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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 3/2026
Nichtamtlicher Teil
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Thüringens Wirtschaftsministerin informiert sich über Industriebetriebe im Saale-Orla-Kreis

Landrat Christian Herrgott besuchte gemeinsam mit Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John die Unternehmen Fliegl in Triptis und Cabka in Weira, um sich vor Ort über die aktuelle Lage und die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten der beiden Industriebetriebe im Saale-Orla-Kreis zu informieren.

Die Fliegl Gruppe mit Sitz in Triptis ist ein familiengeführtes Unternehmen, das sich auf maßgeschneiderte Transport- und Logistiklösungen für unterschiedlichste Anforderungen spezialisiert hat. Das Produktportfolio reicht von Kippanhängern über Plattformfahrzeuge bis hin zu individuellen Spezialaufbauten. Mit einem der modernsten Trailerwerke Europas zählt das Unternehmen zu den innovativen Akteuren der Branche.

Bürokratie macht erfolgreichem Familienbetrieb zu schaffen

Zunehmend sieht sich die Fliegl Gruppe jedoch mit wachsenden regulatorischen Anforderungen seitens der EU konfrontiert, die die betrieblichen Abläufe erschweren. Vor diesem Hintergrund spricht sich das Unternehmen klar für einen Abbau bürokratischer Hürden aus. Darüber hinaus stellt die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte - wie für viele andere auch - eine zentrale Herausforderung dar.

Das Unternehmen Cabka hat am Standort in Weira 300 Beschäftigte und fertigt Kunststoffprodukte aus selbst recycelten Plastikabfällen. Zum Sortiment gehören zum Beispiel Transportboxen, Kunststoffpaletten und Rasengitter. Cabka ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein zentraler Akteur der lokalen Wertschöpfung. Die energie-intensiven Verarbeitungs- und Herstellungsprozesse machen das Unternehmen allerdings auch zu einem der größten Stromverbraucher der Region.

Trotz der erfolgreichen Entwicklung stößt der Standort aktuell an seine Wachstumsgrenzen. Das zentrale Hindernis ist die überlastete lokale Stromnetz-Infrastruktur. Die vorhandenen Leitungen seien zu klein und veraltet, um zusätzliche Kapazitäten oder große Batteriespeicher aufzunehmen, berichtete der Geschäftsführer von Cabka.

Gemeinsame Suche nach Lösungen

Landrat Christian Herrgott und Wirtschaftsministerin Colette Boos-John haben ihre Unterstützung zugesichert, um unternehmerisches Wachstum zu erleichtern. „Es ist genug Energie da, aber wir haben die Leitungen nicht. Darum möchte ich Unternehmen unterstützen, die mit planungsreifen Vorhaben vorangehen“, sagte die Wirtschaftsministerin. Auch der Landrat sprach sich dafür aus, und betonte: „Dort, wo es Entwicklungschancen gibt, soll auch Wachstum stattfinden.“

Insbesondere die Herausforderungen im Zusammenhang mit europäischen Vorgaben will die Wirtschaftsministerin aufgreifen und auf entsprechender Ebene weiterverfolgen. Ziel ist es, praktikable Lösungen zu entwickeln, die sowohl den regulatorischen Anforderungen gerecht werden als auch den Handlungsspielraum der Unternehmen vor Ort stärken.

Text: Pressestelle Landratsamt

Foto: Wolfgang Rösel