Titel Logo
Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 7/2022
Amtlicher Teil
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Öffentliche Bekanntmachung des Fachdienst Umwelt / Untere Immissionsschutzbehörde – Errichtung einer Polyurethan-Formteileanlage in Triptis

(1) Die REHAU Industries SE & Co. KG, am Standort Triptis, Im Kälbertale 1, Gemarkung Oberpöllnitz, Flur 2, Flurstück Nrn. 133/7, 133/8 und 133/9, plant die Errichtung und den Betrieb einer Polyurethan- Formteilanlage mit einer Produktionskapazität von max. 850 t/a nebst Anlieferanlagen, Stofflagern und Versorgungsleitungen.

Hierbei sind vorgesehen:

-

Errichtung und Betrieb einer Polyurethan-Formteilanlage mit einer Produktionskapazität von max. 850 t/a

-

Errichtung und Betrieb von zwei Tanks samt Peripherie mit einem jeweiligen Lagervolumen von je 40 m³ für die Lagerung von Polyol bzw. Isocyanat (MDI)

-

Errichtung und Betrieb eines TKW-Platzes für die Anlieferung von Polyol und Isocyanat (MDI)

-

Errichtung und Betrieb eines LKW-Platzes für die Anlieferung von Gebinden per LKW

-

Errichtung und Betrieb von zwei Ringleitungsverteilungen für Polyol und Isocyanat (MDI)

-

Errichtung und Betrieb eines Gebindelagers „LC1“ für die Lagerung von max. 4 m³ Rohstoffen (Pentane)

-

Errichtung und Betrieb eines Gebindelagers „LC2“ für die Lagerung von max. 12 m³ Rohstoffen (Polyole, Isocyanate (MDI), Katalysatoren)

-

Errichtung und Betrieb eines Druckgasflaschenlagers für die Lagerung von HFO mit einem Volumen von max. 3 m³

Die beantragte Errichtung und der Betrieb sind genehmigungspflichtig nach § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Bei der beantragten Anlage handelt es sich um ein Vorhaben, das in der Anlage 1 zum Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Februar 2010 (BGBl. I S. 94) zuletzt geändert durch Art. 2 G v. 8.9.2017 (BGBl. I S. 3370) unter der Nummer 9.3.3 (S) genannt ist.

Gemäß § 5 Absatz 2 UVPG wird bekannt gegeben, dass für das Vorhaben eine standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls durchgeführt wurde und im Ergebnis keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht.

Wesentliche Gründe

Das Vorhaben befindet sich innerhalb des oben genannten Gewerbestandortes und steht im funktionalen Zusammenhang mit diesem (Nr. 1.1 & 1.2 Anlage 3 UVPG). Die Formteilanlage wird größtenteils innerhalb von 2 bestehenden Gebäuden errichtet. Lediglich die TKW- Stelle, die Containerlager, das Druckgasflaschenlager und das Tanklager werden außerhalb auf schon versiegelter Gewerbefläche aufgestellt. Somit verursacht das Vorhaben keine neue Flächenversiegelung (Nr. 1.3 Anlage 1.3 UVPG).

Am Standort ist die Lagerung von insgesamt ca. 52 t Isocyanat (MDI) in einem Lager und einem Containerlager geplant (1.6.1 Anlage 3 UVPG).

Im Umkreis von 100 m um den Anlagenstandort liegen keine besonderen örtlichen Gegebenheiten gemäß den in Anlage 3 Nummer 2.3 UVPG aufgeführten Schutzkriterien vor.

Im Untersuchungsgebiet befinden sich mehrere Biotope entsprechend § 30 Bundesnaturschutzgesetz, die in westlicher Richtung in mindestens 140 m Entfernung liegen.

Die Anlage erzeugt Emissionen in Form von Geräuschen und Staub während der Bauphase sowie Luftemissionen und Geräuschemissionen während des Betriebs (Nr. 3.1 Anlage 3 UVPG).

Bedingt durch die Betriebsweise innerhalb der Produktionshalle und Abschirmungen der Aggregate im Außenbereich ist mit keiner wesentlichen Erhöhung der Schallemissionen zu rechnen. Während der zeitlich eingeschränkten Bauphase können Lärmemissionen entstehen.

Die Immissionsrichtwerte an den Immissionsorten werden die Beurteilungspegel um mindestens 15 dB(A) unterschreiten. Entsprechende Nachweise werden zur Inbetriebnahme vorgelegt.

Stoffumschließungen und Sicherheitsbarrieren werden entsprechend der AwSV und den entsprechenden technischen Regelwerken (TRwS) errichtet um Schadstoffeinträge zu vermeiden. Stoffanlieferung, Transport und Verarbeitung erfolgen im geschlossenen System. Die beim Produktionsprozess auftretenden gasförmigen Emissionen unterscheiten produktionsbedingt die Grenzwerte der TA Luft wesentlich. (Nr. 3.7 Anlage 3 UVPG)

Die Behörde kommt zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben keine erheblichen, nachteiligen Umweltauswirkungen haben kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass diese Feststellung gemäß § 5 Abs. 3 Satz 1 UVPG nicht selbständig anfechtbar ist.

Die Entscheidungsgründe sind der Öffentlichkeit nach den Bestimmungen des Umweltinformationsgesetzes (UIG) in der Fassung vom 27. Oktober 2014 (BGBl. I S. 1643), zuletzt geändert am 20. Juli 2017 (BGBl. I S. 2808), im Landratsamt Saale-Orla-Kreis, Fachdienst Umwelt, Oschitzer Straße 4, 07907 Schleiz, zugänglich.

Schleiz, 24.05.2022

Im Auftrag

H. Günther

Fachdienstleiter Umwelt