Das Land Thüringen initiiert mit diesem Projekt eine neue Phase der Bürgerbeteiligung, die repräsentativ und offen für alle gesellschaftlichen Perspektiven gestaltet ist.
Der Bürgerrat soll den Dialog zwischen der Landesregierung und den Menschen im Freistaat stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei Ängste, Sorgen, Erwartungen und Hoffnungen der Bürgerinnen und Bürger zu Frieden und Diplomatie - sowohl mit Blick auf die Heimat als auch auf das Weltgeschehen. „Wir möchten wissen, was die Bürgerinnen und Bürger vor Ort bewegt - und auch den eher Stillen eine Stimme geben“, betonte Ministerpräsident Voigt zum Auftakt.
Der Prozess ist in mehrere Phasen gegliedert und wird durch verschiedene Experten begleitet. In 36 Kommunen wurden ca. 10.000 Personen zufällig ausgewählt und eingeladen. Aus dem Saale-Orla-Kreis sind Personen aus Schleiz und Löhma mit dabei.
Um sicherzustellen, dass die Bürgerräte die Bevölkerung möglichst gut widerspiegeln, erfolgt die endgültige Auswahl der zahlreichen Freiwilligen nach Kriterien wie Wohnort, Geschlecht, Alter, Bildungsstand und Migrationshintergrund.
Außerdem erstellt das mit der Durchführung des Bürgerrates beauftragte Unternehmen DIALOG BASIS eine Themenlandkarte mit einer Übersicht aktueller Fragen zu Frieden und Diplomatie. Diese basiert auf Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Fachpersonen und dient den Bürgerräten später als Gesprächsgrundlage. Diese Karte können alle Interessierten Thüringer nach ihrer Erstellung online kommentieren und ergänzen.
Ab April 2026 kommen die Räte dann zusammen. Sie entscheiden selbst über ihre Schwerpunkte und darüber, welche Experten sie hören möchten. Sie erarbeiten in moderierten Gesprächen Empfehlungen für Politik, Verwaltung und das gesellschaftliche Miteinander. Die Abschlusskonferenz ist für den Sommer 2027 geplant.
Der Bürgerrat wird von einer repräsentativen Onlinebefragung mit rund 1.000 Befragten wissenschaftlich begleitet. Das Institut INSA-CONSULERE untersucht dabei, welche Themen die Menschen in Thüringen mit Frieden, Diplomatie und Bürgerbeteiligung verbinden und wie der Bürgerrat in der Bevölkerung wahrgenommen wird.
Text: DIALOG BASIS