jetzt ist vielfach die Zeit, in der wir vermehrt „neue" Erde brauchen, entweder um unsere Zimmerpflanzen umzutopfen oder um uns den Frühlings- oder Frühsommerflor in unsere Gärten, respektive in unsere Kübel und Kästen zu holen. Wenn wir dabei auch auf Erde von unserem Kompost zugreifen, kann es sehr leicht passieren, dass wir mit den Spatenstichen plötzlich auch Engerlinge zu Tage fördern. Meist ist die Panik dann nicht weit, zumal wenn mehrere dieser Larven (auch Engerlinge genannt) „gefunden" werden. Fälschlicherweise nehmen viele Gartenbesitzer an, dass es sich hier um die Engerlinge von Mai- oder Junikäfern handelt. Und diese wären für unsere Pflanzen in der Tat nicht ungefährlich, denn die Engerlinge von Mai- oder Junikäfern fressen nur zu gerne die Wurzeln von Pflanzen ab, und tragen somit vielfach zum Verlust der jeweiligen Pflanzen bei. Aus Angst vor Pflanzenschäden wurden schon viele Engerlinge der Rosenkäfer getötet, und das ist gleich doppelt schade, denn einmal ist er ein großer Helfer bei der Umsetzung des Rotteprozesses in unseren Komposthaufen und zum zweiten ging die Anzahl dieser wunderschön glänzenden Käfer drastisch zurück, so dass sie mittlerweile, als eine dringend geschützte Käferart, auf der Roten Liste steht. Was eventuelle Pflanzenschäden angeht, kann ich Sie in Bezug auf die Rosenkäferlarven komplett beruhigen, denn diese ernähren sich ausschließlich von toten, verrottenden Pflanzenteilen und von Holzmulm. Holzmulm ist ein feines, erdiges Material, das durch die Zersetzung von Totholz entsteht. Einen weiteren Vorteil haben die Rosenkäferlarven für unseren Garten: Ihre Ausscheidungen, zusammen mit denen der Regenwürmer, bilden in Mischung mit der Komposterde den richtig wertvollen sogenannten Dauerhumus. Während ihrer 2-3jährigen Larvenentwicklung sind diese Rosenkäferengerlinge also äußerst wertvolle Kompostbewohner da sie insbesondere Holzbestandteile verwerten. Haben Sie also keine Bedenken, wenn Sie beim Umsetzen eines älteren Komposthaufens unter Umständen sogar größere Massen dieser Engerlinge finden. Es sind ausgesprochenen Nützlinge! Und noch etwas: Maikäferlarven (Engerlinge) werden Sie niemals im Kompost finden, da diese kein totes Pflanzenmaterial fressen!
So schön schillernd, grünglänzend sind die ausgewachsenen Rosenkäfer unverwechselbar.
Damit Sie aber auch die Engerlinge des Rosenkäfers von den Maikäferengerlingen unterscheiden können, hier noch ein paar Hinweise: Ein ganz wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Fortbewegung der Käferlarven. Legt man die Rosenkäferengerlinge auf eine glatte Fläche, so versuchen sie sich auf dem Rücken liegend fortzubewegen. Der Maikäferengerling hingegen bewegt sich gekrümmt (in U-Form) auf der Seite liegend, um zu entkommen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Körperbau der einzelnen Engerlinge. Rosenkäfer-Engerlinge sind hinten etwas dicker als vorn und haben nur ganz kleine Stummelbeinchen. Mai- und Junikäfer-Larven sind dagegen vorn und hinten etwa gleich dick, und am Kopf haben sie sehr lange, kräftige Beine mit deutlich ausgebildeten „Knicken".
Verehrte Leserinnen und Leser ich wünsche Ihnen eine schöne, erfolgreiche „Gartenwoche"!
Ihre
Heidemarie Traut