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Stadt Wadern
Ausgabe 24/2026
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Weniger Abfall - aber kein Grund zur Entwarnung

Im Familienalltag kann Nachhaltigkeit geübt werden.

Die Gesamtabfallmenge in Deutschland ist 2024 gesunken. Die Ursachen sind vor allem weniger Bauaktivität und eine schwache Konjunktur. Gleichzeitig ist der Hausmüll leicht gestiegen. Die Zahlen zeigen: Müllvermeidung bleibt eine wichtige Aufgabe.

Klingt zunächst gut: „Abfallaufkommen fällt 2024 auf den tiefsten Stand seit 2009.“ So überschrieb die Saarbrücker Zeitung einen Artikel in der Ausgabe vom 2. Juni 2026 auf der Seite D6 „Panorama“. Hintergrund ist der Bericht des Statistischen Bundesamtes, wonach es 2024 insgesamt 362,7 Mio. t Abfälle in Deutschland gegeben habe; 4,6 % weniger als ein Jahr zuvor. Der höchste Wert sei 2018 mit 417,2 Mio. t gemessen worden, 2009 seien es 359,4 Mio. t gewesen.

Rückgang mit wirtschaftlichem Hintergrund

Beim Weiterlesen des SZ-Artikels merkt man, dass es sich eigentlich um keine guten Nachrichten handelt. Denn dass bei Bau- und Abbruchabfällen, die etwa die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens ausmachen, ein Minus von 8,1 % verzeichnet wurde, heißt, dass weniger gebaut und saniert wurde. Und dass bei Produktion und Gewerbe 4,1 % weniger Abfälle anfielen, hängt mit der lahmenden Konjunktur zusammen. Eindeutig negativ ist jedoch der in dem Artikel beschriebene Befund: „Die Menge an Siedlungsabfällen, das sind Abfälle aus privaten Haushalten, stieg leicht um 0,8 Prozent auf 49,3 Millionen Tonnen, ihr Anteil am Gesamtaufkommen liegt bei etwa 14 Prozent.“

Mit anderen Worten: Wir alle benutzen immer noch zu viele Wegwerfprodukte und konsumieren nicht wirklich nachhaltig. Andererseits – das darf nicht überlesen werden – schreibt die SZ: „Laut den Angaben wurden insgesamt 296,2 Millionen Tonnen Abfälle verwertet. Das entspricht einer Verwertungsquote von 82 Prozent.“ Dies kann so gelesen werden: Mülltrennung und Recycling scheinen in der Bevölkerung zu funktionieren – obwohl sicherlich eine höhere Verwertungsquote wünsch- und machbar wäre.

Deutschland produziert insgesamt also weniger Abfall. Von einer allgemeinen „Müllvermeidung“ kann nach den aktuellen Daten nicht gesprochen werden. Deshalb bleibt der Umgang mit Abfall eine Querschnittsaufgabe mit vielen Facetten – von der Vermeidung übers Recycling bis zur Entsorgung. Darum ist es erstaunlich, dass der Bericht des Statistischen Bundesamtes in den Medien nur schwach kommuniziert wurde. Genaue Angaben finden Sie aber beim Statistischen Bundesamt unter https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_185_321.html (aufgerufen am 06.06.2026).

Müllvermeidung beginnt im Alltag

Ungeachtet der konjunkturellen Aufs und Abs ist Müllvermeidung eine der wirksamsten Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung. Sie bringt Vorteile für die Gesamtgesellschaft, Städte und Gemeinden sowie für jeden einzelnen Menschen, weil Umwelt und Ressourcen geschont werden. Denn für die Herstellung von Produkten werden Rohstoffe, Energie und Wasser benötigt. Wer bewusst einkauft, Mehrwegprodukte nutzt und unnötige Verpackungen vermeidet, spart selbst sogar oft Geld. Langlebige Produkte müssen seltener ersetzt werden als billige Wegwerfartikel. Für unsere Lebensqualität bedeutet weniger Abfall geringere Umweltbelastungen sowie sauberere Kommunen, Böden und Gewässer. Und: Wenn weniger Müll entsteht, können Ausgaben eingespart und an anderer Stelle investiert werden.