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Rastenberger Kurier
Ausgabe 1/2026
Kirchliche Nachrichten
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Sonstiges

Gott spricht: „Siehe ich mache alles neu.“

Offenbarung 21,5

Alles neu?

Ein neues Jahr beginnt. Wie weites Land liegt es vor uns. Was kommen mag, bleibt uns verborgen. Was können wir hoffen? Wo finden wir Halt? „Siehe, ich mache alles neu!“ Diese Worte aus der Offenbarung des Johannes sind die Jahreslosung für das Jahr 2026. Sie sollen uns leiten und begleiten auf den Wegen, die vor uns liegen.

Alles neu? Da sträubt sich etwas in mir. Ich bewahre gern die Traditionen, die alten Dinge, die alten Möbel. Aber ich weiß auch, ich muss immer wieder auch loslassen, weggeben, muss mich trennen von Liebgewonnen Ich mag die neuen Dinge nicht so sehr, gehe gern auf den Flohmarkt oder stöbere im Internet, wenn ich etwas brauche. Ich finde, dass ist nachhaltiger, auch wenn es die Wirtschaft nicht ankurbelt. „Aus alt mach neu“ - ein Motto, dass mich schon seit meiner Kindheit begleitet. Auf der anderen Seite kann es sehr befreiend sein, auch einmal einen Schlussstrich zu ziehen und wirklich neu anzufangen.

„Siehe, ich mache alles neu!“

Ich höre noch einmal hinein in dieses Wort. Da schwingen zugleich Hoffnung und Sehnsucht, Angst und Schmerz mit. Das wusste auch der Prophet Johannes auf der Insel Patmos, als er diese Worte schrieb. Die Christinnen und Christen hatten es schwer. Verfolgt wurden sie, oft sogar getötet, weil sie dem Kaiserkult der Römer nicht folgen wollten. Wann sind wir endlich sicher? Wann dürfen wir endlich ankommen und Heimat finden, für Körper und Seele? Haben wir eine Zukunft?

Das waren Fragen, die die jungen Gemeinden umtrieben. Johannes schreibt. Seine Seele glüht und leuchtet, denn er hat eine klare Vision vor Augen, für alle, die verzweifeln. Eine schön-schreckliche Vision, die den Schmerz und den Abschied nicht ausklammert, aber auch neue Hoffnung weckt und Frieden verspricht. Mit den Augen seines Herzens nimmt er Bilder wahr. Bilder, die erzählen, von der Ankunft Gottes bei den Menschen. Von dem Tag der Tage, an dem alles Leid endet und Himmel und Erde eins werden.

Und wir? Unsere Kirche ist eine feste Institution auf dieser Erde geworden. Doch auch wir stehen immer wieder am Anfang. Tausende von Jahren alt sind die Worte, die Johannes damals schrieb und in unseren Neuanfang hinein klingen. Oft erschrecken und ängstigen sie uns. Denn da sind harte Worte zu finden, bevor alles neu werden kann. Worte des Gerichts und der Strafe. Ankündigungen von Katastrophen und Untergängen, die vor dem Neuanfang kommen müssen und sichtbare Zeichen sind, für das Ende der Welt. Sie sind Bilder für den Abschied und den Schmerz, der zu jedem Neuanfang dazu gehört. Das Tröstende in den Worten des Johannes ist für mich; im Neubeginn ist Gott zu finden. Er kommt uns entgegen. Im Neubeginn bin ich nicht alleingelassen, sondern ich werde gehalten sein. „Siehe, ich mache alles neu!“ Johannes zeichnet mit seinen Worten ein Hoffnungsbild für alle Menschen, die auf einen Neuanfang hoffen und auf ein Ende von Gewalt, Schmerz und Tod. In schillerndsten Farben, mit funkelndem Gold und Diamanten und lebendigem Wasser bietet das neue Jerusalem, das Johannes beschreibt, ein ewiges, sicheres, friedliches Zuhause für alle, die der Liebe Gottes vertrauen.

Ein neues Jahr hat begonnen. Wir brechen auf mit der Gewissheit:

Gott sieht uns, mit allem, was wir im Herzen tragen. Mit den Herausforderungen, vor die unser Leben uns stellt. Mit allen Neuanfängen und dem Abschiedsschmerz. Alles, was ist, darf sein. Gott hält und trägt uns, oft unbemerkt und unerkannt und sagt auch uns zu „Siehe, ICH mache alles neu!“ Das will heißen: ICH; der Herr dein Gott, bin der, der da ist und dableibt, durch alle Zeiten hindurch. ICH, der Herr dein Gott, kenne jeden Schritt deines Lebens. ICH, der Herr dein Gott, will Dir Heimat schenken in mir, die nie vergeht, und in der all deine Hoffnungen und Träume sich erfüllen. Lass mir deinen Schmerz und deine Angst hier. Lass dich beschenken mit Mut und Segen und Kraft. Du gehst nicht allein. Mach einen Schritt nach dem anderen. Am Ende wirst Du immer bei mir ankommen. Dein Hoffen und Kämpfen sind nicht vergebens. DU musst nichts machen. Hab nur Vertrauen.

So brechen wir auf als Himmelskinder - wie Johannes - hinein in die Gemeinschaft, aber auch hinaus in unsere Welt. Um unsere Lebensbilder zu zeichnen und da, wo wir sind Gottes Liebe zu empfangen und weiterzugeben. Denn auf Hoffnung hin leben wir, dass eines Tages alles gut sein wird, ein neuer Himmel und eine neue Erde unsere größten Träume übersteigen und wir dem endlich begegnen, der uns in Liebe begegnet und zusagt: „Siehe, ich mache alles neu!“

Vielleicht schon jetzt?

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Jahr 2026

Ihre Evelin Franke