Von links: Julia Anders, Christian Herrgott, Christoph Grimm, Ralf Weiße und Nadine Wagner vor den neuen Silos.
Bei den jüngsten Unternehmensbesuchen des Landrates standen zwei inhabergeführte mittelständische Betriebe in Neustadt an der Orla auf dem Programm: das Neustädter Betonwerk und die Firma Herdoor. Beide Unternehmen investieren in ihren Standort und sichern damit wichtige Arbeitsplätze für die Region und den gesamten Landkreis.
Die Suche nach Auszubildenden und Fachkräften stellt ebenso für beide aktuell eine der größten Herausforderungen dar.
Beim Rundgang über das großflächige Areal der nbw Neustädter Betonwerk GmbH gewährte Geschäftsführer Christoph Grimm umfassende Einblicke in das breit aufgestellte Leistungsspektrum seiner Firma. Das mittelständische Unternehmen ist hauptsächlich im Bereich Tiefbau tätig und hat derzeit 38 Beschäftigte und 3 Lehrlinge. Angefangen bei der Herstellung der Stahl-Bewehrung über die Fertigung der Betonteile bis zum Vertrieb kommt hier alles aus einer Hand.
Zu den Hauptprodukten des Neustädter Betonwerkes gehören Schlitzrinnen für Abwassersysteme, Sockelplatten für Lärmschutzwände an Autobahnen, Ölauffangwannen für Trafohäuschen, Kabel- und Tiefbauschächte, Betonelemente für Kleinkläranlagen, Silos sowie Platten und Fundamente für die Landwirtschaft.
„Ohne Kran geht bei uns nichts. Hier entstehen Betonteile mit einem Gewicht von bis zu 30 Tonnen pro Teil. Darum gibt es in jeder unserer Hallen mehrere Schwerlastkräne“, erklärt Geschäftsführer Christoph Grimm bei der Besichtigung der insgesamt sechs Produktions- und Lagerhallen.
Mit dabei war auch Tochter Julia Anders. Sie ist 2020 mit ins Unternehmen eingestiegen, um die Abläufe von Grund auf kennenzulernen. Seit mehreren Jahren ist sie für die Buchhaltung zuständig und wird das Betonwerk künftig übernehmen. Damit ist die Unternehmensnachfolge bereits jetzt gesichert, wozu Landrat Christian Herrgott herzlich gratulierte. „Viele Unternehmer haben keinen Nachfolger und müssen dann schließen, das ist bei uns zum Glück nicht der Fall“, freut sich Christoph Grimm zu berichten und ergänzte: „Um endgültig in den Ruhestand gehen zu können, fehlt jetzt nur noch ein neuer technischer Leiter“.
Auch regional engagiert sich Christoph Grimm und unterstützt als Sponsor verschiedene Faschings- und Fußballvereine, den Förderverein für Stadtgeschichte in Neustadt, das Schleizer Tierheim oder hiesige Rennsportler. „Unserem Unternehmen geht es gut und das möchten wir auch mit der Region teilen“, betont er.
Um das Betonwerk auch weiterhin zukunftssicher aufzustellen, hat das Familienunternehmen im vergangenen Jahr über 250.000 Euro in drei neue Silos für Zement und Flugasche investiert. Die jeweils 17 Meter hohen Speicher sind die mit Abstand größte Investition der vergangenen fünf Jahre und erstrahlen in den Unternehmensfarben des Neustädter Betonwerks. Sie wurden von der Firma Martin aus Bad Lobenstein hergestellt. Beim Aufbau hat das Kranunternehmen Otto Fischer - ebenfalls aus Neustadt - tatkräftig unterstützt.