„Steine mögen die Mauern einer Burg bilden,
aber es sind Menschen wie Du, die ihr eine Seele schenken
und ihre Geschichte lebendig halten.“
Seit Karin Spange zum 1995 gegründeten Orlamünder Burgverein dazu gestoßen ist, ist sie eine der treibenden Kräfte hinter den Mauern der Kemenate. Nun feiert die Vorsitzende des Orlamünder Burgvereins ihren 70. Geburtstag. Ein Meilenstein, der im gesamten Verein gebührend von den Mitgliedern gewürdigt wird. Seit vielen Jahren prägt die Jubilarin mit dem Orlamünder Burgverein das kulturelle Leben des Ortes und darüber hinaus der gesamten Region entscheidend mit und sorgt auch dafür, dass die Geschichte Orlamündes lebendig bleibt.
Ihr Weg im Burgverein begann jedoch nicht an der Spitze, sondern im Maschinenraum der Vereinsarbeit - den Finanzen. Als langjährige „Finanzchefin“ behielt sie stets den Überblick über die Zahlen, sicherte die wirtschaftliche Basis des Vereins und bewies ein außergewöhnliches Organisationstalent. Ihre Zuverlässigkeit und ihr unermüdlicher Einsatz brachten sie an die Spitze des Vereins. So übernahm sie nach dem altersbedingten Zurücktreten der langjährigen Vorsitzenden Margit Müller folgerichtig den Vorsitz. Seither leitet sie die Geschicke des Burgvereins mit viel Herzblut, klarem Verstand und außergewöhnlichem Engagement, das oftmals einem Vollzeitjob gleicht.
Wer an den Orlamünder Burgverein denkt, denkt unweigerlich an die großen Höhepunkte im städtischen Kalender. Ob das traditionelle Burgfest oder die mystische Walpurgisnacht - es ist vor allem ihrem Engagement zu verdanken, dass diese Veranstaltungen Jahr für Jahr Hunderte von Besuchern anlocken. Auch beim Weihnachtsmarkt, der von allen Orlamünder Vereinen mitorganisiert wird, bewahrt sie kühlen Kopf. Von der umfangreichen Logistik im Hintergrund, der Planung der Akteure, der Platzgestaltung bis hin zur Betreuung der Gäste und Besucher zieht die Vorsitzende die Fäden und packt auch selbst kräftig mit an.
Unzählige Male führte sie Besucher, auch an offenen Sonntagen, durch die fünf Geschosse der Kemenate und vermittelte ihr Wissen über das Gebäude und das Grafengeschlecht der Orlamünder in der Vergangenheit.
Doch ihr Einsatz beschränkt sich nicht nur auf die großen Feste. Auch für die leisen, bildenden Töne investiert sie Zeit. Die beliebten Vortragsreihen im Frühjahr und im Herbst zu historischen und kulturellen Themen organisiert sie federführend gemeinsam mit Vereinsmitgliedern.
Darüber hinaus hat es sich Karin Spange zur Aufgabe gemacht, die Organisation und die Pflege des gesamten Geländes in die Hand zu nehmen. Am Donnerstagvormittag in jeder Woche im Sommerhalbjahr finden Arbeitseinsätze auf dem Kemenatengelände statt. Zusätzlich kümmern sich Helfer des Vereins und Vereinsmitglieder an ausgewählten Sonnabenden um den Erhalt des Geländes.
Genauso unermüdlich, wie sie das Außengelände koordiniert, so fürsorglich und hingebungsvoll kümmert sie sich um das Innere der Kemenate. Durch ihren Blick auf eine ständige, sorgsame Pflege aller Etagen bleibt das historische Gebäude ein lebendiges, sauberes und einladendes Denkmal, das für jeden Besucher sofort spürbar eine Seele besitzt.
In ihrer Amtszeit gab es eingreifende Veränderungen wie den Ausbau der Herrentoiletten, den Einbau einer neuen Küche, Installation von Infrarotheizungen im Rittersaal, sowie die Umgestaltung von zwei Etagen in der Kemenate.
Zum einen die Ausstellungsetage, das Herzstück der Kemenate, mit den wertvollen Zeitzeugen aus der frühgeschichtlichen Vergangenheit die in neu angeschafften Vitrinen aufbewahrt werden und mit Bildern von Orlamünde aus vier Jahrhunderten, die eine faszinierende Zeitreise, ermöglichen. Beim Zusammentragen der historischen Bilder hat Karin Spange die Arbeit durch akribische wissenschaftliche Arbeit unterstützt. Jede Leihgabe der damaligen Ausstellung hat sie dokumentiert und aufbewahrt, sodass interessierte Besucher noch heute in Ordnern blättern und die historische Wandlung von Orlamünde in nachvollziehen können.
Zum anderen die Karlstadt-Etage, in der durch eine tiefgründige Aufarbeitung das Wirken des Reformators Andreas Bodenstein aus Karlstadt als Pfarrer in Orlamünde und einstiger Weggefährte von Martin Luther umfänglich gezeigt wird. Diese Etage würdigt seine theologische und historische Bedeutung auf angemessene Weise. Die wissenschaftliche Vorleistung hierfür haben das Ehepaar und die Vereinsmitglieder Gudrun und Dr. Peter Lange erbracht. Ohne diverse umfangreiche handwerkliche und kuratorische Arbeiten von Vereinsmitgliedern wäre die Umgestaltung so nicht möglich gewesen.
Karin Spange koordiniert die helfenden Hände, sie packt selbst mit an und sie sorgt dafür, dass die Kemenate innen wie außen immer ein Ort der Begegnung, der Ruhe und der Schönheit bleibt. So wird nicht nur ein Stück Geschichte für uns bewahrt, sondern auch für die Generationen, die nach uns kommen.
Liebe Karin, mit deinen 70 Jahren blickst du heute auf ein reiches Leben zurück. Dass du einen so großen Teil deiner Zeit und Energie unserem Verein und dem historischen Erbe, der Kemenate, geschenkt hast, erfüllt uns mit Dankbarkeit. Deine nie ermüdende Tatkraft, deine Zuverlässigkeit und deine Liebe zur Heimat und zur Kemenate sind uns allen ein großes Vorbild.
Wir gratulieren dir zu deinem 70. Wiegenfeste von ganzem Herzen. Wir danken dir für deinen unschätzbaren Dienst rund um die Kemenate und um unseren Verein.
Für das neue Lebensjahrzehnt wünschen wir dir vor allem Gesundheit, weiterhin diese ansteckende Tatkraft und unzählige glückliche Stunden - gerne auch mal entspannt auf einer der neuen Bänke an unserer Kemenate mit Blick ins Saaletal.
Herzlichen Glückwunsch und ein dreifaches Hoch auf dich!
Dr. Ute Leonhardt
als Mitglied und im Namen des Orlamünder Burgvereins