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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 13/2023
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Heidis Grüne Ecke

Taubnesseln einfach „vernichten“ durch essen! Wirkung und Anwendung des Küchen- und Heilkrauts

Liebe Garten- und Naturfreunde,

bevor wir uns diese Pflanze genauer anschauen, möchte ich mit gleich 2 Vorurteilen aufräumen. Taubnesseln sind in keinem ihrer Pflanzenteile giftig! Mehr noch, die Taubnessel ist eine ganz wunderbare, Heil bringende Pflanze und alle Pflanzenteile, von der Wurzel bis zu den Blüten, sind essbar. Man findet sie an vielen Wegesrändern und in so manchem Garten. Sie ist völlig unkompliziert und erobert als Bodendecker freie Flächen in Wald und Flur, sowie in Gärten. Vielleicht ist das ein Grund, weswegen sie bis heute vielfach leider immer noch als sogenanntes lästiges „Unkraut“ angesehen wird. Aber, was Viele nicht wissen, diese Pflanze enthält, trotz ihres „schlechten“ Rufs, viele gesunde Nährstoffe, die unserem Körper richtig gut tun. Zudem finde ich, sie sieht mit ihren vielen kleinen Lippenblüten sowohl als Bodendecker und als sehr insektenfreundliche Unterpflanzung von höheren Gewächsen (selbst in Töpfen und Schalen) auch noch sehr hübsch aus!

Taubnesseln: So wirkt die Heilpflanze

Als Heilpflanzen wirken alle Arten der Taubnessel blutreinigend und entzündungshemmend. Und sie helfen bei schmerzhafter und unregelmäßiger Menstruation. Womit man sie bei den sogenannten „Frauenkräutern“ einordnet. Diese anspruchslosen Pflanzen enthalten viele Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und ätherische Öle, die sie richtig wertvoll für unsere Gesundheit machen. Zwar wirkt die Pflanze ähnlich wie die Brennnessel, nämlich harntreibend, sie ist allerdings nicht mit Ihr verwandt. Sollten Sie sich unwohl fühlen oder an einer Krankheit leiden, dann wäre es allerdings das Beste, wenn Sie zuvor das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen. Er kann, wie kein anderer, Ursachen und Zusammenhänge abklären, und ein weiteres Vorgehen mit Ihnen erläutern. In der Naturheilkunde kann man die Taubnessel bei Sodbrennen, Bauchschmerzen und Unterleibskrämpfen, sowie bei Schwellungen sehr gut einsetzen. Auch bei so unterschiedlichen Beschwerden wie Schwindel und Entzündungen findet die Taubnessel eine vielversprechende Anwendung. Darüber hinaus wirkt die Taubnessel bei Sonnenbrand, sie ist juckreizlindernd und wundheilend.

Um die äußerlichen Krankheitsbilder erfolgreich zu beheben haben Sie zwei Möglichkeiten: einmal ein (Teil-)Bad mit einem Taubnessel-Sud, oder einen Wickel/ eine Auflage, der/die zuvor in einem Taubnesselaufguss oder einem ebensolchen Sud getränkt wurde. Bei inneren Beschwerden kommt die Hilfe meist in Form eines Taubnessel-Heiltees.

Es sind die antiseptischen sowie antibakteriellen Eigenschaften, welche die Taubnesseln als Heilpflanze auszeichnen. Verantwortlich für die heilenden Wirkungen sind die oben erwähnten Mineralien und Vitamine, die in der Taubnessel enthalten sind. Dazu gehören Zink, Kalium, sowie das Vitamin C. Die Taubnessel ist auch reich an Aminosäuren, wie der Kieselsäure, ätherischen Ölen sowie Flavonoiden, Gerb- und Schleimstoffen.

Anwendung der Taubnessel als Bereicherung des Nahrungsangebots Die Taubnessel findet also, wie oben geschildert, bei der Heilung unterschiedlicher Erkrankungen Anwendung, zudem bietet sie breit gefächerte Möglichkeiten in der Küche.

  • In der Küche nimmt man sie dann eher zum Verfeinern von Salaten, Fischgerichten, Süßspeisen, Saucen und Kräuterölen. Seien Sie kreativ und probieren Sie aus, welche Einsatzmöglichkeiten der Taubnesseln sich Ihnen noch auftun. Verwenden Sie sie z. B. für eine Kräuterbutter, für einen grünen Smoothie oder blanchieren Sie die Blätter einfach als Beilage zu einem deftigen Gericht.
  • Zur Verwendung in der Küche kommen die Blätter und die Blüten der Pflanze zum Einsatz. Während die Blätter einen mild-würzigen Geschmack aufweisen, schmecken die Blüten süßlich und können daher auch gut bei Süßspeisen verwandt werden. Was die Blätter anbelangt, so sind die 4 - 6 Blättchen der Taubnessel, die sich an der obersten Stelle bei den Blüten befinden, die zartesten. Aber auch die unteren Blätter können ohne Probleme genommen werden. Sie haben eine etwas festere Struktur und Ihr Geschmack ist würziger.
  • Verwenden Sie möglichst immer ganz frische Taubnesseln, die Sie zwischen März und Mai, sowie im September und Oktober gesammelt haben. Wenn Sie die Taubnessel trocknen oder länger liegen lassen, werden Sie sehr schnell bemerken, dass dann viele Aromastoffe der Pflanze verloren gehen.
  • Wenn nötig, waschen Sie die Blätter und Blüten, vor ihrem Einsatz in der Küche, kurz unter fließendem Wasser ab und „trocknen“ Sie dieselben am besten mittels einer Salatschleuder.

Mehr wissenswertes über die Taubnesseln, nebst einiger Rezepte - das Alles erwartet Sie in der nächsten Woche.

Ihre Heidemarie Traut