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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 10/2026
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Kartoffeln mit Trieben und grünen Stellen - Gnocchis

Liebe Garten- und Naturfreunde,

haben Sie Zuhause unter Umständen Kartoffeln, die bereits gekeimt haben? Vielleicht waren ja kleine Keime bereits beim Einkauf vorhanden? Oder sie haben sich bei der Lagerung Daheim entwickelt. Das passiert meist dann, wenn die Kartoffeln zu hell oder zu warm aufbewahrt werden. Ist Ihnen bewusst, dass man bei gekeimten Kartoffeln unbedingt genauer hinsehen sollte?! Sind die Keime kürzer als 1 cm und sind die Kartoffeln auch noch richtig fest, dann sollten Sie diese Keime bis ins gesunde Fruchtfleisch der Kartoffeln herausschneiden. Oftmals zeigen diese gekeimten Kartoffeln auch grüne Stellen, diese sollten ebenfalls recht großzügig weggeschnitten werden! Sie fragen - warum das notwendig ist? Nun in den Keimen und den grünen Stellen bildet sich der Giftstoff Solanin. Die Symptome einer Solanin-Vergiftung können innerhalb weniger Minuten bis nach zwei Tagen nach dem Verzehr auftreten. Zu diesen Anzeichen gehören z. B. Brennen im Hals, Übelkeit, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Fieber. Bei leichten Vergiftungen klingen die Beschwerden oft innerhalb von 24 Stunden wieder ab. Da Solanin jedoch relativ langsam im Körper abgebaut wird (die Halbwertszeit liegt im Mittel bei etwa 21 Stunden) können bei stärkeren Vergiftungen die Erkrankungssymptome und das Unwohlsein schon einige Tage andauern. Sollte es sogar zu Atemnot, verlangsamtem Puls oder Bewusstseinsstörungen kommen, ist sofort ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Solanin wird durch Erhitzen nicht zerstört, es geht jedoch beim Kochen teilweise in das Kochwasser über. Daher sollten Sie das Kochwasser von diesen Kartoffeln auf keinen Fall weiterverwenden!

Zusammenfassend gilt als Faustregel: Hat die Kartoffel nur wenige und kurze Keime (unter 1 cm!), besteht keine Gesundheitsgefahr, sofern diese Keimansätze, die sogenannten Augen, großzügig herausgeschnitten werden. Kartoffeln mit längeren Trieben oder weichen/grünen Stellen sollten Sie dagegen unbedingt entsorgen!

Ist Ihr Vorrat an Kartoffeln noch etwas größer, dann habe ich jetzt eine Idee, wie Sie diese tolle Knolle auf eine besondere Weise zubereiten können. Sie kennen sicherlich Gnocchis? Man kann sie als sog. Convenience-Produkte (=vorverarbeitete Lebensmittel, die die Zubereitung erleichtern oder beschleunigen) im Lebensmittelhandel erwerben, aber Sie können diese leckere Beilage auch ganz einfach selbst herstellen. Es ist wirklich keine Zauberei – versprochen!

Sieht doch schon lecker aus – oder?!

Für den Teig brauchen Sie (für 4 Personen) zunächst folgende Zutaten:

500 g mehlig kochende Kartoffeln, 1 frisches Ei, ca. 120 g Mehl und ca. 100 g Mondamin, 1 TL Salz, 1- 2 Prisen Pfeffer, Butter zum Braten

Wie es weitergeht, erfahren Sie hier, an gleicher Stelle, in der nächsten Woche! Haben Sie bis dahin eine gute Zeit!

Ihre Heidemarie Traut