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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 2/2021
Nichtamtlicher Teil
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Netzwerk gegen häusliche Gewalt macht auf lokale Ansprechpartner aufmerksam

Zunehmende Spannungen in Familien offenbaren sich in Beratungsstellen

„Sie möchten Frauen in ihrem Umfeld helfen, die Gewalt erlebt haben? Wir unterstützen Sie dabei – Hilfetelefon 08000 116 016“. Mit einer aufrüttelnden Kampagne in den sozialen Medien macht das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben aktuell auf das Thema Gewalt gegen Frauen und das bundesweit erreichbare Hilfetelefon aufmerksam.

Auch im Saale-Orla-Kreis ist aus der sonst jährlich im November stattfindenden Aktionswoche aufgrund der Corona-Situation eine längere Aktionszeit geworden, die nun bis April auf Hilfsangebote des Netzwerkes gegen häusliche Gewalt aufmerksam macht. „Häusliche Gewalt kommt ganz real vor, auch im Saale-Orla-Kreis“, so Nadine Hofmann. Doch die Hemmschwelle für die Betroffenen ist hoch. Wem sollen sie davon erzählen? Wem kann man sich anvertrauen? Wohin kann man sich vor Ort wenden, um Hilfe zu bekommen?

„Unsere Partner im Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Saale-Orla-Kreis stellen in den vergangenen Wochen ganz konkret fest, dass sie als Ansprechpartner von Betroffenen in schwierigen Lagen wirklich wahrgenommen und kontaktiert werden“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte. Darunter die Suchtberatung und die Erziehungs-, Ehe-, Familien und Lebensberatungsstelle des Diakonievereins Orlatal e.V., das Jugendamt und die Beratungsstelle Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung (ThINKA) in Bad Lobenstein. So werde die Suchtberatung auch in der Zeit des Lockdowns konstant gut angenommen. Im Jugendamt zeige sich, dass Familien zunehmend an ihre Belastungsgrenzen kommen und Familienberater erfahren in den Beratungen von sich zuspitzenden Problemen in den Familien, die es bisher so nicht gab, als Schulen und Kindergärten normal geöffnet waren. Arbeiten im Homeoffice und dazu die Betreuung von Kindern verschiedener Altersgruppen – das sei nicht längere Zeit unter einen Hut zu bringen. Hier liege die Hauptlast oft bei den Müttern und die Familien leben im Dauerstress, betont die Gleichstellungsbeauftragte.

„Wir wissen: hinter den verschlossenen Türen liegen die Nerven in vielen Familien blank, gibt es Konflikte und auch Gewalt“, so Nadine Hofmann, die auch mit der Opferorganisation Weißer Ring eng in Kontakt ist, wo diese Einschätzung bestätigt wird. Deshalb schließen sie sich der Kampagne des bundesweiten Hilfetelefons an und machen genau jetzt, in dieser Lockdown-Zeit, auf die Angebote aufmerksam.

Für alle, die sich zu Hause nicht mehr sicher fühlen, die betroffen sind von häuslicher Gewalt oder die von Betroffenen wissen und helfen möchten, bietet das hiesige Netzwerk gegen häusliche Gewalt Hilfe und Kontakte an – zum Beispiel den Frauennotruf im Saale-Orla-Kreis unter 0174 564 70 19.

Flyer, Visitenkarten und Plakate mit Informationen und Kontakten zu allen Netzwerkpartnern liegen seit Beginn der Aktionszeit im Saale-Orla-Kreis unter anderem bei Bäckereien, Fleischereien, Apotheken, Einkaufsmärkten sowie Filialen der Kreissparkasse Saale-Orla aus. „Ich danke allen Partnern, die es unterstützen, dass wir die Kontakte zum Netzwerk genau dort auslegen können, wo die Menschen im Alltag hingehen und wo sie jetzt aktuell auch hindürfen“, so die Gleichstellungsbeauftragte Nadine Hofmann.

Mehr Informationen unter: 08000 116 016 (Anruf beim Hilfetelefon ist kostenlos) und unter www.hilfetelefon.de sowie unter www.saale-orla-kreis.de.

Text: Pressestelle LRA