Die Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, Katharina Schenk, und Landrat Christian Herrgott gehören zu den ersten Gästen, die den Parcours durch die Einrichtungen der Diakoniestiftung in Ebersdorf absolvieren.
Die Zukunft der Pflege entsteht im Saale-Orla-Kreis, genauer gesagt in Ebersdorf. Das hat die Diakoniestiftung Thüringen bei der Auftaktveranstaltung zu einem neuen und deutschlandweit einzigartigen Modellprojekt gezeigt. Unter dem Motto „Altern aktiv“ sollen die Fähigkeiten und Ressourcen pflegebedürftiger Menschen reaktiviert und Maßnahmen zur Prävention und Rehabilitation stärker in den Pflegealltag integriert werden.
Mit „Rehabilitativ orientierte Pflege und Prävention“ wird in Ebersdorf ein neuer Weg beschritten, der weg von einer rein passiven Versorgungsrolle hin zu mehr Befähigung und sozialer Teilhabe führen soll. Das Projekt begreift die dörfliche Struktur im ländlichen Raum als Chance, um neue Wege in der Pflege und bei der Versorgung älterer Menschen zu gehen. „Nirgendwo sonst in Deutschland werden stationäre, teilstationäre und ambulante Pflege gemeinsam in ein derartiges Modellprojekt eingebunden. Darum bietet Ebersdorf mit seinen verschiedenen Einrichtungen die perfekten Voraussetzungen für die Erprobung dieses neuen Modells“, freut sich Dr. Klaus Scholtissek von der Diakoniestiftung Thüringen zu berichten.
Ermöglicht wird das Vorhaben durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, die Edgar und Nina Kummerfeldt-Stiftung aus Hamburg, die Beteiligung der Pflegekassen und natürlich die Diakoniestiftung Thüringen. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt der Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, um das Projekt in wissenschaftlich verwertbare Ergebnisse zu überführen.
Die Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie Katharina Schenk nahm persönlich an der Veranstaltung teil und betonte den Vorbildcharakter des Projektes für Thüringen und Deutschland: „Wir sind die Ersten, die aus einem Gesetz ein Modellvorhaben gemacht haben und mit diesem Projekt haben wir die Chance, zu zeigen, wie wir als Land, als Kommune, als Kassen und Stiftungen uns gemeinsam die Zukunft der Pflege vorstellen“, so die Ministerin.
Landrat Christian Herrgott dankte allen Beteiligten für die Entwicklung und die Unterstützung dieses zukunftsweisenden und innovativen Vorhabens. „Ich freue mich, dass aus dem Saale-Orla-Kreis – hier aus Ebersdorf – etwas Gutes und Großes für die Zukunft der Pflege in Thüringen und ganz Deutschland kommt. Wir wollen mit dem Modellprojekt gemeinsam zeigen, dass hier bei uns im ländlichen Raum innovative Pflege, einrichtungsübergreifende Unterstützung und Projekte für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe ganz konkret umgesetzt werden und wir mit den Erfahrungen daraus einen Mehrwert für alle anderen erzielen“ beschrieb der Landrat die weit über den Saale-Orla-Kreis hinausreichende Bedeutung des Projektes.
Bei der anschließenden Vorstellung des Konzeptes der rehabilitativen Pflege erklärte Ramona Kleinhenz, dass mit Rücksicht auf die Wünsche und die Lebensleistung eines jeden Einzelnen die Potenziale der pflegebedürftigen Personen wieder aktiviert werden sollen. Mit individuell abgestimmte Bewegungsangeboten, therapeutischen Einzel- und Gruppenübungen, regelmäßigen Aktivierungsimpulsen soll die Pflegebedürftigkeit bei älteren Menschen hinausgezögert oder gar vermieden werden. Durch die Förderung der Selbstständigkeit und Mobilität wird auch die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen gestärkt und pflegende Angehörige entlastet.
Der Ansatz des Projektes wurde an diesem Tag für die Gäste der Auftaktveranstaltung auch praktisch erlebbar. An verschiedenen Stationen eines Parcours, der vom Seniorenwohnen über das Pflegeheim bis zur Tagespflege führte, wurden aktivierende Übungen zur Kräftigung der Muskulatur sowie kognitive Lernspiele vorgestellt. Dieser Einblick verdeutlichte den Teilnehmern, wie die individuellen Fähigkeiten und die Mobilität der Bewohner und Klienten künftig systematisch gefördert werden, um die Selbstständigkeit zu erhalten, die Lebensqualität zu verbessern und ein würdevolles und selbstbestimmtes Altern bis zum Lebensende zu ermöglichen.
Text & Fotos: Pressestelle Landratsamt