„Wilde Ecken“ mit Totholz, Freifläche und heimischen Blüten (inkl. Wasserstelle) helfen Wildbienen.
Die Trockenheit lässt viele Gärten ungepflegt erscheinen. Doch gerade „wilde“ Ecken mit Totholz und Blühpflanzen bieten Wildbienen wertvollen Lebensraum.
Ein ordentlicher Garten gilt oft als Visitenkarte. Zurzeit sehen aber viele Gärten nicht sehr gepflegt aus, weil einige Pflanzen ganz oder teilweise verdorrt sind. Und mancher Gartenfreund überlegt sich dreimal, ob er angesichts der Trockenheit ein abgeerntetes Beet erneut bepflanzt oder damit wartet, bis die Tage weniger heiß sind.
Weniger Ordnung, mehr Artenvielfalt
Wie so oft gilt auch hier der alte Spruch: „Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für was gut ist.“ Was am Garten auf den ersten Blick vernachlässigt wirkt, hat Vorteile - z. B. für Wildbienen. Diese profitieren von einem Garten, der stellenweise wie eine Steppe wirkt, wo Totholz, abgestorbene Stängel und Blätter liegen, wo Grünschnitt nicht umgehend entsorgt wird, wo auf Kunstdünger und Pestizide verzichtet wird usw.
„Wildbienen sind unverzichtbare Bestäuber in unserem Ökosystem. Doch mehr als die Hälfte der rund 560 Wildbienenarten in Deutschland ist bedroht“, schreibt der gemeinnützige Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) als Einstieg in ein Kapitel auf seiner Homepage, wo neben Informationen auch Hilfsmöglichkeiten für Wildbienen (u. a. zwecks Nestbau) genannt werden (https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/, aufgerufen am 14.07.2026).
„Wenn Sie Bestäuber wie Sandbiene, Hummel und Mauerbiene in Ihrem Garten ansiedeln wollen, schaffen Sie am besten viele natürliche Nisthilfen: Lassen Sie Stapel von Totholz liegen und abgestorbene Obstbäume möglichst lange stehen. Hier finden Wildbienen immer einen geeigneten Nistplatz, um ihre Brut großzuziehen. Auch offene sandige oder lehmige Bodenstellen, Trockenmauern mit Fugen und Löchern sowie ungestörte Ecken mit Laub und Reisig helfen“, heißt es in den angegebenen Artikel.
Mit einfachen Mitteln Wildbienen fördern
Die Frage „Wie kann ich Wildbienen helfen?“, beantwortet der BUND: „Schaffen Sie natürliche oder selbstgebaute Nistmöglichkeiten. Schaffen Sie ein stabiles Nahrungsangebot durch vielfältige heimische, bienenfreundliche Wild- und Nutzpflanzen. Verzichten Sie auf Pestizide. Lassen Sie wilde Ecken im Garten zu.“ Dazu kommt der Rat: „Wenn Sie einen Rasen haben, mähen Sie diesen so selten wie möglich und lassen Sie Teile über das ganze Jahr hinweg ungemäht. Lassen Sie außerdem Kräuter (beispielsweise Klee und Löwenzahn) im Rasen zu.“
Für Wildbienen empfiehlt der BUND eine Vielzahl von heimischen, ungefüllten Blühpflanzen - als Frühblüher: Krokusse, Schlüsselblumen, Traubenhyazinthe; als Wildblumen: Astern, Resede, Glockenblume; als Kräuter: Thymian, Salbei, Bohnenkraut; als Obstbäume: Apfel, Kirsche, Birne; als Sträucher: Johannisbeere, Brombeere, Holunder. Tipp von uns: Wenn Sie Gemüse wie Zwiebeln, Salat, Fenchel usw. einfach (auch über Winter) stehen und dann blühen lassen, findet sich in den Blüten eine erstaunliche Vielfalt von Insekten ein!
Wichtig ist außerdem der Hinweis des BUND: „Vor allem in den warmen Sommermonaten sollte man für die Bestäuber flache Wasserschalen mit Steinen als Landeplätze aufstellen.“