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Saale-Sormitz-Kurier Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Remptendorf
Ausgabe 8/2026
Gestaltung Seite 2
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Der Bürgermeister informiert ...

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

die Getreideernte ist eingebracht, die Renovierungsarbeiten im Kindergarten Ruppersdorf wurden erfolgreich abgeschlossen und die Straßenarbeiten zwischen Thimmendorf und Ruppersdorf lassen langfristig gute Ergebnisse erwarten. Unsere neuen öffentlichen Elektroladesäulen an der Gemeindeverwaltung sind in Betrieb, das Freibad in Liebschütz verzeichnete hervorragende Besucherzahlen, der Heimatdialog mit Bundesminister Alois Rainer stieß auf großes Interesse und der Neubau unserer Rettungswache konnte feierlich an das DRK Saale-Orla übergeben werden.

Liest man diese Fülle an Ergebnissen, könnte man fast den Eindruck gewinnen, die sechs Wochen Sommerferien seien die produktivste Zeit des gesamten Jahres. Doch Ihnen allen ist bewusst: Das ist im wahrsten Sinne des Wortes „nur“ der Ernteerfolg langer intensiver Prozesse, die über Monate hinweg gewachsen sind. Mit verhältnismäßig wenigen Störungen konnten unsere gemeindlichen Landwirte ihre Ernte einfahren. Wie hoch der Erlös ausfallen und ob das Wirtschaftsjahr für unsere Bauern am Ende abermals ein Defizit bringen wird, lässt sich aktuell noch schwer beantworten. Fest steht jedoch schon jetzt: Es wird kein leichtes Jahr.

Themen wie Landwirtschaft, Energie, medizinische Versorgung, Wasserhaushalt, Steuern, Infrastruktur, der demografische Wandel, sowie die unüberschaubare Fülle an Gesetzen und Regeln standen im Mittelpunkt des Heimatdialogs mit Alois Rainer in unserem Ortsteil Gahma. Zwar konnten an diesem Tag weder alle Fragen abschließend beantwortet, noch sofortige Lösungen gefunden werden. Dennoch wurde ein wichtiges Signal gesendet gegen ein teils berechtigtes Vorurteil, das man seit vielen Jahren hört:

„Die da oben wissen doch nicht, was uns vor Ort bedrückt.“

Solche Sätze fallen oft. Umso größer ist die Wertschätzung, dass sich ein Mitglied der Bundesregierung die Zeit nimmt, in unsere Gemeinde zu kommen, um ganz direkt das Ohr an den Bürger zu halten. Mir wurde dabei persönlich bestätigt, dass die Regierenden in Berlin schlicht unmöglich jedes Detail und jede lokale Herausforderung kennen können. So berichtete mir der Bundesminister beispielsweise, dass ihm die spezifische Steuerung unseres Bildungssystems oder die Hintergründe unserer Gebietsreformen in dieser Tiefe unbekannt waren. Umso mehr freute es mich, dass er den breiten Einsatz von Fördermitteln über das LEADER-Programm bei uns so positiv und außergewöhnlich wahrgenommen hat, weil er an vorderster Stelle darüber mit verhandelt. Es zeigt sich einmal mehr, das Thema „Heimat“ ist ein schwieriges Feld, weil es von den Menschen täglich gelebt wird aber oft aus einer völlig anderen Perspektive, wie es in den Ministerien wahrgenommen wird.

Wie die vielen erwähnten Beispiele unseres Gemeindelebens zeigen, liegen die Prioritäten für jeden Einzelnen von uns an unterschiedlichen Stellen. Diese Anliegen aufzugreifen und ernst zu nehmen, ist die gemeinsame Aufgabe der Politik in Brüssel, Berlin, Erfurt und eben hier vor Ort in der Gemeinde Remptendorf. Dass sich bei einer solchen Themenfülle nicht jeder Einzelne stets gleichermaßen mitgenommen oder gar ungerecht behandelt fühlt, ist menschlich. Genau das macht es so schwer, einerseits wirksam zu handeln und andererseits all die bürokratischen Hürden zu meistern, die uns oft selbst im Weg stehen. Die neu gebaute Rettungswache in Liebschütz/Liebengrün ist ein echtes Musterbeispiel dafür, dass Machen immer noch besser ist als Wollen. Gewollt haben wir alle eine sichere Versorgung durch die Rettungsdienste, umgesetzt und geschafft hat es am Ende jedoch die Familie Rochler, der ich hierfür noch einmal meinen höchsten Respekt ausspreche. Wenn Bedenken stets unsere erste Reaktion auf neue Ideen sind, werden die großen Herausforderungen unserer Heimat nur noch schwerer zu bewältigen sein.

