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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 10/2026
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Kreatives Schreiben

Viele denken beim Schreiben zuerst an funktionales Schreiben, beispielsweise für Einkaufslisten oder Geburtstagskarten. Doch Schreiben kann viel mehr sein: Es kann ein Fenster in unsere Fantasie öffnen, Erinnerungen bewahren, neue Gedanken wecken – und sogar unsere Gesundheit fördern.

Auch in jüngeren Generationen ist es Trend zu schreiben. Bei ihnen wird es Journaling genannt. Es geht darum Gedanken, Ziele, Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Das Journaling hat nicht den Zweck, Erinnerungen festzuhalten, sondern der Schreibprozess an sich, dient der Selbstreflexion, hilft bei der Stressbewältigung und trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Es ist für viele Menschen Bestandteil ihrer Achtsam- und Dankbarkeitsroutine, und hilft sich selbst Klarheit zu verschaffen.

Was ist kreatives Schreiben?

Im Kreativen Schreiben sind Worte, Ausdruck der eigenen Gedanken, Gefühle und Erlebnisse. Die Textform kann ganz individuell gewählt werden: ein Gedicht, eine Kurzgeschichte, ein Brief, den man nie abschickt, oder einfach eine Sammlung von Erinnerungen. Es gibt keine festen Regeln und keinen „richtigen“ Weg – nur die Freude am Ausprobieren.

Wie funktioniert es?

Man braucht weder besondere Vorkenntnisse noch literarisches Talent. Alles beginnt mit einem leeren Blatt Papier oder einer geöffneten Datei – und einem Impuls, den man sich selbst gibt:

  • eine Erinnerung: „Mein erster Schultag“
  • ein Bild: „Ein alter Apfelbaum im Herbst“
  • ein Gefühl: „Der Duft von frisch gebackenem Brot“, „Wofür bin ich dankbar“

Diese Impulse helfen, den Stift in Bewegung zu bringen. Wichtig ist: nicht gleich an Rechtschreibung oder perfekte Formulierungen denken, sondern einfach fließen lassen. Überarbeiten kann man später immer noch.

Tipps für den Einstieg

  • regelmäßig schreiben: 10–15 Minuten pro Tag reichen.
  • alles zulassen: Auch scheinbar belanglose Gedanken können zu schönen Texten werden.
  • in Bewegung bleiben: Lieber weiterschreiben als zu lange über ein Wort grübeln.
  • Freude geht vor Perfektion: Es geht um den Prozess, nicht um ein „Meisterwerk“.

Warum tut es gut?

Die Effekte, die sich beim Journaling zeigen, wirken auch beim Kreativen Schreiben positiv auf das Wohlbefinden.

  • Stressabbau: Das Niederschreiben von Gedanken entlastet den Geist.
  • Gefühlsverarbeitung: Schreiben hilft, Erlebnisse und Erfahrungen in Worte zu fassen.
  • Gedächtnistraining: Geschichten erfinden oder Erinnerungen ordnen, hält den Kopf aktiv.
  • Selbstwertgefühl: Wer etwas zu Papier bringt, erschafft etwas Eigenes und Einzigartige.

Vielleicht ist jetzt der perfekte Moment, Stift und Papier zu nehmen und die eigene Geschichte zu schreiben.