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Stadt Wadern
Ausgabe 10/2026
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„Im Märzen“ mit dem ökologischen Hausgarten beginnen

Ein Traum von Garten. Jetzt ist die richtige Zeit, mit der Verwirklichung zu beginnen. Foto: Stadtwerke Wadern/von KI generiert

Das alte Frühlingslied vom fleißigen Bauern stimmt bis heute auf die Gartensaison ein. Statt die Rösslein einzuspannen, lohnt es sich, den eigenen Garten naturnah und nachhaltig zu bewirtschaften – für gesunde Ernten, mehr Artenvielfalt und ein gutes Klima direkt vor der Haustür.

Wenn Sie jetzt im Garten aktiv werden, haben Sie womöglich „Im Märzen der Bauer“ im Kopf und auf den Lippen. Die eingängige Melodie lässt sich auch gut pfeifen; ihre ersten Takte zitieren die Haffner-Serenade von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Lied wurde 1905 in Mähren unter dem Namen „Bauernlied“ veröffentlicht. Die beiden ersten Strophen lauten: „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. / Er pfleget und pflanzet all’ Bäume und Land / Er ackert, er egget, er pflüget und sät, / und regt seine Hände gar früh und noch spät. // Den Rechen, den Spaten, die nimmt er zur Hand / und setzet die Wiesen in ebenen Stand; / auch pfropft er die Bäume mit edlerem Reis’ / und spart weder Arbeit, noch Mühe, noch Fleiß.“ Im DDR-Liederbuch „Sing mit, Pionier“ von 1972 wurde eine vierte Strophe über die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften zugefügt, und in den westlichen Bundesländern wurde das „Bauernlied“ auch schon mal zum Protest gegen Umweltverschmutzung gesungen (https://de.wikipedia.org/wiki/Im_M%C3%A4rzen_der_Bauer, aufgerufen am 26.02.2026).

Vom Frühlingslied zur Gartenplanung

Dass „weder Arbeit, noch Mühe, noch Fleiß“ gespart werden, klingt nach Durchhalteparole – nicht nur betreffs der DDR, sondern jetzt auch in banger Erwartung der Nacktschnecken und des Unkrauts. Ansonsten ist es ein fröhliches Lied, eine treffliche Einstimmung auf die beginnende Gartensaison, die natürlich auch heute noch mit körperlicher Arbeit verbunden ist. Gleichwohl ist „im Märzen“ auch der richtige Zeitpunkt, sich Gedanken zu machen, wie der Zier- und Nutzgarten betrieben werden sollte.

Wenn Landwirte ihren Betrieb auf ökologischen Anbau umstellen, dauert das mehrere Jahre und ist von der EU klar geregelt. Von Anfang an verpflichten sich angehende Bio-Bauern zu:Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und auf mineralischen Stickstoffdünger, den Einsatz von Bio-Saatgut (wenn verfügbar), Tierhaltung nach Öko-Richtlinien und Dokumentation der Abläufe. Dazu gehören auch Maßnahmen wie: Aufbau von Fruchtfolgen, Förderung der Bodenfruchtbarkeit (Kompost, Mist), Mechanische Unkrautregulierung sowie Förderung von Nützlingen und Biodiversität. Für Heimgärtner ist es ungleich einfacher ihren „Betrieb“ umzustellen – ohne strenge Regeln und Kontrollen.

Ökologisch Gärtnern leicht gemacht

Ökologisches Gärtnern bedeutet, im Einklang mit der Natur zu arbeiten, Ressourcen und den Boden zu schonen, Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Bodenorganismen zu fördern. Auch im Hausgarten lässt sich viel für Umwelt, Artenvielfalt und gesunde Ernten erreichen. Ein gesunder Boden ist die Grundlage. Dazu Kompost statt Kunstdünger verwenden, Mulchen (z. B. mit Rasenschnitt oder Laub) gegen Austrocknung und Unkraut, Gründüngung (z. B. Klee, Phacelia) zur Bodenverbesserung und: den Boden möglichst wenig umgraben, um das Bodenleben zu schützen. Vielfalt sorgt für stabile ökologische Gleichgewichte. Deshalb: Heimische und standortgerechte Pflanzen wählen, Mischkultur statt Monokultur im Gemüsebeet, Blühpflanzen für Bienen und andere Bestäuber, Hecken, Stauden und Wildblumen als Lebensraum. Statt chemischer Pflanzenschutzmittel: Nützlinge fördern (Marienkäfer, Vögel, Igel), Insektenhotels und Nistkästen anbringen, Pflanzenstärkungsmittel wie Brennnesseljauche nutzen. Wer Boden, Pflanzen und Tiere als zusammenhängendes System betrachtet, erhält nicht nur gesunde Ernten und blühende Gärten, sondern schafft auch wertvolle Lebensräume direkt vor der Haustür, schützt Boden und Grundwasser und sorgt für ein gutes Mikroklima.

Jetzt säen, pflanzen und Lebensräume schaffen

Sie können jetzt mit Ihren ökologischen Maßnahmen beginnen: Beete nur flach lockern, nicht tief umgraben, Kompost einarbeiten statt Mineraldünger, Mischkultur planen (z. B. Möhren und Zwiebeln), Frühbeete oder Vlies zum Schutz nutzen. Bei frostfreiem und nicht zu nassem Boden können Sie auch bereits mit der Aussaat im Freiland beginnen mit z. B.: dicken Bohnen, Radieschen, Spinat, Feldsalat, Erbsen und eventuell Schnittsalat und Möhren (unter Vlies). Für die Vorkultur im Haus, auf der Fensterbank oder im Gewächshaus eignen sich Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen, Salat, Kohlarten. Denken Sie auch an die Artenvielfalt: Frühblüher für Bienen stehen lassen, wilde Ecken als Lebensraum erhalten, Totholz und Laubhaufen für Insekten und Igel belassen. Zum ökologischen Nutz- und Ziergarten gehören natürlich auch Schnecken einsammeln und Unkraut jäten – und: ganz klar, die besungenen „Arbeit, Mühe und Fleiß“. Doch Gartenarbeit ist nicht zuletzt auch gut für Leib und Seele.