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Stadt Wadern
Ausgabe 18/2026
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Wenn das Klo zum Hochwasserrisiko wird

Solch ein Hochwasserereignis will niemand erleben.

Die Erinnerung an das Pfingsthochwasser 2024 ist eine Mahnung, dass Alltagsgewohnheiten und Unachtsamkeit Einfluss auf die Umwelt und das Schadensrisiko haben.

Die Schäden an Haus, Garten oder Auto sind behoben, die Verletzungen an Leib und Seele hoffentlich auch – aber die Betroffenen haben das Pfingsthochwasser vor zwei Jahren in schlimmer Erinnerung, ebenso die zahlreichen Hilfskräfte, die bis zur Erschöpfung im Einsatz waren. Im Mai 2024 führten anhaltende Starkregenfälle zu Überflutungen, Erdrutschen und erheblichen Schäden in zahlreichen Kommunen im Saarland. Straßen, Brücken und Bahnverbindungen wurden beschädigt oder unpassierbar, viele Keller und Häuser mussten renoviert werden. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

Extremwetter und Eigenverantwortung

Wir sollten dieses Naturereignis im Gedächtnis behalten. Denn es hat vor Augen geführt, dass auch bei uns extreme Wetterereignisse zunehmen und der Klimawandel ein Fakt ist, der viel Geld kostet, nicht nur für die Beseitigung von Schäden, sondern auch für Schutzmaßnahmen. „Was hat das mit mir zu tun?“, mag man sich fragen. Nun, tatsächlich kann man das Wetter nicht ändern und Hochwasser nicht verhindern – jedenfalls nicht auf direktem Wege. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen eigenem Verhalten, Extremwetter und Schäden, auch wenn der eigene Beitrag gegenüber Ereignissen wie dem Pfingsthochwasser vergleichsweise gering erscheinen mag. Beispielsweise sollten Sie die Versiegelung von Flächen vermeiden, damit Regenwasser versickern kann. Und sie sollten weiterhin den Klimaschutz unterstützen, denn weniger CO₂-Ausstoß hilft langfristig, Extremwetter zu begrenzen.

Das unterschätzte „stille Örtchen“

Woran man in diesem Zusammenhang vielleicht nicht denkt, ist das eigene Klo! Einfach gesagt: Wenn alle nur Toilettenpapier und menschliche Ausscheidungen in die Toilette geben, bleibt das Kanalsystem funktionsfähig. Bei Starkregen ist es dann deutlich unwahrscheinlicher, dass es zu Rückstaus und Überflutungen kommt. Werfen Sie also keine Speisereste und Küchenabfälle in die Toilette, säubern Sie grob das Geschirr, bevor Sie es in die Spülmaschine räumen! Feststoffe und Fette, auch Suppen oder verdorbener Joghurt, können sich in Kanalrohren ablagern, diese werden enger, weniger Wasser kann abfließen. Es können sogar sogenannte „Fettberge“ entstehen, die wie eine Staumauer wirken. Pumpwerke und Rückhaltebecken können versagen, Pumpen oder Rechen in Kläranlagen blockieren. Und die Rückhaltebecken laufen schneller voll, wenn Abflüsse nicht funktionieren.

Kleine Ursachen – große Folgen

Die Erinnerung an das Pfingsthochwasser sollte Unachtsamkeit und Bequemlichkeit entgegenwirken. Mal eben die Zigarettenkippe ins Klo geworfen oder die Katzenstreu und den Vogelsand hineingekippt... Bitte nicht! Auch Korken, Flaschenverschlüsse, Bierdeckel gehören nichts ins Klo. Ebenso wenig Textilien aller Art, Strumpfhosen, Socken, Lappen, Stoffreste, auch Windeln, Slipeinlagen, Tampons, Kondome, Mullbinden, Wundpflaster. Sogar Taschen- und Kosmetiktücher, auch Feuchttücher, selbst wenn sie als „biologisch abbaubar“ bezeichnet werden, sind fürs Abwasser tabu. Ebenso wie Wattestäbchen und Zahnseide können menschliche und tierische Haare Probleme machen. Wenn Sie also Haare aus dem Siphon in der Dusche entfernen, werfen Sie diese genauso wie die genannten Hygieneartikel in den Restmüll! Denn auch „Kleinvieh macht Mist“! Haushaltstücher z. B. können mit ihren Kunststofffasern die Pumpen im Abwassernetz verstopfen. Das kann überraschend schnell gehen. Wenn ein Pumpwerk ausfällt, gibt es Rückstaus im System, das Abwasser läuft bei Starkregen nicht ordentlich ab und, wenn es besonders schlecht (ab)läuft, bis in Ihren Keller oder Ihr Bad.