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wichtiger wird, ist die Selbstwirksamkeit. Also die feste Überzeugung, schwierige Aufgaben und Herausforderungen durch eigenes Handeln und eigene Kompetenzen erfolgreich bewältigen zu können. Wenn wir unsere Heimat aktiv gestalten, statt sie nur zu verwalten, sind mutige Schritte notwendig, die am Ende nicht nur wirken, sondern auch gesellschaftlich gewinnbringend sind. Genau hier entfaltet unser Ehrenamt seine wunderbare Kraft in der freiwilligen Unterstützung all jener, die unsere Gemeinde aktiv voranbringen möchten.

Zum Leben gehören aber auch Freude, Erholung und das Miteinander. Der Sommer bot uns dazu zahlreiche wunderbare Gelegenheiten: Das „Buhlenfest“ in Gleima, das Dorffest in Weisbach und das Lindenfest in Liebengrün haben im Juli bereits für feierliche Begegnungen gesorgt. An diesem Wochenende lockt das „Tiefenrausch-Festival“ wieder hunderte Besucher ins Freibad nach Liebschütz. Und am letzten Augustwochenende feiern wir gemeinsam ein echtes Festwochenende. In Gahma ist am Samstag das Teichfest, am Sonntag das 95-jährige Jubiläum des Posaunenchors Gahma - und das gesamte Wochenende über begehen wir stolz die 140-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Remptendorf. All dies, eingerahmt von ruhigen Sommerabenden im Kreis von Familie und Freunden runden den meteorologischen Sommerausklang wunderbar ab.

Wie lange uns die warmen Temperaturen und vor allem die anhaltende Trockenheit noch begleiten werden, bleibt eine spannende und ernste Frage. Das Wasser wird sichtlich weniger, und die Qualität droht darunter zu leiden. Wer einen eigenen Brunnen besitzt, hat dies gewiss auch schon bemerkt. Aus dem Hahn fließt das Wasser zwar weiterhin unbekümmert, doch für den Zweckverband WALO verschärfen sich die Rahmenbedingungen Jahr für Jahr. Zu einer sicheren und qualitativ hochwertigen Versorgung gehören neben Investitionen und Wartung vor allem eines: Weitsicht. Wasserüberleitungen, Pumpstationen und neue Wasserfassungen lassen sich weder schnell planen noch im Handumdrehen finanzieren. Heute müssen wir die richtungsweisenden Konzepte entwickeln, die unsere Wasserversorgung in den nächsten 5 bis 10 Jahren sichern. Hinzu kommt die demografische Realität. Es sind am Ende immer weniger Menschen in unserer Region, die dieses komplexe System finanzieren können. Auch dies war ein zentrales Thema unseres Heimatdialogs, etwa die Frage, wie wir künftig mit unseren verbliebenen Wasserspeichern umgehen sollen, die aus Sicht des Hochwasserschutzes heute kritisch bewertet werden.

Mit den steigenden Temperaturen rückt zudem das Thema Kühlung stärker in den Fokus. Für die Gemeinde besteht hier ein zeitnaher Handlungsbedarf, insbesondere in unseren Kindergärten, wo einige Räume zuletzt durch starke Überhitzung kaum noch genutzt werden konnten. Wir werden daher zielgerichtet Maßnahmen zur Verschattung und zur aktiven Temperierung prüfen müssen. Was früher im Winter die Energiekosten in die Höhe trieb, verlagert sich zunehmend in die Sommermonate - ein Trend, den auch die Prognosen unserer Energieversorger klar bestätigen. Investitionen in die Infrastruktur bleiben daher beim Strom genauso unerlässlich wie beim Trinkwasser.

Mit Beginn des neuen Schuljahres am 17. August, wünsche ich allen Schulanfängern einen wunderbaren Start in diesen neuen Lebensabschnitt, viel Freude beim Entdecken, tolle neue Freunde und ein starkes Umfeld, das diesen Weg gemeinsam mit der Schule begleitet. Ein herzlicher Dank geht in diesem Zusammenhang an unsere aktiven Schulfördervereine, die im Hintergrund so vieles möglich machen und die immer gern neue Mitglieder mit aufnehmen um selbstwirksam zu werden. Allen anderen Schülerinnen und Schülern wünsche ich, dass sie klare Ziele vor Augen haben, die sie durch Bildung erreichen können, und dass sie diese Zeit besonders im Kreis ihrer Freunde genießen.

Herzliche Grüße

Ihr Bürgermeister Tino König