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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 5/2021
Nichtamtlicher Teil
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Einladung zur Bach-Woche im August

Acht Tage mit Konzerten für und von Jung und Alt, mit Vorträgen sowie einer Stadtführung in die Welt von Johann Sebastian Bach in Schleiz im 18. Jahrhundert

Was für eine Aufregung wird in Schleiz im August 1721 geherrscht haben, als Johann Sebastian Bach für ein Konzert mit der Gräflichen Hofkapelle in der kleinen Stadt ankam. Stellen wir uns vor, wie sein Zimmer im Gasthof „Blauer Engel“ vorbereitet wurde, wie oft die Musiker der Hofkapelle im Vorhinein übten und ihre Instrumente auf Vordermann brachten. Hatten alle Schleizer Einwohner schon von diesem berühmten Komponisten und Musiker gehört?

Es ist wenig über den Aufenthalt von Bach in Schleiz bekannt. Nicht, welche Stücke er aufführen ließ oder ob Musiker aus anderen reußischen Kapellen die Schleizer unterstützten. Welchen Weg wird er zum Schloß eingeschlagen haben? Zu Fuß über die Brunnengasse oder den Alten Berg? Wurde er mit der Kutsche abgeholt? Wie hat er die Abende verbracht? An welchen Kompositionen gearbeitet? Hat er die Bergkirche besucht? Was hatte den Landesherrn dazu gebracht, einen der bedeutendsten Musiker seiner Zeit eingeladen?

Julius Alberti beschreibt Heinrich XI. (*22. April 1669 Schleiz - †28. Juli 1726) als: „sehr tätiger und energischer Herr“. Bereits 1696 hatte Heinrich XI. eine eigene Hofkapelle gegründet, in der neben einigen wenigen Berufsmusikern musizierende Hofdiener eingesetzt wurden. Der Landesherr selbst spielte Posaune. Außerdem vollendete er den Neubau des 1689 abgebrannten Schlosses und Marstalls, begründete 1706 die heutige Heinrichsstadt und legte 1708 einen neuen Lustgarten sowie eine Fasanerie an.

An den Besuch Johann Sebastian Bachs in Schleiz im August 1721 – also vor genau 300 Jahren – soll in diesem Sommer mit einer Festwoche erinnert werden: vom 15. bis zum 22. August 2021 sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, die Bachs Aufenthalt in Schleiz noch einmal lebendig werden lassen. Neben Kammer-, Orgel- und Orchesterkonzerten und Konzerten für Kinder und Jugendliche stehen auch Vorträge, Führungen und ein Workshop auf dem Programm.

Bach ganz klassisch, Bach modern, Bach an außergewöhnlichen Orten wie dem Schleizer Schlosspark, der Wisentaaue, dem Sophienpark in Burgk und – wenn es die Corona-Situation zulässt – in Kirchen und Bibliotheken. Eröffnet wird die Woche am 15. August durch einen Stadtspaziergang mit Juergen K. Klimpke und einem Konzert der Vogtlandphilharmonie Greiz-Reichenbach am Schleizer Schloss.

Einen Wermutstropfen gibt es für die Organisatoren: Neben bekannten Musikern sollten auch Chöre und Laienorchester, Kinder und Jugendliche der Region auftreten, so wie Johann Sebastian Bach mit seiner Familie musizierte und für Kinder komponierte. Doch seit Monaten sind Musikschulen geschlossen, Ensemble- und Chorproben sind nicht möglich, geübt wird nur allein.

Dennoch sind alle Kinder und Jugendlichen, denen einsames Üben nichts ausgemacht hat, am Montag, 16. August herzlich eingeladen! Unter dem Motto „Ach, Bach? Ach, Bach!“ soll mit ihren Aufführungen auf Schloß Burgk einen Nachmittag lang Bachs Musik in verschiedenen Räumen erklingen.

Am Freitag, den 20. August, soll auch die Wisentaaue zum Konzertraum werden: „Mit Bach den Bach runter – Musik und Picknick“. Hierzu sind alle Laienensemble und -orchester herzlich eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen an diesem musikalischen Abend zu beteiligen.

Darüber hinaus wurde entschieden, im Frühsommer 2022 Johann Sebastian Bach noch einmal musikalisch nach Schleiz zu holen und den Musikern der Region – Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – eine weitere Gelegenheit zu geben, gemeinsam Bachs Musik zu zelebrieren.

Das Programm der Bachwoche 2021 wird ab Juni auf der Homepage des Saale-Orla-Kreises veröffentlicht. Alle Einwohner, alle Musik- und Kulturinteressierten sind herzlich eingeladen. Sagen Sie es weiter, seien Sie in Vorfreude aufgeregt. Die Veranstalter sind es auch und freuen sich auf Sie.

Weitere Informationen und Anmeldung über: museum@schloss-burgk.de und wirtschaftsfoerderung@lrasok.thueringen.de

Text: Museum Schloß Burgk /Pressestelle