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Saale-Sormitz-Kurier Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Remptendorf
Ausgabe 1/2026
Gestaltung Seite 2
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Aktuelles

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich wünsche Ihnen, ihren Familien und Angehörigen ein frohes neues Jahr, geprägt von Zuversicht, Tatendrang, Freude und Gesundheit. Für den Erhalt, oder das Erreichen einiger dieser Zustände gilt es manchmal die Perspektiven oder auch die Gewohnheiten zu ändern. Diese notwendige Kraft wünsche ich uns allen. Angelehnt an einem vermeintlichen Ausspruch von Albert Einstein: Irrsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten!“, ertappt man sich schnell dabei sich eine bessere Zukunft zu erhoffen, ohne den gewohnten Zustand aufgeben zu wollen. Haben Sie sich auch dabei ertappt, wie Sie sich gewünscht haben, dass 2026 einfach ein "ruhiges" Jahr wird, dass alles so bleibt, wie es ist? - Ich muss Sie leider enttäuschen. Und das ist gut so. - Wenn wir in Remptendorf ehrlich in den Spiegel schauen, wissen wir: Stillstand ist unser größter Gegner. Wer heute nur das Vorhandene, in der Regel den Missstand, verwaltet, hat morgen schon verloren. Unsere Gemeinde, unsere Vereine und unsere Wirtschaft leben nicht davon, dass wir ein Glutbett erhalten, sondern dass wir das Feuer weitertragen. Mein Vorsatz als Ihr Bürgermeister und meine Forderung an uns alle ist simpel, aber unbequem. Wir hinterfragen den Status Quo. "Das haben wir schon immer so gemacht" darf kein pauschales Argument mehr sein. Wir werden in diesem Jahr Projekte anstoßen, die vielleicht erst in fünf Jahren Früchte tragen, aber in unmittelbarer Zeit Mut erfordern. Ich lade jeden von Ihnen ein, der eine gute Idee hat, diese laut auszusprechen und andere zu motivieren mit anzupacken. Kritiker haben wir genug, wir brauchen Macher. Lassen Sie uns 2026 nicht darauf warten, dass Hilfe von "oben" kommt. Lassen Sie uns die Dinge selbst anpacken. Innovativ, vielleicht auch mal unkonventionell, aber immer mit dem Blick nach vorn. Natürlich werden wir an Grenzen stoßen, haben Gesetze einzuhalten und müssen noch mehr erklären, aber das muss es uns wert sein. Ein Jahreswechsel hat genau diesen Charme, eine neue Hoffnung zu erwecken und diesen Schwung werden wir nutzen.

Weltpolitisch befinden wir uns in großen Krisen, ob diese globalen Konflikte größere Auswirkungen haben als zu Beginn des letzten Jahrhunderts ist fraglich, aber durch unsere Medienstruktur erscheinen die Themen oft eintönig. So ist der Ukraine-Krieg vor unserer Haustür nunmehr im 5. Jahr ein Dauerthema. Aber der Blick sollte auch auf den Nahen Osten (Israel/Libanon) fallen, oder auf den größten Krieg seit langer Zeit im Sudan. Die nicht zu bändigenden Auseinandersetzungen in Sahelzone, am Horn von Afrika, oder zwischen Taiwan und China sind genauso prekär, wie die Situation in Venezuela. Das alles führt zu sehr schwankenden globalen Märkten und zu großen Verunsicherungen unter allen Völkern. Sei es durch Flüchtlingsbewegungen, Handelskonflikte, oder durch eine gefühlte Bedrohungslage für den Rest der Welt.

