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Stadt Wadern
Ausgabe 1/2023
Stadtwerke Info
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Einladung zum Nachdenken über „Wie wird es gewesen sein?“

Niemand weiß, was das neue Jahr bringen wird. Wir alle wünschen uns jedoch, dass 2023 besser als 2022 wird. Stichworte mögen genügen: Krieg und Frieden, Freiheit und Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden usw. Allerdings ist das mit dem Wünschen so eine Sache. Zweifellos wäre es besser, die Erwartungen an die künftige Entwicklung an konkrete Fakten und gesichertes Wissen zu knüpfen. Merkwürdigerweise verhält es sich so, dass wir alles, was wir über die Zukunft sagen können, aus der Vergangenheit wissen. Und die Gegenwart ist so flüchtig, dass der Gedanke nicht ganz abwegig ist, dass alles, was wir wahrnehmen und worüber wir nachdenken können, immer schon vorbei ist - wie die Astronomen nur Beobachtungen an Phänomenen machen können, die längst vergangen sind, weil das Licht so lange durch die unendlichen Weiten des Universums braucht.

Also sind verlässliche Aussagen darüber, was uns bevorsteht, nicht möglich. Dennoch gibt es mehr Möglichkeiten als den Blick in die Glaskugel. Dazu gehört es, sich Gedanken zu machen. Wir können nämlich auch über die Zukunft nachdenken. Der inzwischen durch Fernsehauftritte und Publikationen einem größeren Publikum bekannte Soziologe Harald Welzer empfiehlt als Methode, sich vorzustellen, wie etwas gewesen sein wird (Die Grammatik bezeichnet das als Futur 2, beispielsweise in der Form „es wird gewesen sein“). Welzer hat dazu sogar einen „Nachruf auf mich selbst“ veröffentlicht, in dem er beschreibt, was für ein Mensch er gewesen sein möchte.

Das klingt kompliziert und weit hergeholt. Ist aber eigentlich ein (für die Gegenwart und Zukunft) nützliches Gedankenexperiment, das uns ein wenig weniger davon abhängig macht, dass sich unsere Wünsche von allein erfüllen. Wer sich nämlich im Hier und Heute Gedanken darüber macht, wie er selbst, bestimmte Sachverhalte und Umstände, unsere Gesellschaft und die Welt im Großen und im Kleinen aussehen sollten, und zwar nicht am Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern zu einem jetzt festzulegenden Zeitpunkt, der kann eine Richtschnur für sein Handeln bekommen. Dies kann eine Orientierung sein, die erfolgsversprechender ist, als die üblichen Vorsätze, die wir traditionell zum Jahresbeginn fassen und die wir mit derselben Regelmäßigkeit meistens nicht erfüllen.

Vielleicht erinnern Sie sich, vor einem Jahr hatten wir Sie ermuntert: „Wenn Sie sich heute fragen, was am Ende des Jahre 2022 anders sein soll als am Anfang, dann fragen Sie sich bitte gleich mit, was Sie dazu beitragen können. Der Clou bei dieser Übung ist: Sie setzen sich nicht ein Ziel oder sogar Ziele, die bekanntlich für Frust sorgen, wenn Sie nicht erreicht werden, sondern formulieren möglichst realistische Erwartungen, die Sie durch eigenes Handeln erfüllen können.“ - Haben Sie’s versucht? Wenn (noch) nicht, fragen Sie doch heute möglichst genau: Was wird am 31.12.2023 gewesen sein? Die Themen sind so vielfältig wie unser Leben bzw. unser Alltag und betreffen unsere Gesundheit, Beziehungen, Haltungen, Einstellungen, aber auch alle Fragen in Bezug auf Umwelt und Klima usw. So können Sie z. B. heute Aussagen über Ihr Körpergewicht am Ende des Jahres machen oder über die Beziehungen innerhalb Ihrer Familie oder über Ihr ehrenamtliches Engagement im Jahre 2023. Oder Sie können Sätze formulieren wie: In der nächsten Heizperiode wird meine Heizungsanlage optimiert oder nach den neusten Standards ersetzt sein. Oder: Im nächsten Oktober wird unser Haus energetisch saniert sein. Am besten sprechen Sie selbst solche Sätze in der Futur-2-Form aus, vielleicht notieren Sie diese und sprechen darüber auch gegebenenfalls mit Fachleuten - selbstverständlich jederzeit gerne auch mit uns von den Stadtwerken Wadern.

Wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr.