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Ausgabe 4/2024
Schmiedefeld
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Informationen

Der Ortsteil Taubenbach feiert mit, obwohl er viel jünger ist. Eigentlich gibt es gar keine Urkunde für die Ersterwähnung dieses Ortes. Die erste Aufzeichnung eines Bewohners ist eine Kirchenbucheintragungvon 1572 im Beerdigungsregister der Kirchgemeinde Großneundorf, wozu Taubenbach gehörte. Da lesen wir: “Die Bockin in Daumbach den 17.12. sepulti (verstorben). Am gleichen Tag der Beerdigung wurde auch ihr Mann Christoph Bock auf dem Gottesacker zu Großneundorf zur Erde gebracht.“ Auf der nächsten Seite steht: „Anno 1582 ist in Taubenbach des Nachts ein Feuer ausgekommen, welches Hannsen Bockens zwei Kinder, ein Knecht und eine Magd erfasst, sobald gar im Feuer zu Pulver gebrannt und danach ihre Reliqua (Reste) am Carfreitag gen Neundorf geführt und zur Erde bestattet wurden (13.04.1582).“

Aus diesem Eintragen kann man schließen, dass es am Taubenbach ein Bocks-Gut gab. In den Jahren 1560 bis 1660 gibt es nur den Namen Bock (also nur eine Großfamilie). Die Knechte und Mägde wechselten öfters.

J.G. Göbel zeigt uns in seiner „Beschreibung des Amtes Gräfenthal“ vom Jahre 1790, (Herausgegeben von Dr. Herbert Kühnert, Verlag Adolf Schaar, 1928) etwas mehr über Taubenbach.

„Das Amtsdorf Taubenbach besteht aus einem Bauerngut und drei kleinen Häuslein. Ersteres ist in ein halbes und zwei Viertelgüter geteilt. Die Siedlung liegt nach Südosten auf das Vitriolwerk zu, nach Südwesten zu grenzt sie an die sogenannten Teichgüter, nach Nordosten an Schmiedefelder Flur. Sie hat 3 Gutsbesitzer, 6 Häuser, 6 Scheunen, 5 Backhäuser und baut 12 Fuder Heu und 2 Fuder Grummet. Das Vieh beläuft sich auf 15 Stück, nämlich 3 Ochsen, 7 Kühe, 4 Stück göldenes Vieh (Schafe und Ziegen) und 1 Pferd.

Taubenbach hat 32 Einwohner, nämlich 2 Witwen, 7 Ehepaare, 4 junge Burschen,3 Mädchen über 14 Jahre, 4 Kinder männlichen und 5 Kinder weiblichen Geschlechts. Es ist nach dem ¼ Stunde entfernt gelegenen Schmiedefeld eingepfarrt und muss seine Kinder dahin in die Schule schicken.

Das Dorf ist mit bestimmten Fronen (Herrendiensten) beschwert und dem hohen amtsherkömmlichen Lehngeld unterworfen. Unter den Einwohnern befinden sich 2 Olitätenhändler, 1 Fuhrmann und 1 Leineweber.“

(Fortsetzung folgt)

Heimatfreunde Schmiedefeld