Was einmal zu ist, bleibt zu - so heißt es oft. Doch dass das nicht immer so sein muss, darauf wies Siegfried Wetzel, der aus Möschlitz stammende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Jugendherbergswerks in Thüringen, bei einem freudigen Anlass in Plothen hin: der Wiederinbetriebnahme der Jugendherberge am Hausteich, die seit Ende September 2025 vorübergehend geschlossen war.
Konkret wird die seit Jahrzehnten bestehende Einrichtung am 1. April ihre Pforten öffnen und mit über 40 Gästen, die zu Ostern erwartet werden, wieder so richtig Fahrt aufnehmen. Dass damit vielen Menschen in der Region ein Stein vom Herzen Fallen dürfte, betont nicht zuletzt Landrat Christian Herrgott. „Ich habe in den vergangenen Monaten viele Nachfragen erhalten, denn die Jugendherberge gehört wie der Hausteich und das Pfahlhaus einfach zum Teichgebiet dazu. Daher war es immer das Ziel, dass die temporäre Schließung auch wirklich nur temporär bleibt. Dass das gelungen ist, ist eine gute Nachricht.“
Als gar „lebensnotwendig“ für die touristische Infrastruktur bezeichnet Plothens Bürgermeisterin Dagmar Seidler die Jugendherberge. Die Gemeinde investiere unter anderem viel in die Wanderwege im Teichgebiet, so dass beide Seiten voneinander profitieren.
Wie der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks in Thüringen, Bertram Tittel, betont, sei es wichtig, dass die Einrichtung nun auch wirtschaftlich betrieben wird. „Es ist eine gute Jahreszeit, um das Haus wieder zu eröffnen und wir sind guten Mutes, dass wir die Herausforderung meistern.“ Eine entscheidende Rolle soll hierfür der neue Leiter Florian Dümichen einnehmen, der in der Vergangenheit bereits die Jugendherberge in Ilmenau zu einem der erfolgreichsten Objekte im Freistaat machte, so Bertram Tittel. Er steht einem Team von aktuell sieben Mitarbeitenden vor, das im Laufe der Saison auf 12 bis 16 Personen anwachsen soll.
Vor der Corona-Pandemie zählte die Jugendherberge in Plothen mit ihren 167 Betten jährlich 18.000 bis 19.000 Übernachtungen. Vor der Schließung lag die Zahl aufgrund verschiedener Schwierigkeiten nur noch bei rund 9000. Dazu, dass es mit der Auslastung wieder nach oben geht, soll auch eine bessere Erreichbarkeit mit dem ÖPNV beitragen. Wie Landrat Christian Herrgott betonte, wird daran gearbeitet, die mehr als einen Kilometer außerhalb der Ortslage gelegene Einrichtung über das Rufbus-System Kombus-Flex direkt anfahren zu können.
Text & Fotos: Pressestelle Landratsamt