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Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises
Ausgabe 7/2026
Nichtamtlicher Teil
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Aus Alt mach Neu: Landrat zu Besuch bei PVP in Triptis

Geschäftsführer Joel Angenendt erklärt, wie aus Reifenteilen neue Produkte entstehen.

Wer sich schon einmal gefragt hat, woraus die Schallschutzmatte unter der Waschmaschine oder die farbigen Bodenbeläge in Sporthallen eigentlich hergestellt werden, findet bei PVP in Triptis die Antwort. Dort werden seit über 20 Jahren Altreifen recycelt und aus den dadurch gewonnenen Rohstoffen wieder neue Produkte hergestellt. Vor Ort informierte sich Landrat Christian Herrgott über das vielfältige Portfolio, die Prozessabläufe und die Zukunftspläne des Recyclingunternehmens.

Was genau macht die PVP Triptis GmbH?

PVP bezieht gebrauchte Reifen und zerlegt diese in einem mehrstufigen Prozess in ihre Bestandteile. Übrig bleiben Gummi, das bis auf Granulat-Größe zerkleinert wird, Stahl und Textilfasern.

Das ist jedoch nicht das Ende des Verarbeitungsprozesses, denn aus dem gewonnenen Gummigranulat werden bei PVP in Triptis wieder neue Produkte hergestellt. Die sehr robusten und gleichzeitig elastischen Matten und Bahnenwaren kommen zum Beispiel als Schutzlagen auf Flachdächern, als Schallschutz unter Fußböden oder Maschinen, als Trittschutz sowie als Antirutschmatten oder in der Sportindustrie zum Einsatz.

Kontinuierliche Investitionen sichern den Standort

Mit insgesamt 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde am Standort in Triptis im vergangenen Jahr ein Umsatz von 10,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Dafür werden jährlich bis zu 28.000 Tonnen Altreifen und Gummiabfälle zu neuen Produkten verarbeitet. „Seit der Gründung der PVP Triptis GmbH haben wir kontinuierlich in den Standort investiert“, berichtet Betriebsleiter und Prokurist Thomas Meinhardt, der seit 2006 dem Unternehmen angehört.

Aufgrund der Robustheit des Ausgangsmaterials ist der Recyclingprozess sehr energieintensiv. „Unser Jahresstromverbrauch ist mit dem von etwa 2000 Privathaushalten vergleichbar. Deshalb betreiben wir ein gutes Energiemanagement, in das seit knapp zwei Jahren auch eine hybride Heizungsanlage eingebunden ist, die Gas und Strom miteinander kombiniert“, führt der Betriebsleiter weiter aus.

Energiepreise, Fachkräftegewinnung und Platzmangel als größte Herausforderungen

Neben den hohen Energiepreisen stellt die Fachkräftegewinnung eine große Herausforderung für das Unternehmen dar. „Um unsere Firma attraktiver für junge Menschen zu machen und die Arbeitsbedingungen für die Belegschaft zu verbessern, wollen wir vor allem in die Mechanisierung, Automatisierung und den Einsatz moderner Technik investieren“, skizziert Geschäftsführer Joel Angenendt die Zukunftspläne des Unternehmens. Für neue Anlagen und zusätzliche Arbeitsschritte braucht es jedoch mehr Platz. Gespräche mit der Stadt und den zuständigen Behörden hierzu laufen bereits.

Landrat Christian Herrgott sicherte hierfür seine Unterstützung zu und betonte: „Die PVP Triptis GmbH ist ein wichtiger Baustein für die lokale Kreislaufwirtschaft und ein Vorzeigeunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit. Mit den geplanten Investitionen stellt sich das Unternehmen weiter zukunftsfähig auf und sichert Arbeitsplätze für die Region. Das begrüße ich als Landrat sehr und möchte unsere Unternehmen dabei so gut es geht unterstützen.“

Text & Foto: Pressestelle Landratsamt