War früher alles besser? Vor 1990 war die Lage nicht besser und in historischen Phasen noch viel unmenschlicher als jetzt. Von da an, bis 2010, gab es eine historische Ausnahmephase. Es war eine Art „Sonderurlaub der Geschichte“: Nach dem Ende des Kalten Krieges war die Welt für gut 20 Jahre so friedlich und stabil wie nie zuvor. Aber was hat das mit uns heute zu tun? In diesen zwei Jahrzehnten haben wir uns in Deutschland, Europa und auch hier vor Ort an diese Ruhe gewöhnt. Wir haben unsere Wirtschaft, unsere Energieversorgung und unsere staatlichen Aufgaben auf dieses „Schönwetter-Szenario“ ausgerichtet und einen Ist-Zustand verwaltet. Wir konnten Geld in Wohlstand investieren, weil wir für Sicherheit und Vorsorge kaum etwas ausgeben mussten. Seit einigen Jahren spüren wir, dass dieser „Sonderurlaub“ vorbei ist. Die Konflikte sind zurück auf der Weltbühne. Das bedeutet nicht, und das soll auch meine Kernaussage sein, dass wir in Panik verfallen müssen, aber es bedeutet, dass sich die Spielregeln geändert haben. Sicherheit kostet wieder Geld. Ressourcen, die früher scheinbar übrig waren, fließen heute in Sicherheit und Schutz von Mensch und Infrastruktur, was wir bis hinunter in die kommunalen Kassen spüren. Da wir diese Dinge selber nicht in der Hand haben und Augen zumachen uns auch nicht weiterhilft, sollten wir auf das Wert legen, was uns vor Ort stark macht: unsere Gemeinschaft, unsere lokale Wertschöpfung und unsere Fähigkeit, uns gegenseitig zu helfen, auch wenn es woanders stürmisch ist. Die große Weltpolitik können wir nicht ändern - aber wir können dafür sorgen, dass wir hier in unserer Einheitsgemeinde festen Boden unter den Füßen behalten.

Diese Metapher ist nicht wie das Salz in der Suppe, sondern auf unseren Straßen. Die winterlichen Temperaturen sind seit gut 5 Jahren mal wieder stabil vor Ort und fordern auch ohne größere Schneemengen unseren Winterdienst. Ich bin froh, dass unsere Technik bisher funktioniert und hoffentlich auch die wahrscheinlichen Hochphasen im Februar übersteht. Für uns als Kommune wird es immer schwieriger effizient zu bemessen, was vorgehalten werden muss und was im Durchschnitt notwendig ist. Denn die Technik und der Einsatz sind auch dann teuer, wenn diese mal nicht so oft gebraucht werden, wie in den letzten Jahren. Ich bedanke mich daher bei den Bauhofmitarbeitern, welche hier diese unplanbaren und flexiblen Aufgaben bewältigen. Mein größter Dank gilt auch allen Bürgern, welche ganz selbstverständlich ihre Gehwege oder anliegenden Verkehrsflächen räumen und damit einen wesentlichen Beitrag zu einem guten Zusammenleben leisten. Ich hoffe dennoch, dass unsere Kinder ausreichend Schnee zum Schlittenfahren, Schneebude bauen oder Schneeballschlacht finden. Denn diese Erlebnisse muss man jetzt nutzen, so lang es die Möglichkeiten dafür gibt. Eine weiße Winterwelt, mit blauem Himmel und Sonnenschein erfüllt am Ende nicht nur Kinderherzen mit Freude. Am 5. Januar haben auch unsere beiden Kindergärten wieder geöffnet. Hier setzten wir ab diesem Jahr auf ein neues Konzept. Um näher an den Einrichtungen, den Eltern aber auch den Herausforderungen zu sein, haben wir uns entschieden, dass es eine Organisationsstruktur geben muss, welche schneller und fachlich fundierter agieren kann. Für beide Einrichtungen wurde somit eine gemeinsame Leitung installiert. Frau Lipfert, welche vorher den Kindergarten in Remptendorf geleitet hat, ist nun dafür verantwortlich, dass einerseits die akuten Aufgaben schnell angegangen werden, aber auch eine Entwicklung stattfinden kann, die unsere Einrichtungen fit für die Zukunft machen. Da die Geburtenzahlen, aber auch der inhaltliche Anspruch viel Weitblick erfordern, soll es daher ein Konzept geben, das jeweils auch die andere Einrichtung mit im Fokus hat. Einen anderen Weg haben wir nun auch im Bereich der Beschaffung für das neue Feuerwehrauto Typ HLF10 beschritten, da es die Dringlichkeit geboten hat. Mit Ausschreibungsende am 4. Januar gab es einen Bieter, der unsere Anforderungen erfüllen konnte und ein Angebot abgegeben hat. Mit 390.000,00 € können wir ohne Fördermittel ein um etwa 100.000,00 € günstigeres Fahrzeug erwerben, als es aktuell am Markt verfügbar ist. Nun sind dies bereits zwei Neuerungen, die uns ins neue Jahr und den eingangs beschriebenen Weg in Richtung Zukunft führen.

Mit dem Erscheinen des nächsten Amtsblattes haben nicht nur die Winterferien begonnen, sondern auch die 5. Jahreszeit ist im vollen Gange. Daher wünsche ich den Schulkindern und bereits jetzt schöne freie Wintertage und den Närrinnen und Narren eine heitere 5. Jahreszeit, welche ebenso ansteht.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Bürgermeister

Tino König