der Sonntagmorgen vor Erscheinen des letzten Amtsblattes am 15. März begann für viele unserer Einsatzkräfte alles andere als ruhig. Kurz nach 9 Uhr schrillten die Sirenen, Wohnhausbrand in Thimmendorf, eine Person vermisst. Der Rettungsdienst, unsere Feuerwehren aus den Ortsteilen und die Stützpunktfeuerwehr Bad Lobenstein waren sofort zur Stelle.
Das Ergebnis macht mich froh und stolz zugleich, ein Menschenleben konnte vor den Flammen gerettet und ein Übergreifen der Flammen auf den Dachstuhl verhindert werden. Eine teure Versicherung, welche die Gemeinde vorhält und die hier ihren echten Wert wieder einmal gezeigt hat. Dieser Einsatz hat zwei ganz besondere Aspekte verkörpert.
Erstens, dass solide Technik unglaublich wichtig ist! Dass in Thimmendorf ein größeres Fahrzeug stand, als eigentlich planmäßig üblich wäre, war unser Glück. Jeder Liter Wasser im Erstangriff war buchstäblich Gold wert.
Und zweitens, was mich besonders beeindruckt hat, war das absolut professionelle Zusammenspiel der verschiedenen Wehren. Aufgabenbereiche griffen nahtlos ineinander und die Verantwortung wurde sauber übergeben. In der Vergangenheit gab es hier und da Kritik an den Abläufen. Dieser Sonntag hat aber bewiesen, dass am Einsatzverhalten erfolgreich gearbeitet wurde.
Mein tiefster Respekt und Dank gelten damit allen Kameradinnen und Kameraden. Ein Dank auch an den „Schutzpatron" Florian, dass ihr alle unbeschadet nach Hause gekommen seid.
Der gute Florian von Lorch ist ja nicht nur für das Feuer zuständig, sondern wird traditionell auch bei der Wasserrettung um Beistand gebeten. Und diesen Beistand können wir im Freibad Liebschütz für die kommende Saison gut gebrauchen.
Wir wagen dieses Jahr ein Experiment und stellen das Personal für den Badebetrieb in Eigenregie. Ob uns dieser „Einsatz" so reibungslos gelingt, wie der in Thimmendorf? Wir werden sehen.
Denn wie Sie wissen, suchen wir seit einem halben Jahr händeringend selbst nach Fachkräften. Ob als Immobilienbesitzer, Unternehmer oder öffentlicher Auftraggeber, der Personalmangel ist besonders bei Aufträgen im regionalen Handwerk zu spüren und dass, obwohl Deutschland in einer Rezession verweilt. Die neuesten Zahlen und Prognosen der statistischen Ämter zeigt, dass sich dieser Trend vehement verstärken wird. Besonders Thüringen leidet unter zu wenig Geburten und Menschen in dem Alter, in dem man Kinder bekommt. Bis zu 25% erneuter Bevölkerungsrückgang sind besonders in den dünn besiedelten Gebieten, wie unserer Gemeinde, zu erwarten. Hier tragen langfristig diejenigen die Lasten, welche gern in ihrer Heimat bleiben und zum Erhalt beitragen. Aber es sind nicht nur die weniger werdenden Einwohner, welche Kosten und Lasten der Infrastrukturen zu tragen haben, sondern ganz besonders die, welche Verantwortung übernehmen, wie z.B. auch in der Feuerwehr, den Vereinen und Verbänden. Denn es wird ein maßgeblicher Teil ihrer Aufgabe sein, den Wandel in neue Strukturen mit zu begleiten, wenn nicht sogar zu gestalten. Wie bei vielen Umbrüchen und Veränderungen ist hier Beharrlichkeit, Mut und auch das Talent der Kommunikation ein wichtiger Bestandteil der Transformation.
Hier ergeht meine Bitte, aber auch mein Hoffnungsruf an alle Einwohner der Gemeinde: Gestalten Sie mit, vertrauen oder unterstützen Sie ihre Verantwortlichen im Ehrenamt, in der Politik oder in den Bereichen, wo sich Veränderungen zweifelsohne auftun und verändern Sie die kleine Welt um sich herum mit, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein und dem Verfall Einhalt zu gebieten!
Diese Bitte habe ich in der Vergangenheit bereits kommuniziert und daran kann ich nur festhalten. „Nichts ist so beständig wie die Veränderung", aber die Veränderungen in unserem Sinne positiv mitzugestalten, ist die größte Aufgabe der kommenden Jahre.
Die aktuellen Aufgaben und Herausforderungen der Gemeindeverwaltung liegen weiterhin im Glasfaserausbau, der von einer Kommunikation und dem Ausbauwillen der GlasfaserPlus lebt und einem Stillschweigen der UGG geprägt ist. Bei Letzterem haben wir nun mit weiteren Ersatzvornahmen gedroht, welche im schlimmsten Fall dafür Sorge tragen, dass die Gemeinde auf eigene Kosten die wesentlichsten Straßenschäden beseitigen muss. Ob es dazu kommen wird, kann ich eventuell beim nächsten Amtsblatt berichten. Zumindest konnten wir dieses Jahr schon mit den ersten eigenen Straßenreparaturen beginnen und haben gemeinsam mit der STW GmbH Eliasbrunn in Remptendorf und in Liebschütz erste Maßnahmen umgesetzt.
Am 24. April werden die Türen zur Gemeinschaftseinrichtung „Lichtblicke" in Ruppersdorf geöffnet. Unser Kindergarten und die Grundschule zeigen ihre Bildungswelt nach 15 gemeinsamen Jahren in einem Objekt. Was hier geschaffen wurde, was hier getan wird und welche Aufgaben in Zukunft anstehen erfahren sie ab 15:00 Uhr. Ein buntes Programm, sowie reichlich Verpflegung werden ihren Besuch noch verschönern.
Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Auftakt in den Mai, der bekanntlich auch alles neu macht, der hinaus in die Natur lockt und Auftaktmonat für viele Feste darstellt.
Genießen Sie den Frühling, die Maifeierlichkeiten mit dem traditionellem Maibaumsetzen und gemütlichem Beisammensein in unseren Orten, bleiben Sie gesund und aktiv.
Ihr Bürgermeister
Tino König