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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 5/2026
Nichtamtlicher Teil
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Stärkung des Gesundheitswesens: Arztlotsin für den Saale-Orla-Kreis eingestellt

Die Frage nach der medizinischen Versorgung der Bevölkerung ist spätestens seit der Schließung des Schleizer Krankenhauses ein Dauerthema für die Kommunalpolitik im Saale-Orla-Kreis. Deshalb fasste der Kreistag im Juni 2025 nach intensiver Vorarbeit im Gesundheitsausschuss einen Beschluss, der unter anderem die Erstellung eines „Gesamtkonzeptes Gesundheit“ für den Landkreis vorsieht, das Maßnahmen für künftiges Handeln im Bereich der medizinischen Versorgung und Pflege beinhaltet.

Während die Erarbeitung des Gesamtkonzeptes voraussichtlich bis zum Herbst abgeschlossen werden soll, ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin bereits umgesetzt worden: Zum 1. Mai konnte das Landratsamt die vom Kreistag beschlossene Stelle des Arztlotsen mit Dr. Isabell Rüdiger aus Saalburg-Ebersdorf besetzen, die künftig eine zentrale Rolle bei der Stärkung des Gesundheitswesens im Saale-Orla-Kreis einnehmen wird.

Medizinstudenten bereits an der Universität begleiten

„Die Absicherung der medizinischen Versorgung ist ein langfristiger Prozess und auch andere sind auf der Suche. Wir müssen in der Region selbst aktiv werden, denn von außen wird uns niemand helfen“, so Landrat Christian Herrgott. „Mein Ziel ist es, einen positiven Einfluss auf die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu nehmen“, sagt Dr. Isabell Rüdiger selbst zu ihrer neuen Stelle. Hierfür gilt es sich zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand zu verschaffen und Kontakte zu Ärzten, Apotheken, Kommunen und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens aufzubauen, ehe mit einer intensiven Netzwerkarbeit die Hauptaufgabe in den Fokus rückt.

So soll die Arztlotsin insbesondere Ansprechpartnerin für Ärzte und Medizinstudenten sein, die im Saale-Orla-Kreis praktizieren oder sich niederlassen wollen. Hierzu gilt es nicht zuletzt, sich direkt an den Universitäten mit Nachwuchskräften zu vernetzen, sie bereits während des Studiums zu begleiten, Unterstützung für individuelle Herausforderungen zu bieten und gezielt für den Saale-Orla-Kreis als langfristigen Arbeitsort zu werben.

Lücken bei Hausärzten, gute fachärztliche Versorgung

Das größte Defizit verzeichnet der Saale-Orla-Kreis momentan bei Hausärzten. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) sind in diesem Bereich acht Stellen unbesetzt, der Großteil davon im Norden des Landkreises. Hinzu kommt eine unbesetzte Kinderarztstelle. Relativ gut sieht die Lage hingegen bei den Fachärzten aus: Lediglich die Sitze für zwei Augenärzte, einen Nervenarzt und eine halbe Chirurgen- bzw. Orthopäden-Stelle sind unbesetzt. Bei Frauenärzten, Hautärzten, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Psychotherapeuten, Urologen, Anästhesisten, Fachinternisten, Kinder- und Jugendpsychiatern und Radiologen gibt es im Planungsbereich Saale-Orla-Kreis bzw. Ostthüringen laut KVT keine offenen Sitze.

Text und Foto: Pressestelle Landratsamt