Friesauer Kleintierzüchter stellen trotz Hühnerverbot fast 250 Tiere aus - Erfolgreiche Taubenzüchter fahren nach Leipzig - Auch im Verein, der Bundesvorsitzende der Verkehrtflügel-Kröpfer
„Darf ich als Hahn denn heute hier sein?“ Saalburg-Ebersdorfs Bürgermeister Carsten Hahn ist Schirmherr der Kleinzierzüchterausstellung des Friesauer Vereins und war deshalb am Samstag Gast zur Eröffnung. Dort dankte er für das Engagement und ermutigte: “bleibt eurem Hobby treu, trotz aller Widrigkeiten.“
Damit meinte er die derzeitige Stallpflicht für Geflügel und damit das Ausstellungsverbot für Hühner. Davon sind die Züchter im Saale-Orla-Kreis betroffen, obwohl es keine Fälle gegeben habe, Halter aus unserer Region dürfen aber in anderen Gegenden ausstellen, ganz Südthüringen sei offen.
Wolfgang Hatzel, der Vorsitzende des Kreisverbandes Geflügel, machte seinem Ärger darüber Luft und sagte Richtung Landratsamt, dass er sich wünscht, dass dort bald bessere Entscheidungen getroffen werden.
Hühner durften nicht ausgestellt werden,Tauben schon. Dort hatte er als Preisrichter gut zu tun in Friesau. 94 Tiere waren am Freitag zur Bewertung in der Ausstellungshalle abgegeben worden. Viele sehr gute Tiere waren dabei, auch wenn die Vorgaben der Tierschützer die Bewertung erschweren. Zum Beispiel werden zu weit auseinanderliegende Augen oder die ungleiche Fußform spezieller Arten nicht mehr als Besonderheit gesehen, sondern mit Punktabzug gestraft.
Dennoch erzielten die Züchter sehr gute Ergebnisse. Einen Kreisverbands-Ehrenpreis erhielten Jöran Käster für seine Schmöllner Trommeltauben und Steffen Teichmann, für die Syrischen Segler (beide hervorragend 96 Punkte). Friesauer Vereinsmeister 2025 in der Taubenzucht wurde Herbert Pillhofer für seine Berhardiner Schecken.
Noch größer war die Schau der Kaninchen. Die 144 zur Bewertung angegeben Tiere wurden von gleich drei Preisrichtern bewertet, denn so viele Langohren waren lange nicht dabei gewesen. Als bester Züchter im Verein wurde der Vorsitzende Harald Grimm für seine Helle Großsilber geehrt. Einen Kreisverbands-Ehrenpreis haben Thomas Schink für seine Zucht der Lohkaninchen, schwarz, und Olaf Popp für Blaue Wiener erhalten. Die Preisträger erhielten Erinnerungsstücke, Futtermittel und Gutscheine.
Im Januar 2026 findet die Kreisschau der Kleintierzüchter im Vogtland statt. Dort werden viele Tiere, auch von den Ausstellern aus Friesau und der umliegenden Vereine erwartet. Auch bis nach Leipzig sind die Männer unterwegs. Wenn Anfang Dezember die bundesweit wohl größte Veranstaltung für Kleintierzüchter stattfindet, werden Jöran Käster und Frank Feustel dabei sein. Kästner hat die Schmöllner Trommeltaube von der Dorfliga in die Bundesliga gebracht. Dort ist Frank Feuste,l mit seinen Verkehrtflügel-Kröpfern, schwarz und rot, schon längst angekommen. Der Remptendorfer ist 1. Vorstand des Bundesverbandes der Züchter dieser speziellen Rasse, hat durch seine Zucht Kontakte im ganzen Land, nach Polen und im Nahen Osten.
Harald Grimm, der Vorsitzende des Friesauer Kleintierzuchtverein ist sehr zufrieden mit dieser Entwicklung. Zur Ausstellungseröffnung am Samstagvormittag konnte er mehrere Gäste begrüßen, schnell füllten sich der Clubraum und die Halle mit Interessierten.
Ihm und seinen Vereinsmitgliedern, darunter einige junge Männer und Frauen aber vor allem alte erfahrene Hasen ist das Hobby wichtig, eine ehrliche, dankbare Arbeit, die Ausdauer und Tradition verbindet. Das gesellige Miteinander und der freundschaftliche Austausch seien dabei genauso wichtig, wie gute Zuchtergebnisse, sagte er. Deshalb sparte er nicht mit Dank, an alle, die dieses Hobby betreiben und die Menschen oder Firmen, die im Ehrenamt, durch Geld oder Sachspenden die Kleintierzüchter in Friesau und der gesamten Region unterstützen.
Fotos und Text: Sandra Smailes