichte erst lange nach seinem Tod veröffentlicht.
Glück und Enttäuschung, Hoffnung und Verzweiflung finden ihre literarische Gestaltung in zahlreichen Gedichten und epischen Werken, z. B. in den „Römischen Elegien“, im „West-östlichen Divan“, in der „Trilogie der Leidenschaft“, im Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Aber auch im „Wilhelm-Meister“-Roman, in den „Wahlverwandtschaften“ und in vielen Dramen spielt die Liebe eine entscheidende Rolle, z. B. in „Clavigo“, „Stella“, „Egmont“, „Torquato Tasso“ und im „Faust“.
Mit Dr. Egon Freitag freuen wir uns, zu diesem Thema einen unserer langjährigsten und beliebtesten Referenten begrüßen zu können. ALLE Interessierten sind herzlich eingeladen zu diesem aufschlussreichen und kurzweiligen Vortrag am Donnerstag, 08. Oktober 2026, um 19:00 Uhr in der Aula des Gymnasiums „Am Weißen Turm“.