haben Sie die Löwenzahn-Giersch-Pfanne auf Pilzen, das Rezept aus der vor-vorigen Woche, schon ausprobiert? Wie kam es bei Ihrer Familie an? Wird dieses Gericht in Ihren „Rezepte-Fundus“ aufgenommen? Das wäre nicht schlecht, denn diese herrlichen, frischen Frühjahrskräuter bieten uns, unserem Körper, so viel an gesunden Vitaminen und Mineralstoffen. Selbst wenn wir, im Gegensatz zu deutlich früheren Zeiten, bedingt durch die Globalisierung, heutzutage selbst im tiefsten Winter über frische Obst- und Gemüsewaren verfügen, unser Körper also nicht mehr so „ausgehungert“ nach eben diesen Stoffen ist, so ist die Frische und der Vitamingehalt eben ganz frisch geernteter Kräuter in keiner Weise zu toppen! Und der „ökologische Fußabdruck“ ist zudem deutlich geringer.
Für den Ampfer hatte ich Ihnen noch weitere Informationen versprochen – hier sind sie: Sollten Sie Interesse daran haben, diesen zitronig-frischen Frühlingsboten in Ihren Garten zu holen, dann empfehle ich Ihnen den Blutampfer (Rumex sanguineus). Das hat 2 gute Gründe: Einmal ist er mit seinen rot geaderten Blättern ein echter Hingucker im Garten, und zum Zweiten sind seine Blätter im Geschmack deutlich milder als die des Wiesen-Sauerampfers. Zu Letzterem möchte ich noch einen wichtigen Hinweis loswerden: Wenn Sie Sauerampfer in freier Natur sammeln wollen, seien Sie vorsichtig, und achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die grünen, glatten, etwas pfeilförmigen Blätter des Sauerampfers nicht mit denen des hochgiftigen Aronstabs verwechseln! Auch hier gilt der Grundsatz: Bitte nur das sammeln und mit Nachhause nehmen, was Sie unzweifelhaft erkennen!
Zurück zum Blutampfer und zu Ihrem Garten. Haben Sie vielleicht einen kleinen Teich, dann wäre das ein idealer Standort für dieses Gewächs. Aber Sie können ihn auch in einem anderen leicht feuchtem, schattigem oder halbschattigem Garteneckchen platzieren. Wenn der Boden dort außerdem nährstoffreich, humos und leicht sauer ist, wird Ihr Blutampfer ganz wunderbar gedeihen. Bei ausreichender Bodenfeuchte kann der Blutampfer auch an einem sonnigen Platz wachsen. Gute Nachbarn im Beet wären Bärlauch, Basilikum, Estragon, Kerbel, Petersilie, Rucola, Schnittlauch und Waldmeister. Geht es um die Optik, so eignet sich der hübsche Blutampfer auch gut als Schmuckpflanze in Kräuterbeeten, auf der Terrasse und auf dem Balkon. Aber er ist nicht nur hübsch anzusehen, er gehört auch zu den essbaren Kräutern. Bereits seit Menschgedenken bedient man sich seiner als willkommenes Grün. Idealerweise pflückt man die jungen, frischen Blätter, den einmal schmecken diese am besten, und zum Zweiten haben sie auch entschieden weniger Oxalsäure. Diese Oxalsäure ist Ihnen mit Sicherheit ein Begriff, denn sie ist z. B. auch in Rhabarber, Spinat und Mangold enthalten, und wie bei diesen Gemüsen ergeht auch bei Ampfer die Empfehlung, ihn nicht in zu großen Mengen oder über einen längeren Zeitpunkt zu genießen. Bleibt noch die Frage: Bei welchen Speisen kann man Blutampfer als Bereicherung einsetzen? In kalten Kräutersaucen macht sich der Blutampfer sehr gut. Man kann ihn auch gerne zum Salat geben oder auch auf eine Suppe streuen. Die rotgeäderten Blätter des Blutampfers sind auch als essbare Deko bei einem kalten Buffet sehr dekorativ.
Bei warmen (Sahne)-Kräutersaucen, Risottos oder Gratins machen sich die zarten Blätter, klein geschnitten und kurz vor dem Servieren oben aufgestreut, ebenfalls hervorragend. Denn im Gegensatz zum Sauerampfer eignet sich der Blutampfer nicht zum Erhitzen oder gar zum Kochen.
Auch von einer Konservierung, z.B. durch Einfrieren, ist abzuraten, denn die Blätter würden zusammenfallen. Soviel für heute zu einem wunderbaren Frühlingsgewächs. In der nächsten Woche schauen wir uns noch die Heilwirkungen des Ampfers an. Haben Sie bis dahin eine gute Zeit.
Ihre Heidemarie Traut