Liebe Mitglieder der Bürgerinitiative,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
seit rund neun Jahren setzen wir uns gemeinsam für eine bessere medizinische Versorgung im Hochwald ein. Viele von euch begleiten diesen Weg von Anfang an. Gemeinsam haben wir Höhen und Tiefen erlebt – und wir haben nie aufgehört, an eine gute Lösung für unsere Region zu glauben. Dafür haben wir zahlreiche Aktionen gestartet, dafür haben wir über Jahre hinweg Mahnwachen gehalten.
Die kürzlich erfolgte Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung, den Letter of Intent für das Modellprojekt zur Gesundheitsversorgung im nördlichen Saarland nicht zu unterzeichnen, hat viele Menschen in unserer Region enttäuscht. Für uns ist diese Entscheidung aber kein Schlusspunkt. Im Gegenteil: Wir sehen die Kassenärztliche Vereinigung weiterhin als wichtigen Partner, denn wir müssen gemeinsam darüber sprechen, wie eine stabile medizinische Versorgung im nördlichen Saarland künftig aussehen sollte und was ein jeder der Akteure dazu beitragen kann.
Gemeinsam mit der Stadt Wadern haben wir deshalb ein Transparenzpapier mit einem umfangreichen Fragenkatalog auf den Weg gebracht. Es geht uns nicht darum, Vorwürfe zu erheben oder Schuldige zu suchen. Wir möchten verstehen, wie sich alle Beteiligten die Zukunft vorstellen, und wir möchten, dass diese Diskussion offen, ehrlich und transparent geführt wird.
Das Transparenzpapier wurde deshalb nicht nur an die Kassenärztliche Vereinigung als direkten Ansprechpartner geschickt, sondern auch an das Gesundheitsministerium, die Ministerpräsidentin, die Ärztinnen und Ärzte unserer Region, den Hausärztinnen- und Hausärzteverband, den Landkreis sowie viele weitere politische Entscheidungsträger.
Die Stadt Wadern geht diesen Weg – wie die gesamte bisherige Wegstrecke auch – gemeinsam mit uns. Wie gesagt: Wir haben Fragen, wir wollen Antworten und wir wollen Klarheit. Wir wollen eine Perspektive für die Zukunft aufzeigen und deutlich machen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.
Vor diesem Hintergrund möchte ich euch die Bürgermeister-Info von Jochen Kuttler ab Seite 3 in dieser Ausgabe des Amtsblatts besonders empfehlen. Dort erläutert er ausführlich, warum wir diesen Schritt gegangen sind und welche Ziele wir mit dem Transparenzpapier verfolgen. Über den dort abgedruckten QR-Code gelangt ihr direkt zum vollständigen Transparenzpapier mit Fragenkatalog. Die Unterlagen findet ihr außerdem auf der Internetseite der Stadt Wadern unter www.wadern.de.
Wir stehen unserem Ziel heute näher als je zuvor seit 2017: dem Aufbau einer medizinischen Versorgung im nördlichen Saarland, die im Rahmen eines Modellprojekts neue Wege geht. Und vielleicht ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, all denen Danke zu sagen, die über ihren Schatten gesprungen sind und dieses Projekt unterstützen – dem Gesundheitsministerium, der Knappschaft, den Krankenkassen und allen weiteren Akteuren, die bereit sind, diesen Weg mitzugehen.
Viele haben Ja gesagt, einer hat Nein gesagt. Unser Ziel muss es sein, entweder alle für diesen Weg zu gewinnen oder notfalls den Weg mit denjenigen weiterzugehen, die ihn weiterhin unterstützen. Darum wollen wir von der Kassenärztlichen Vereinigung wissen, wie sie sich die Zukunft der ambulanten Versorgung in unserer Region konkret vorstellt. Sie hat schließlich einen gesetzlichen Sicherstellungsauftrag. Solche Fragen sind legitim.
Nicht nur diese Diskussion im Detail, sondern die gesamte Entwicklung zeigt: Unser gemeinsamer Weg, die medizinische Versorgung im nördlichen Saarland auf neue Füße zu stellen, ist noch lange nicht zu Ende. Die Herausforderungen sind nicht kleiner geworden – aber genau deshalb dürfen auch unsere Zuversicht und unser Engagement nicht geringer werden.
Ich danke euch allen für eure Unterstützung, eure Geduld und eure Beharrlichkeit. Gemeinsam werden wir uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Menschen im Hochwald künftig gut und wohnortnah medizinisch versorgt werden.