Beim Blick in die neue Werkshalle offenbart sich die überwältigende Dimension. Auf knapp 3.500 Quadratmetern soll hier bald an modernsten Maschinen produziert werden, berichtet Werksleiter Ulrich Wissing (rechts) bei der Baustellenbesichtigung.
Um große Investitionen drehte es sich auch bei der zweiten Station der Unternehmensbesuche in Neustadt an der Orla. Denn bei der Herdoor Türenelemente GmbH, die ihren Sitz im Industriegebiet Molbitz hat, wird gerade eine neue Produktionshalle gebaut. Baubeginn war im Februar. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant.
„Es ist für uns eine Investition im zweistelligen Millionenbereich. Aber wir wollen vorankommen, deswegen investieren wir auch. Genauso wie wir in den vergangenen Jahren in unsere Logistik, die Kommissionierung und unseren Fuhrpark investiert haben“, erklärt Werksleiter Ulrich Wissing.
Landrat Christian Herrgott zeigte sich sehr erfreut angesichts der großen Investitionstätigkeit des Unternehmens: „Es ist ein gutes und wichtiges Zeichen, dass die Firma Herdoor hier im Landkreis investiert. Das zeigt, dass die Industrieproduktion auch in Neustadt an der Orla eine Zukunft hat.“
Mit modernster Technik und Spezialmaschinen werden bei Herdoor in Serienproduktion Türen und Zargen aus Holzwerkstoffen hergestellt. Schon seit 1995 ergänzt ein 25 Meter hohes automatisiertes Hochregallager die Fertigungshallen. Außerdem gibt es ein eigenes Heizkraftwerk, von dem auch benachbarte Firmen mit Wärme versorgt werden, und seit 2010 sind viele der Hallendächer mit Photovoltaikanlagen belegt. Mit der neuen Halle wird die zur Verfügung stehende Produktionsfläche nun erheblich vergrößert.
Während die behördlichen Genehmigungsprozesse für den Neubau gut funktioniert haben, gestaltet sich vor allem die Mitarbeitergewinnung schwierig. „Auszubildende zu finden ist sehr schwer geworden. Wir kooperieren mit Schulen und machen auch beim Tag im Praktikum mit. Aber es gibt hier in der Region einfach zu wenige junge Menschen“, berichtet der Werksleiter.
Der Standort in Neustadt an der Orla hat aktuell 160 Angestellte und kann auf ein über 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Die hier produzierten Türen werden europaweit unter dem Markenname Herholz vertrieben. „Wir sind ein klassischer Mittelständler und immer noch ein inhabergeführtes Unternehmen. Darüber sind wir auch sehr froh“, betont Wissing.
Die Firma Herdoor gehört zur Unternehmensgruppe der Familie Herbers, die mehrere Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterhält. Das Stammwerk befindet sich in Ahaus im Münsterland, wo die Geschichte von Herholz vor 60 Jahren als kleine Möbeltischlerei begann. Inzwischen ist das Unternehmen zu einem der europaweit führenden Komplettanbieter für Innentüren geworden.
Text & Fotos: Pressestelle Landratsamt