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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 5/2021
Nichtamtlicher Teil
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Einzeljagd kann trotz Ausgangssperre ausgeübt werden

Aufgrund zahlreicher Nachfragen teilt die Jagdbehörde im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises mit, dass die Jagdausübung zur Nachtzeit auch während der im aktuellen Infektionsschutzgesetz verankerten Ausgangssperre (22 bis 5 Uhr) möglich ist.

Hintergrund dafür ist, dass die Jägerschaft mit der nächtlichen Einzeljagd einen wichtigen Beitrag zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest leistet. Von großer Bedeutung sei hier sowohl die Reduzierung des Wildschweinbestandes als auch ein dabei stattfindendes Monitoring, das die entscheidenden Informationen über den Gesundheitszustand und das Tierseuchengeschehen liefert, weist der Fachdienst Veterinärwesen des Landratsamtes des Saale-Orla-Kreises hin.

Die Afrikanische Schweinepest ist nicht auf den Menschen übertragbar, aber für Wildschweine und Hausschweine sehr gefährlich. Die Dauer der Erkrankung liege bei 2 bis 7 Tagen und die Sterblichkeitsrate bei fast 100 Prozent. Allerdings infiziere sich jeweils nur ein Teil der Wildschweine und so könne sich das Virus in einem Gebiet halten oder weiter ausbreiten. Bei einem Ausbruch gelten die bundesweit einheitlichen Regelungen der Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest (Schweinepest-Verordnung).

Den Ernst der Lage erkennt man daran, dass in den vergangenen sieben Monaten über 1070 Wildscheine mit der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg und Sachsen festgestellt wurden. „Die Jagd ist die geeignetste und effektivste Form der Vorbeugung bzw. des Schutzes unserer Region vor der Afrikanischen Schweinepest, weil die Zeitspanne zwischen Eintrag und Erkennung der Seuchen entscheidend ist. Es ist eine kontinuierliche Jagd und Beprobung der Wildschweine nötig. Der Saale-Orla-Kreis verfügt über den größten Wildschweinbestand in ganz Thüringen mit schätzungsweise 12.000 Tieren. Bisher werden pro Jahr mindestens 200 Proben untersucht“, so Kreistierarzt Lutz-Peter Klendauer.

Text: Pressestelle LRA