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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 2/2026
Nichtamtlicher Teil
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Überarbeitete Planung für Linkenmühlenbrücke vorgestellt

Die Visualisierung des Planungsbüros zeigt die neue Linkenmühlenbrücke mit einer Gesamtlänge von knapp 179 Metern.

Geht es nach den beiden Landräten Marko Wolfram und Christian Herrgott, wird die neue Linkenmühlenbrücke eine dreifeldrige Hängebrücke mit zwei Pylonen, zwei Stützen im Stausee und einer Traglast von bis zu 30 Tonnen. Das Büro Setzpfandt Ingenieure hatte die Vorplanung in den vergangenen Wochen erneut überarbeitet. Mitte Februar stellten die Landräte und das Ingenieurbüro den Bürgermeistern der Anrainergemeinden, Lothar Linke (Altenbeuthen), Tom Zimmermann (Drognitz) und Tino Riemschneider (Paska) den Entwurf vor. An der Vorstellung nahm zudem der ehemalige Saalfelder Landrat Hartmut Holzhey teil.

Gegenüber der ursprünglichen Planung ruhen die stählernen Pylonen, die die Seile tragen, auf zwei im Stausee stehenden Stahlbetonpfeilern, um die Stützweite zu verringern. Die vorhandenen Widerlager der alten Brücke werden genutzt. Die Pfeiler wurden im neuen Entwurf so angeordnet, dass sie außerhalb der noch vorhandenen Trümmer der gesprengten alten Brücke stehen. Der einseitige Gehweg verläuft jetzt innerhalb der Pylonen. Ursprünglich war der beidseitige Ausbau der Gehwege außerhalb der Tragseile geplant. Durch die jetzige Vorzugsvariante der Vorplanung wird die Brücke statisch noch einmal aufgewertet.

„Wir freuen uns, dass dieses Projekt, für das wir lange gekämpft haben, nun endlich umgesetzt wird. Es ist gut und wichtig, dass die permanente Verbindung über den Hohenwarte-Stausee mit dem Bau der Brücke wieder hergestellt wird. Die Brücke ist an den Bedarf in der Region angepasst und nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Dennoch können im Notfall auch große Feuerwehrfahrzeuge den kurzen Weg über den Stausee nehmen“, so die beiden Landräte.

Brücke ist auch für Feuerwehr und ÖPNV ausgelegt

Die Bundesmittel zum Bau der Brücke wurden im Rahmen der Richtlinie zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs gewährt. Entsprechend kommt der attraktiven Gestaltung für Radfahrerinnen und Radfahrer eine besondere Bedeutung zu. Die Landkreise hatten die bisherige Brückenplanung gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Setzpfandt überarbeitet und eine kostengünstigere Variante erarbeitet. Diese wurde als förderfähig erachtet. Die Brücke wird als Radwege- und Fußgängerbrücke geplant. Sie darf beispielsweise durch Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, den öffentlichen Personennahverkehr sowie den motorisierten Individualverkehr aus der Region als Anlieger genutzt werden. Der Kfz-Verkehr wird auf der Brücke einspurig geführt und mit einer Lichtsignalanlage geregelt. Dafür werden an den Brückenenden Wartespuren hergestellt.

Die Verankerung der Mittel im Bundeshaushalt war 2023 dem damaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Reginald Hanke aus Breternitz gelungen. Die beiden Landkreise tragen rund eine Million Euro zum Projekt bei. Der Freistaat hat als Kofinanzierung der Bundesmittel 4,22 Millionen Euro für den Brückenbau in den Landeshaushalt eingestellt.

Möglicher Beginn der Arbeiten im Spätherbst 2026

Die Fördermittel des Bundes werden vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) über die Bewilligungsbehörde, das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) an den Landkreis ausgereicht. Die Bundesförderung wird für die Jahre 2024 bis 2028 gewährt. Eine Verlängerung bis 2030 ist beantragt. Die Förderung wird in Jahresscheiben zur Verfügung gestellt.

Die Landratsämter arbeiten an den Grundlagen, um das Baurecht ohne ein Planfeststellungsverfahren herzustellen. Die abschließende Prüfung der Notwendigkeit eines Planfeststellungsverfahren steht gegenwärtig noch aus. Teilt das Landesverwaltungsamt diese Einschätzung, können die Arbeiten im Spätherbst dieses Jahres beginnen. Ein Baustart vor dem Winter ist zwar ungewöhnlich, in diesem Fall aber wegen des niedrigen Wasserstandes im Stausee von Vorteil.

Auch an den Straßenanschlüssen wird gearbeitet

Bei den Straßenanschlüssen der Brücke sieht die Vorplanung vor, die Strecke zwischen der Brücke über den Moxaer Bach auf der Seite Linkenmühle und der Zufahrt zum Campingplatz Droschkau zur Fahrradstraße zu widmen, die von allen Anliegern mit Kfz befahren werden darf. Die Fahrbahnbreite in diesem Bereich wird nicht verändert. Die Spitzkehre an der Zufahrt zum Campingplatz Droschkau wird ohne den Einsatz von Bundesmitteln ausgebaut, um größeren Fahrzeugen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die weiterführenden Teile der Zufahrten nach Paska bzw. Altenbeuthen werden nicht verändert. Sie sind nicht Bestandteil der geplanten Baumaßnahme.

Text: P. Lahann / Presse- und Kulturamt Saalfeld-Rudolstadt

Bild: F. Stolze / Setzpfandt Beratende Ingenieure