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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 17/2026
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Heidis grüne Ecke

 

Liebe Garten- und Naturfreunde,

na, da habe ich ja in der vorigen Woche wieder ein hoch brisantes Thema ausgesucht – zumindest ist das mein Eindruck aufgrund der vielen Anrufe von Ihnen. Die Verblüffung war deutlich zu erkennen, denn dass Rosenkäferengerlinge richtig wertvolle Helfer, ja man kann sogar sagen „nützliche Kompostveredler“ für uns sind, war augenscheinlich nicht sehr bekannt. Nicht umsonst wurde er im Jahr 2000 sogar zum "Insekt des Jahres" gekürt. Und er wurde mit dem -eher seltener vorkommenden- Nashornkäfer durch die Aufnahme in die Bundesartenschutzverordnung zur „ganz besonders geschützten“ Tierart ernannt. Nach §44 Bundesnaturschutzgesetz ist es danach verboten, „sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“. Außerdem dürfen ihre „Fortpflanzungs- oder Ruhestätten“ nicht beschädigt oder zerstört werden; es ist außerdem verboten, sie zu kaufen, zu verkaufen oder in Besitz zu nehmen.

Was ist jetzt zu tun, wenn Sie seine Engerlinge bei der Umschichtung Ihres Komposts oder bei der Entnahme von Komposterde plötzlich auf Ihrem Spaten liegen haben? Da gibt es nur Eines: schnell wieder einbuddeln, damit die nützlichen „Kompostaktivisten“ am Leben bleiben, denn Sonne und Tageslicht würde sie töten!

Und Sie brauchen wirklich nicht zu befürchten, dass Ihre Pflanzen unter dem Rosenkäfer oder seinen Engerlingen leiden. Der kurzlebige Käfer, der von April bis in den September hinein vor allem in den Mittagsstunden zu beobachten ist, ernährt sich fast ausschließlich von Pollen und Nektar. Mitunter kann auch überreifes Obst auf seinem Speiseplan stehen. Doch weder ausgewachsen noch als Larve schädigt er Wurzeln oder Laub unserer Gartenpflanzen!

Der Rosenkäfer hat übrigens auch eine recht lange Geschichte. Bei den Kelten wurde er, ähnlich wie der Skarabäus bei den Ägyptern, sogar als Glücksbringer verehrt.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Rosenkäfer-Engerlinge können Sie als Gartenbesitzer nicht nur in der Komposterde finden. In frisch bepflanzten Blumentöpfen oder Kästen mit frisch gedüngter Blumenerde und Substraten, aber auch in Mistpackungen von Frühbeeten und Gewächshäusern, sowie in Hochbeeten mit neuer Erde sind solche Engerlinge mitunter anzutreffen. Hier wurden schon 30 Stück pro m² gezählt.

Damit Sie eine Sicherheit in der optischen Unterscheidung von Rosenkäferengerlingen und Maikäferengerlingen haben, habe ich hier oben noch ein Foto für Sie beigefügt, dass die Unterschiede (neben der Fortbewegungsart – s. Vorwoche) deutlich macht. Links ist ein Rosenkäferengerling mit ganz kurzen Stummelbeinchen zu sehen. Rechts, bei dem Maikäferengerling sehen Sie die deutlich längeren Beinchen mit Knick.

Jetzt wünsche ich Ihnen viel Freude mit Ihrem Garten, und vielleicht erfreuen Sie sich jetzt an dem schönen goldgrün schillernden Käfer, weil Sie ihn nun mit ganz anderen Augen sehen!

Ihre Heidemarie Traut