„Ei im Loch“.
Halleluja! Zur Osterfreude gehört ein festliches Mahl. Das Osteressen markiert traditionell das Ende der 40-tägigen Fastenzeit, feiert die Auferstehung Jesu Christi sowie das Frühjahr und verbindet Gemeinschaft und Traditionen über Generationen hinweg. Allerdings scheiden sich die Geister, ob mit Lamm oder ohne, ob überhaupt mit Fleisch und Fisch oder lieber vegetarisch oder vegan. Selbstverständlich enthalten wir von den Stadtwerken uns jedes Urteils. Und bestimmt erwarten Sie von uns auch keine Rezeptvorschläge. Trotzdem…
Festmahl mit Verantwortung
… gewiss werden ein paar Gedanken Ihre Osterfreude nicht trüben. Die Saarbrücker Zeitung hat in der Ausgabe Saarlouis vom 26.03.2026 auf Seite C5 einen Artikel überschrieben: „Tipps der Verbraucherzentrale: So können Sie Wasser sparen“. Mit Berufung auf die Verbraucherzentrale des Saarlandes wird darauf hingewiesen, dass der direkte Trinkwasserverbrauch seit den 1980er Jahren auf etwa 126 Liter pro Person gesunken sei (erstaunlich wenig, da doch empfohlen wird, täglich mindestens anderthalb Liter Wasser zu trinken und dafür Leitungswasser sehr geeignet ist). In dem Artikel geht es vor allem um „virtuelles Wasser“, das bei der Produktion von Kaffee, Fleisch, Gemüse usw. verbraucht oder verschmutzt wird – oft in Weltgegenden, wo Wassermangel herrscht. Deshalb wird empfohlen, regional und saisonal einzukaufen, mehr pflanzliche Lebensmittel zu wählen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Also, wenn Sie ein festliches Osteressen planen, haben Sie die Wahl: Sie können Gemüse und Salat aus unserer Gegend kaufen, ebenso Fleisch, Fisch, Käse, Backwaren usw. Und Sie sollten nicht mehr kochen, als sie mit Ihrer Familie essen werden („Resteverwertung“ mit berücksichtigt).
Frühling auf dem Teller
Na gut. Ausnahmsweise doch ein Rezeptvorschlag (für eine Vorspeise?), in dem alle erwähnten Ratschläge mit berücksichtigt sind: „Ei im Loch.“ Das hört sich kurios an, ist aber schmackhaft, gesund und nachhaltig. Wichtigster Akteur ist Löwenzahn. Wenn Sie eine Wiese oder ein Stück Rasen oder Garten haben, wo Löwenzahn gedeihen darf, können Sie sich kostenlos bedienen (sonst nehmen Sie Ware von lokalen Anbauern). Bereiten Sie ein Dressing wie folgt: Senf und/oder Meerrettich mit Weinessig oder weißem Balsamico verrühren, dann mit Rapsöl im Verhältnis 1:3 (oder 1:2, sofern Sie ausgelassenen Speck dazugeben) zu einer Emulsion verrühren, salzen und pfeffern, Röllchen von frischem Schnittlauch und/oder Streifen von Sauerampfer (auch Apfelstückchen sind möglich) zugeben. Den frischen Löwenzahn gründlich waschen und behutsam mit der Marinade vermengen. Nicht zu lange stehen lassen, der Salat fällt leicht zusammen. Deshalb möglichst parallel Scheiben von Bauern- bzw. Roggenbrot in einer beschichten Pfanne ohne Fett sanft anrösten. Das Innere der gerösteten Brotscheiben bis auf einen etwa 1 cm breiten Rand an der Krume ausschneiden. Etwas Butter in die Pfanne geben, die Brotringe einlegen und ein Ei vorsichtig in der Mitte platzieren und zu einem Spiegelei braten. Den Salat und die ausgestochenen Teile der Brotscheiben mit dem „Ei im Loch“ auf einem Teller anrichten, als Topping – nach Belieben – ausgelassene geräucherte Speckwürfelchen oder kurz geröstete Walnussstücke (dann empfiehlt sich Walnuss- oder Olivenöl) drüber. Frisches Leitungswasser und ein gut gekühlter Weißwein dazu… Halleluja, frohe Ostern!